Die fortschreitende Digitalisierung von Arbeits- und Lebenswelten ist untrennbar mit der Nutzung mobiler Endgeräte verbunden. Smartphones werden zunehmend zur zentralen Schnittstelle für Kommunikation, Organisation und Identifikation. Im Bereich der Zutrittskontrolle zeichnet sich daher ein klarer Trend ab: Das Mobiltelefon entwickelt sich immer häufiger zum digitalen Schlüssel.
Nach Einschätzung vieler Marktbeobachter gewinnt dieser Ansatz quer durch Branchen und Regionen an Dynamik. Für Betreiber bedeutet dies neue Möglichkeiten, Zugänge flexibler zu organisieren und Sicherheitsprozesse effizienter zu gestalten. Für Nutzer steigt gleichzeitig der Komfort, da physische Schlüssel, Karten oder Transponder entfallen.
Weniger Medienbrüche, mehr Flexibilität
Mit mobilen Berechtigungen können Mitarbeitende und Besucher schneller agieren und sich innerhalb von Gebäuden einfacher bewegen. Zutrittsrechte werden digital vergeben, angepasst oder entzogen. Änderungen lassen sich aus der Ferne durchführen, ohne dass Personen ihre Ausweise tauschen oder neu programmieren lassen müssen.
Auch sicherheitstechnisch bietet der Ansatz Vorteile. Smartphones werden selten weitergegeben und gehen weniger häufig verloren als Karten. Wird eine Berechtigung entzogen, kann sie unmittelbar deaktiviert werden. Das reduziert organisatorischen Aufwand – etwa wenn Mietverhältnisse enden, Dienstleister wechseln oder temporäre Besuche abgeschlossen sind.
Unterstützung für Facility- und Sicherheitsverantwortliche
Für Administratoren bedeutet der mobile Ansatz vor allem Zeitgewinn. Berechtigungen lassen sich über cloudbasierte Plattformen verwalten, oft unabhängig vom Standort. Prozesse wie Rückgaben, Neuausstellungen oder physische Übergaben entfallen. Dadurch können sich Verantwortliche stärker auf strategische Aufgaben konzentrieren.
„Viele unserer Innovationen bieten heute die Möglichkeit, Zutritt nicht nur digital, sondern auch mobil bereitzustellen“, erläutert David Moser, verantwortlich für digitale Zutrittslösungen bei ASSA ABLOY. Ziel sei es, unterschiedlichen Nutzergruppen passgenaue Optionen zur Verfügung zu stellen.
Vom Wohnungsbau bis zum Mittelstand
Besonders deutlich zeigt sich der Nutzen in großen Wohnanlagen. Hier kann die Verwaltung physischer Schlüssel erhebliche Ressourcen binden – etwa bei häufigem Mieterwechsel. Digitale und mobile Lösungen helfen, diesen Aufwand zu reduzieren und Prozesse zu standardisieren.
Darüber hinaus existieren Angebote, die klassische programmierbare Schlüsselsysteme um mobile Funktionen erweitern. Berechtigungsupdates erfolgen dabei verschlüsselt über eine App und werden aus der Cloud übertragen. Auch kleinere und mittlere Unternehmen erhalten damit Werkzeuge, um Zutritt eigenständig und ohne tiefgehendes Spezialwissen zu organisieren.
Integration in bestehende Infrastrukturen
Ein wichtiger Faktor für die Verbreitung mobiler Lösungen ist ihre Kompatibilität mit vorhandener Hardware. Viele drahtlose Komponenten unterstützen heute Bluetooth oder NFC und lassen sich in bestehende Sicherheitsmanagementsysteme einbinden. Hochentwickelte Verschlüsselungs- und Authentifizierungsverfahren sollen dabei Datenschutz und Integrität gewährleisten.
Gleichzeitig wächst das Ökosystem rund um digitale Identitäten. So können Berechtigungen beispielsweise direkt in mobilen Wallets hinterlegt werden, was den Zugang zu Türen, Schränken oder sensiblen Bereichen weiter vereinfacht.
Mobile als strategische Perspektive
Unternehmen, die ihre Zutrittsstrategie auf mobile Technologien ausrichten, schaffen Voraussetzungen für neue Arbeitsmodelle. Flexible Nutzung von Flächen, temporäre Projektteams oder hybride Arbeitsformen lassen sich leichter abbilden. Mobile Identitäten werden damit Teil umfassender Digitalisierungsstrategien.
Der Wandel vom Ausweis zur App markiert mehr als nur eine technische Modernisierung. Er steht für einen Paradigmenwechsel im Umgang mit Sicherheit, Komfort und Effizienz – und eröffnet Organisationen neue Spielräume, um Gebäude und Prozesse zukunftsfähig zu gestalten.


