Neue Lünendonk-Liste Facility-Service-Unternehmen: Deutliches Wachstum trotz schwacher Konjunktur

Juni 17, 2024

Apleona ist neu auf Rang eins des Rankings Top 25 Unternehmen wachsen um 11,8 Prozent, Anzahl der Beschäftigten legt um 3,2 Prozent zu Hohe Nachfrage, Nachhaltigkeit, Bündelung von Services und Aufholeffekte bei Catering sind Treiber der Marktentwicklung Neue Lünendonk-Liste Facility Service ab sofort verfügbar

Die 25 führenden Facility-Service-Unternehmen in Deutschland wachsen in 2023 um durchschnittlich 11,8 Prozent (Vorjahr: +9,3 %) nach Umsatz. Die Belegschaft der Top 25 legt um durchschnittlich 3,2 Prozent (Vorjahr: +1,6 %) zu. Die Nachfrage ist weiterhin stark und der inflations- und lohnbedingte Preiseffekt setzt sich auch im Jahr 2023 fort. Die schwache Konjunktur in der Immobilienwirtschaft sowie der Rückgang der Neubauprojekte werden sich erst in den kommenden Jahren dämpfend auf die Marktentwicklung auswirken.

Apleona neu auf Rang ein

In der neuen Lünendonk-Liste findet ein Wechsel an der Spitze statt: Apleona ist nun auf dem ersten Rang platziert (2022: 2). Dahinter folgen Spie Deutschland & Zentraleuropa (2022: 1) und die Wisag (Vorjahr: 3). Das Jahr 2023 ist geprägt von zahlreichen marktrelevanten Übernahmen, darunter auch dem Zusammenschluss von Apleona und Gegenbauer sowie der Übernahme der Bockholdt durch die Strabag PFS. Darüber hinaus haben viele Unternehmen ihre Positionierung durch die Übernahme von kleineren und spezialisierten Dienstleistern gestärkt. Die Übernahme des Industriedienstleisters Robur durch Spie ist in den Werten des Geschäftsjahres 2023 noch nicht enthalten.

Das sind erste Ergebnisse der Lünendonk-Liste 2024 „Führende Facility-Service-Unternehmen in Deutschland“ sowie der begleitenden Marktstudie. Das Ranking steht ab sofort unter www.luenendonk.de kostenfrei zum Download bereit, die detaillierte Marktstudie erscheint Ende Juli 2024.

Das Ranking im Detail

Apleona löst nach vier Jahren Spie Deutschland & Zentraleuropa auf Rang eins der Lünendonk-Liste ab. Das international tätige Unternehmen mit Hauptsitz in Neu-Isenburg erwirtschaftete in 2023 einen Deutschlandumsatz von 2.754 Millionen Euro mit 30.792 Beschäftigten. Die deutliche Steigerung gegenüber dem Vorjahr (1.885 Mio. € Umsatz, 13.590 Beschäftigte) ist neben der organischen Entwicklung auch auf den Zusammenschluss mit Gegenbauer zurückzuführen.

Sowohl Apleona als auch Spie (Rang zwei, geschätzte 2.120,0 Millionen Euro Service-Umsatz in Deutschland) haben auch im vergangenen Jahr mehrere Unternehmen im In- und Ausland übernommen und ihre Leistungsangebote mit Services für Industrie, Energie und Digitalisierung erweitert. Nicht in den Umsätzen von Spie enthalten sind der kürzlich übernommene IT-Dienstleister bridgingIT sowie der Industrieservice-Anbieter Robur.

Die Wisag (1.617 Mio. € Umsatz) und Engie (1.198 Mio. € Umsatz) belegen die Plätze drei und vier. Die Facility-Service-Sparte der Wisag ist mit aktuell 35.229 Beschäftigten weiterhin der größte Arbeitgeber unter den Top 25. Erstmals erwirtschaften vier Unternehmen mehr als eine Milliarde Euro Umsatz im Jahr.

Auf den Rängen fünf und sechs folgen mit geringem Abstand Piepenbrock (886,1 Mio. €) und Dussmann (881,0 Mio. €). Nach Gesamtumsatz, der das Auslandsgeschäft beinhaltet, ist Dussmann das drittgrößte Facility-Services-Unternehmen mit Hauptsitz in Deutschland. Beide Unternehmen verbessern sich im Ranking. Die deutliche Umsatzentwicklung sowie der Wegfall von Gegenbauer aus dem Ranking sind hierfür ausschlaggebend.

Die Top 10 werden komplettiert von ISS (Rang sieben, 800,9 Mio. €), Strabag PFS (Rang acht, 729,0 Mio. €), Kötter (Rang neun, 627,0 Mio. €) und Klüh mit einem Umsatz von 608 Millionen Euro. Die Strabag PFS verbessert sich mit einem deutlichen Umsatzplus von 28,3 Prozent auf Rang acht des Rankings. Im Vorjahr war das Frankfurter Unternehmen auf Rang zehn gelistet.

Die Compass Group mit Sitz in Eschborn bei Frankfurt erreicht ein Umsatzplus von 28,6 Prozent gegenüber dem Vorjahr und profitiert damit vom Aufholeffekt bei Contract-Catering im ersten Jahr ohne Corona-Einschränkungen. Dies führt zu einer Verbesserung von Rang 13 auf Rang elf. Auch Sodexo mit einem traditionell hohen Umsatzanteil an Catering-Services steigert den Umsatz um geschätzte 15 Prozent auf nun 530 Millionen Euro.

Caverion hat in den vergangenen Jahren den Umsatzanteil mit Services kontinuierlich gesteigert und berichtet nun gemäß den Aufnahmekriterien für das Ranking Gesamtumsätze in Deutschland, unter welchen Dienstleistungen für deutlich mehr als die Hälfte der Erlöse verantwortlich sind. Auch Goldbeck Services hat den Umsatz am freien Drittmarkt in den vergangenen Jahren deutlich erhöht und ist nun im Ranking geführt.

Vinci ist mit einem Umsatz von 379,8 Millionen Euro auf Rang 14 in der Liste platziert (Ranking 2023: Platz 17). Insgesamt erwirtschaftet die Sparte Building Solutions 888,2 Millionen Euro in Deutschland mit 3.843 Beschäftigten. Der für das Ranking relevante Umsatz entfällt auf Geschäftseinheiten mit Services für den Drittmarkt in Deutschland und wird von 1.625 Beschäftigten erwirtschaftet.

Dr. Sasse verzeichnet ein Wachstum von 12,2 Prozent und erreicht damit einen Umsatz von 235 Millionen Euro. Dies entspricht einer Verbesserung um einen Rang auf Position 21. Vebego liegt mit einem Umsatz von 222,7 Millionen Euro auf Position 22. Die Plätze 23 bis 25 belegen Dorfner (215,5 Mio. €), ISD (190,0 Mio. €) und die Münchener Wackler Holding mit 185,2 Millionen Euro Umsatz.

Die Top 25 erzielten im Jahr 2023 einen Gesamtumsatz von 16,9 Milliarden Euro und beschäftigten 283.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Auf die Top 10 entfielen davon 12,2 Milliarden Euro und 183.000 Beschäftigte.

Der Facility-Service-Markt entwickelt sich konjunkturunabhängig stabil

Der Facility-Service-Markt erweist sich weiterhin als krisenresilient und Stütze der deutschen Volkswirtschaft. Das Plus an Beschäftigten von 3,2 Prozent zeigt, dass die Umsätze nicht nur preisbedingt steigen, sondern die Nachfrage nach Facility Services weiterhin wächst. Wesentliche Wachstumstreiber sind die Bemühungen um CO2-neutrale Gebäude, ESG-Berichterstattungspflichten der Immobilienbetreiber sowie Aufholeffekte in ausgewählten Segmenten wie bei Catering-Services.

Thomas Ball, Partner bei Lünendonk & Hossenfelder, kommentiert: „Die führenden Facility-Service-Unternehmen profitieren von steigenden Anforderungen an den Betrieb von Immobilien. Auftraggeber reduzieren Komplexität, indem sie Leistungen und die Bewirtschaftung von Standorten bündeln und fortgesetzt Leistungen außerhalb des klassischen Facility Managements an ihre Gebäudedienstleister vergeben. Der Markt reagiert hierauf mit Übernahmen und einer Ausweitung des horizontalen und vertikalen Leistungsangebots.“

Service-Bündelung und Personalkonzept sind wichtigste Vergabekriterien
Für die Vergabeentscheidung ist inzwischen das Personalkonzept der wichtigste Einzelfaktor. Die regionale Präsenz des Dienstleisters und hohe Digitalkompetenz sind inzwischen ebenfalls erfolgsrelevant.

27 Prozent der Verträge gelten regional und umfassen mehrere Standorte eines Kunden, 
9 Prozent werden inzwischen deutschlandweit vereinbart. Die Dienstleister berichten, dass die Einzelvergabe von Standorten nachgelassen hat. Im gleichen Zeitraum hat die Anzahl der deutschlandweit vergebenen Verträge zugenommen.

Bezug

Die neue Lünendonk-Liste „Führende Facility-Service-Unternehmen in Deutschland“ steht ab sofort zum kostenfreien Download unter www.luenendonk.de bereit. Die umfassende Lünendonk-Studie über den Markt und die führenden Unternehmen erscheint im Juli 2024 und enthält zahlreiche Langzeit- und Segmentauswertungen. Die detaillierte Studie basiert auf den Angaben von 67 Unternehmen und kann zum Preis von 2.400 Euro (zzgl. MwSt.) unter www.luenendonk.de vorbestellt werden.

Stimmen zur Lünendonk-Liste 2024

Arnulf Piepenbrock, geschäftsführender Gesellschafter der Piepenbrock Unternehmensgruppe:
„Gesundes und nachhaltiges Wachstum – darum geht es in unserer Branche auch in den nächsten Jahren. Die Rahmenbedingungen dafür sind weiterhin herausfordernd. Ob schwächelnde Konjunktur, Arbeitskräftemangel oder Digitalisierung: Der Markt verändert sich stetig und fordert von uns als Unternehmen, diesem Wandel aktiv und krisenresilient zu begegnen. Die Lünendonk-Liste unterstreicht, an welchen Stellen uns das heute bereits gut gelingt. Unser oberstes Ziel bleibt eine konstant hohe Kundenzufriedenheit, die wir nur in einem guten Miteinander zwischen Auftraggebern, Mitarbeitern und Partnern erreichen. Deshalb investieren wir viel Zeit und Geld, wenn es darum geht, neue Mitarbeiter zu gewinnen und bestehende zu halten. Die Platzierung auf der Lünendonk-Liste freut uns sehr und zeigt: Wir entwickeln uns sehr positiv, nehmen unsere Verantwortung ernst und sind gut aufgestellt für die Zukunft!“


Dr. Jochen Keysberg, CEO Apleona:
„Kunden fragen verstärkt das professionelle Outsourcing integrierter Immobiliendienstleistungen, die Bündelung immer größerer, auch grenzüberschreitender Leistungspakete sowie digitale Lösungen und Produkte zur Energieeinsparung und Dekarbonisierung im Gebäudebestand nach. Apleona ist für diese Marktentwicklung operativ und strategisch sehr gut aufgestellt und wird weiter in die notwendigen Ressourcen und Kompetenzen investieren, um in Deutschland und Europa auch in Zukunft stark zu wachsen.“


Dr. Marion Henschel, Vorsitzende der Geschäftsführung der Strabag Property and Facility Services Unternehmensgruppe:
„Das Potential des Facility Managements wurde lange Zeit unterschätzt. Dabei sind Dekarbonisierung und klimaneutraler nachhaltiger Betrieb von Gebäuden die beherrschenden Themen der Immobilienwirtschaft. In dieser Transformationsphase sind Gebäudetechnik und Facility Management nicht mehr voneinander zu trennen. Denn unsere Kunden erwarten, dass wir unsere klassischen Facility Management Dienstleistungen mit datenbasierten Dienstleistungen wie Energiemanagement und Anlagensteuerung und mit Errichter-Know-how in der Gebäudetechnik zu einer individuellen und optimierten Gesamtlösung verknüpfen. Vom in der Vergangenheit immer wieder unterschätzten Facility Manager werden wir zum One-stop-shop für CO2-ärmere Gebäude und zum integrierten Building Solutions Provider. Und somit zum Generalunternehmer für Dekarbonisierung.“


Markus Holzke, Geschäftsführer/CEO von Spie Deutschland & Zentraleuropa:
„Für SPIE war 2023 erneut ein sehr erfolgreiches Geschäftsjahr und wir blicken positiv auf unsere Entwicklung in den ersten Monaten des Jahres 2024. Wir sind gewachsen und haben unsere Expertise mit tollen Zugewinnen neuer Unternehmen in den Bereichen erneuerbare Energien, Industriedienstleistungen, digitale Infrastruktur und digitale Transformation gestärkt. Wir sind ein starkes Team: Wir freuen uns über eine niedrige Eigenkündigungsquote von 5,4 Prozent und 3.000 neue Kolleginnen und Kollegen (davon 444 neue Auszubildende), die sich für uns als Arbeitgeber entschieden haben. Zudem ist die Zufriedenheit unserer Kunden in den letzten Jahren sukzessive auf einen Net Promotor Score 2023 von 5,0 gestiegen. Dies ist Motivation und Ansporn zugleich, unseren erfolgreichen Wachstumskurs auch in den kommenden Jahren weiter fortzusetzen.“

Martin Riebschläger, Geschäftsführender Direktor der WISAG Facility Service Holding SE:
„Unsere Strategie und Unternehmensvision setzt auf Nachhaltigkeit und digitale Innovation. Die diesjährige Studie unterstreicht die zunehmende Relevanz dieser beiden Aspekte für die Branche. Wir kennen die Herausforderungen im Facility Management, sehen jedoch auch große Chancen, die sich uns, unseren (neuen) Mitarbeitenden und Kunden durch eine verstärkte Einbindung von ESG-Prinzipien und digitalen Technologien eröffnen.“



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