Die zunehmende Digitalisierung von Gebäuden, die Integration künstlicher Intelligenz (KI) und steigende Anforderungen an Nachhaltigkeit und Cybersecurity verändern die Art und Weise, wie Unternehmen ihre Immobilien und Arbeitsumgebungen managen. Johnson Controls prognostiziert für 2026 eine Phase, in der Konvergenz – die Zusammenführung bisher getrennter Initiativen – die Facility-Management-Strategien prägen wird.
Vom Kostenfaktor zum strategischen Vermögenswert
Mit der Normalisierung hybrider Arbeitsmodelle verschiebt sich der Fokus weg von reiner Präsenzkontrolle hin zur Optimierung der genutzten Flächen. Gebäude werden nicht mehr als statische Kostenstellen gesehen, sondern als dynamische, anpassbare Umgebungen, die Produktivität, Zusammenarbeit und Kundenerfahrungen fördern sollen. Plattformen wie Openblue Workplace und Openblue Insights liefern entscheidungsrelevante Daten zu Auslastung, Umweltbedingungen und Nutzerverhalten und ermöglichen so eine portfolioübergreifende Anpassung physischer Ressourcen.
KI beschleunigt operative Entscheidungen
KI-Anwendungen gehen über die reine Datensammlung hinaus: Sie unterstützen 2026 aktiv die Betriebssteuerung von Gebäuden. Agentic AI kann Millionen von Sensordaten in Echtzeit analysieren und Systeme dynamisch an wechselnde Bedingungen anpassen – etwa Temperatur, Beleuchtung oder Raumzuweisung in Abhängigkeit von Wetter, Anwesenheit oder unvorhergesehenen Ereignissen. So werden Prozesse effizienter, Energieverschwendung reduziert und die Zeit bis zum Nutzengewinn verkürzt.
Nachhaltigkeit als Wachstumstreiber
Energieeffizienz, Elektrifizierung und CO₂-Reduktion werden 2026 stärker mit operativer und wirtschaftlicher Wertschöpfung verknüpft. Unternehmen erkennen, dass jede eingesparte Kilowattstunde nicht nur Kosten senkt, sondern Kapital für Wachstum freisetzt. Systeme wie Openblue Net Zero oder Central Utility Plant Optimization liefern dafür Daten und Handlungsempfehlungen, während IoT-Sensoren und Flächennutzungsauswertungen Entscheidungen über Umbau, Modernisierung oder Neubau unterstützen.
IT und Facility Management arbeiten Hand in Hand
Die Vernetzung von OT- und IT-Systemen erhöht die Cyberrisiken, da ehemals isolierte Anlagen wie HVAC oder Zutrittskontrollen nun Teil des digitalen Netzwerks sind. 2026 wird die Zusammenarbeit zwischen IT- und Facility-Teams intensiviert, um Sicherheitsstrategien proaktiv und integriert umzusetzen. Zero-Trust-Ansätze, standardisierte Protokolle und kontinuierliche Überwachung stehen im Zentrum moderner Sicherheitskonzepte, unterstützt durch KI-gestützte Bedrohungsvorhersage.
Interoperabilität als Grundvoraussetzung
Die wachsende Zahl vernetzter Systeme und KI-fähiger Geräte macht offene Standards und nahtlose Datenintegration unabdingbar. Plattformen müssen heterogene Systeme über Gebäude und Standorte hinweg verbinden, Daten konsolidieren und über eine zentrale Benutzeroberfläche zugänglich machen. Nur so kann das volle Potenzial intelligenter Gebäude ausgeschöpft werden – von optimierter Ressourcennutzung über automatisierte Entscheidungen bis hin zu nachhaltigem Wachstum.
Konvergenz als Schlüssel zur Transformation
Die Prognosen für 2026 verdeutlichen: Technologieeinsätze in Gebäuden entwickeln sich nicht länger als isolierte Maßnahmen. KI, Nachhaltigkeit, Cybersecurity und Interoperabilität verschmelzen zu einem ganzheitlichen Ansatz, der Facility Management und Immobilienstrategie transformiert. Unternehmen, die diese Konvergenz nutzen, können ihre Gebäude als strategische Vermögenswerte einsetzen, Effizienz steigern, Resilienz erhöhen und langfristige Wettbewerbsvorteile sichern.
„2026 wird das Jahr, in dem Daten aus Gebäuden nicht nur gesammelt, sondern gezielt eingesetzt werden, um Wachstum und operative Exzellenz zu schaffen“, so Julius Marchwicki, VP & GM Digital SaaS bei Johnson Controls.

