Neue Daten zeigen, dass Deutsche derzeit über 48 Stunden pro Woche online sind und davon 56 Minuten mit KI-Chatbots interagieren
Eine neue Studie des Cybersicherheitsunternehmens NordVPN zeigt, dass die Deutschen im Durchschnitt 23 Jahre, 9 Monate und 17 Tage ihres Lebens mit dem Internet verbunden sein werden. Das ist etwa ein Jahr weniger als bei der vergleichbaren Studie aus dem Jahr 2022 (24 Jahre, 8 Monate und 14 Tage). Durchschnittlich beginnen die Deutschen ihren Tag online um 08:00 Uhr morgens und gehen erst um 21:00 Uhr wieder offline.
Im Vergleich zur durchschnittlichen Lebenserwartung von 82 Jahren bedeutet dies, dass die Deutschen fast ein Drittel ihres gesamten Lebens der digitalen Welt widmen. Da wir immer mehr Zeit online verbringen, wandelt sich auch das digitale Leben: Im Jahr 2026 hat sich KI von einer neuartigen Technologie zu einem alltäglichen Tool entwickelt, das weithin genutzt wird.
„Ein Vierteljahrhundert online zu verbringen, ist weit mehr als eine bloße Statistik. Es ist ein grundlegender Wandel unserer menschlichen Erfahrung“, so Marijus Briedis, CTO bei NordVPN. „Wir erleben gerade, wie digitale Plattformen unseren Alltag immer mehr einnehmen. Die Grenze zwischen ‚realem Leben‘ und ‚Online-Leben‘ ist praktisch verschwunden, wodurch wir angreifbarer denn je sind.“
Je mehr Zeit Menschen online verbringen, desto größer sind die Möglichkeiten für Betrug oder den übermäßigen Austausch persönlicher Daten. Zudem greifen digitale Gewohnheiten zunehmend auf alle Lebensbereiche über: von der Arbeit und Freizeit bis hin zum KI-gestützten Support.
Binge-Watching, Scrollen und die KI-Revolution
Die Art und Weise, wie Deutsche ihre Zeit online verbringen, ist stark auf Unterhaltung ausgerichtet, wobei das Binge-Watching von Serien und Filmen mit 4 Stunden und 56 Minuten pro Woche nach wie vor die dominierende Aktivität ist. Dicht dahinter folgen Musikhören (4 Std. 36 Min.) und das Anschauen von Online-Videos (4 Std. 06 Min.), während das Scrollen in sozialen Medien bei 3 Stunden und 36 Minuten pro Woche liegt.
Inmitten dieses Unterhaltungsbooms hat sich die KI einen festen Platz erobert: Deutsche verbringen mittlerweile jede Woche 56 Minuten damit, mit KI-Chatbots zu plaudern. Während derzeit nur 12 % KI als „unverzichtbaren“ Teil ihres Alltags betrachten, glauben 14 % bereits, dass die Technologie ihr Online-Leben verbessert hat.
Deutsche geben trotz wachsender Sicherheitsbedenken persönliche Daten online preis
Trotz wachsender Bedenken hinsichtlich der digitalen Sicherheit gehen die Deutschen nach wie vor bemerkenswert offen mit ihren sensibelsten personenbezogenen Daten um.
Die Studie ergab, dass 60 % der Deutschen ihren vollständigen Namen online teilten, 63 % ihr Geburtsdatum und 46 % ihre vollständige Wohnadresse auf verschiedenen Online-Plattformen angaben. 36 % haben sogar ihren Beziehungsstatus online geteilt.
Die Bereitschaft zum Teilen dieser Informationen bleibt bestehen, während 22 % der Deutschen zugeben, dass sie sich keinen ganzen Tag ohne Internet vorstellen können. Diese ständige Vernetzung hat zu einer wachsenden „Second-Screen“-Kultur geführt: 22 % der Befragten geben zu, dass sie in sozialen Medien unterwegs sind, während sie gleichzeitig Serien oder Filme schauen.
„Die Art und Weise, wie wir Technologie nutzen, geht weit über den reinen Konsum von Inhalten hinaus – sie ist mittlerweile tief in unserem Alltag verwurzelt“, sagt Briedis. „Während viele Menschen beim Teilen von arbeitsbezogenen Informationen mit KI-Tools vorsichtig sind – lediglich 3 % geben an, vertrauliche Dokumente geteilt zu haben –, sind sie oft viel eher bereit, persönliche Daten preiszugeben.
“Da KI immer mehr zu einem Teil unseres Alltags wird, muss sich auch unser Sicherheitsansatz weiterentwickeln. Um unsere Daten und in weiterer Folge uns selbst zu schützen, reicht es nicht mehr aus, nur sichere Passwörter zu erstellen. Es bedeutet auch, zu verstehen, wie unsere Daten von den KI-Systemen, mit denen wir täglich interagieren, erfasst, genutzt und verarbeitet werden“, so CTO Briedis weiter.
23 Jahre digitales Leben – so bleibt man geschützt
Um das Online-Leben vor den aufkommenden Risiken des KI-Zeitalters zu schützen, teilt Briedis diese wesentlichen Sicherheitsschritte:
- Achten Sie auf Datenlecks und Identitätsdiebstahl
- Verwenden Sie vertrauenswürdige Sicherheitssoftware
- Überprüfen Sie Links, E-Mails und unaufgeforderte Nachrichten
- Geben Sie keine sensiblen persönlichen oder finanziellen Daten an KI-Tools und Online-Plattformen weiter
- Nutzen Sie ein Antivirus der neuesten Generation
- Seien Sie wachsam gegenüber neuen Phishing-Methoden
- Schützen Sie vertrauliche Gespräche
„Da die Tools, die wir nutzen, immer intelligenter werden und wir immer mehr Zeit online verbringen, ist die beste Verteidigung eine Kombination aus moderner Verschlüsselung und einer gesunden Skepsis gegenüber den digitalen Interaktionen, die wir einst für selbstverständlich hielten“, erklärt Briedis.
Weitere Informationen zur Studie: https://nordvpn.com/research-lab/lifetime-online/
Methodik: Die Umfrage wurde von NordVPN in Auftrag gegeben und von Cint zwischen dem 1. und 17. April 2026 durchgeführt. Insgesamt wurden mehr als 20.000 Internetnutzerinnen und -nutzer in 20 Ländern befragt, was die globale Reichweite der Studie unterstreicht. In Deutschland umfasste die landesweit repräsentative Stichprobe 1.000 Befragte im Alter von 18 bis 74 Jahren, wobei Quoten nach Alter, Geschlecht und Wohnort festgelegt wurden.

