Breit angelegte Phishing-Kampagnen gegen europäische Unternehmen

Juli 31, 2024

ESET entdeckt Infostealer-Attacken auf kleine und mittlere Unternehmen

Unternehmen in drei Ländern sahen sich im Mai 2024 Phishing-Angriffen ausgesetzt: Wie das Team um ESET-Forscher Jakub Kaloc herausfand, versuchten Angreifer per E-Mail verschiedene Schadprogramme zum Informationsdiebstahl (Infostealer) zu verbreiten. Besonders kleine und mittlere Unternehmen in Polen waren hiervon betroffen. Die Angreifer nutzten bereits zuvor kompromittierte E-Mail-Konten und Unternehmensserver, um nicht nur bösartige E-Mails zu verbreiten, sondern auch um Malware zu hosten und gestohlene Daten zu sammeln.

“Insgesamt haben wir neun Phishing-Kampagnen registriert, von denen sieben im Mai auf Polen abzielten”, erklärt ESET-ForscherJakub Kaloc, der die Phishing-Kampagnen analysiert hat. “Die Schadsoftware, die in diesen Kampagnen verbreitet wurde, variiert zwischen verschiedenen Infostealern und Überwachungssoftware. Allein im Mai 2024 schützten ESET-Produkte über 26.000 Anwender vor dieser Bedrohung – über 21.000 davon in Polen.”

Eine E-Mail als Türöffner für Cyberkriminelle

Alle Kampagnen liefen nach einem ähnlichen Schema ab. Das Zielunternehmen erhielt eine E-Mail mit einem Geschäftsangebot. Ähnlich wie bei vorigen Phishing-Attacken gaben sich die Angreifer glaubhaft als echte Unternehmen und deren Mitarbeiter aus. Selbst wenn das potenzielle Opfer nach den üblichen Warnsignalen suchte, waren diese nicht vorhanden: Die Nachricht sah so legitim aus, wie sie nur hätte sein können.

Diese E-Mails enthielten einen bösartigen Anhang. Der Nachrichtentext sollte potenzielle Opfer zum Öffnen der angehängten Datei verleiten, beispielsweise indem sie Interesse an einem Produkt vorheuchelte. Bei der Datei selbst handelte es sich entweder um eine ISO-Datei oder ein Archiv mit der ausführbaren Datei ModiLoader. ModiLoader ist ein Delphi-Downloader mit einer einzigen Aufgabe: Malware herunterzuladen und zu starten. In zwei der Kampagnen waren die ModiLoader-Samples so konfiguriert, dass sie die nächste Stufe der Malware von einem kompromittierten Server eines ungarischen Unternehmens herunterluden. Bei den übrigen Kampagnen erhielten die ModiLoader die nächste Stufe von einem Microsoft-OneDrive-Speicher.

Weitere Informationen zu den Phishing-Kampagnen gibt es im Blogpost “Phishing-Angriffe auf europäische KMU (https://www.welivesecurity.com/de/eset-research/phishing-angriffe-auf-europaische-kmu)” auf WeLiveSecurity-com.

Related Articles

Newsletter 2026

Deutsche Newsletter SEC GLOBAL: ES DACH NL 5-2026 30.01.2026 https://conta.cc/3NJk23v SEC GLOBAL: ES DACH NL 4-2026 23.01.2026 https://conta.cc/3Ly6PtD ES DACH NL Promo - Dallmeier Jan 21.1.2026 https://conta.cc/4bHMegV SEC GLOBAL: ES DACH NL 3-2026 16.01.2026...

EuGH schafft klare Regeln für Body-Cams

Datenschutz und Sicherheit im öffentlichen Raum neu justiert Mit seinem Urteil vom 18. Dezember 2025 (C-422/24) hat der Europäische Gerichtshof (EuGH) eine zentrale Weichenstellung für den Einsatz von Body-Cams in Europa vorgenommen. Im Mittelpunkt der Entscheidung...

Share This