Datensicherheit und Cyber-Resilienz auf dem Prüfstand

Januar 4, 2026

Autor:  Greg Hansbuer von Pink Elephant

Brisante Fragen zur Datenhoheit, Cybersicherheit, Compliance und einer resilienten Dateninfrastruktur werden Unternehmen im Jahr 2026 noch mehr beschäftigen

Aufgrund geopolitischer Spannungen und der Dominanz internationaler Tech-Giganten setzt in vielen Unternehmen ein Umdenken ein. In einer Zeit, in der Unternehmen immer abhängiger von ausländischen Technologieunternehmen werden, wächst der Bedarf an echter digitaler Souveränität. Unternehmen wollen wieder die Kontrolle über ihre Daten, ihre Cloud-Infrastruktur und ihren technologischen Kurs zurückgewinnen. Dieser Trend wird sich 2026 fortsetzen und mitunter noch verstärken.
Bei der digitalen Souveränität geht es darum, die Kontrolle über die digitalen Grundlagen eines Unternehmens oder einer Institution zu behalten. Dies umfasst drei Kernbereiche: die Datensouveränität, die Cloud-Souveränität und die technologische Souveränität.
Die Datensouveränität ist die rechtliche und praktische Kontrolle über Daten, also wo diese gespeichert werden, wer Zugriff darauf hat und welchen Gesetzen die Informationen unterliegen.
Cloud-Souveränität bedeutet, eine Infrastruktur zu nutzen, die den lokalen Gesetzen und Vorschriften entspricht und frei von ausländischen Gerichtsbarkeiten ist, die Risiken mit sich bringen.
Technologische Souveränität schließlich beschreibt die Fähigkeit, digitale Infrastrukturen unabhängig aufzubauen, zu verwalten und zu schützen, ohne von einem einzigen Anbieter oder Land abhängig zu sein.
Diese drei Komponenten der digitalen Souveränität sind im zunehmend digitalisierten Geschäftsbetrieb entscheidend für Unternehmen. Sie gewährleisten den Schutz sensibler Informationen und der Privatsphäre sowie die Wahrung einer strategischen Autonomie.
Digitale Souveränität ist somit kein vager Begriff, sondern eine konkrete und notwendige Strategie für Unternehmen, die die Kontrolle über ihre Daten, Infrastruktur und technologischen Entscheidungen behalten wollen. Unternehmen benötigen jetzt geeignete Tools und das Fachwissen, um ihre digitale Autonomie zu stärken, Risiken zu minimieren und vollständig im Einklang mit lokalen Gesetzen und Vorschriften zu agieren. Mit einem kompetenten strategischen Partner können Unternehmen diese Autonomie stärken, um so Cybersicherheit, Compliance und Zukunftssicherheit zu gewährleisten.

Souveräne Hybrid- und Multi-Cloud-Lösungen

Spezialisierte IT-Dienstleister mit dem richtigen Portfolio können Unternehmen dabei helfen, digitale Souveränität effektiv in die Praxis umzusetzen. Dies gelingt mittels souveräner Hybrid- und Multi-Cloud-Lösungen, umfassender Sicherheits- und Compliance-Services, flexibler digitaler Architekturen sowie Managed Services und lokalem Support.
Souveräne Hybrid- und Multi-Cloud-Lösungen gewährleisten die vollständige Kontrolle über Datenspeicherung und Datenzugriff innerhalb der eigenen Gerichtsbarkeit und mit angemessener Sicherheit und Verschlüsselung. Sicherheits- und Compliance-Services sorgen dafür, dass die Grundlagen stimmen – von der Verschlüsselung und Schlüsselverwaltung bis hin zur Einhaltung europäischer Vorschriften wie DSGVO, NIS2 und DORA. Flexible digitale Architekturen bedeuten, dass Unternehmen verantwortungsbewusst zwischen Technologien und Anbietern wechseln können, ohne an einen bestimmten Anbieter gebunden zu sein oder unerwünschte Abhängigkeiten einzugehen. Managed Services und lokaler Support von EU-Standorten aus stellen Fachwissen direkt bereit, ohne Beteiligung EU-externer Parteien. 

Datenresilienz erfordert eine stabile Backup-Strategie

Um auf Cyberangriffe, Sicherheitsvorfälle und Ausfälle vorbereitet zu sein, müssen Unternehmen sicherstellen, dass ihre Daten jederzeit verfügbar und wiederherstellbar bleiben. Eine stabile Backup-Strategie muss potenzielle Risiken minimieren, eine sichere Datenspeicherung gewährleisten und langfristig den Geschäftsbetrieb aufrechterhalten. Mit der Verschärfung der Cyberkriminalität haben sich auch die Anforderungen für das Backup erweitert. Recovery muss sicherstellen, dass die Anforderungen der Behörden erfüllt werden und dass nur kontaminationsfreie Daten wiederhergestellt werden. Gerade für Disaster Recovery und Cyber Recovery bieten sich Cloud-Backups an, weil sie einem vom betroffenen Unternehmen getrennten Standort liegen. Die Datensicherheit ist meistens mit Air Gap und Verschlüsselungen besonders „gehärtet“. Auch kann die Wiederherstellung eins Cloud-Backups in der Cloud effizient die Geschäftskontinuität sicherstellen.
Ein effektives Modell, das 2026 an Bedeutung gewinnen wird, ist Data Management as a Service (DMaaS). Ein entsprechender Service, ausschließlich betrieben aus europäischen Rechenzentren, gewährleistet eine ausfallsichere Datenhaltung und schützt Unternehmen vor den Folgen unerwarteter Störungen.
DMaaS vereint drei zentrale Funktionen in einer Plattform: tägliche, automatisierte Datensicherungen, eine schnelle und zuverlässige Wiederherstellung im Ernstfall sowie eine sichere, lokal gehostete Speicherung mit vollständiger Datenkontrolle. Dadurch können Unternehmen im Fall eines Cloud-Ausfalls sofort auf ihre gesicherte Umgebung umschalten und den Geschäftsbetrieb ohne längere Unterbrechung fortsetzen. Auch Zugriffskontrollen, Compliance-Anforderungen und individuelle Wiederherstellungsrichtlinien lassen sich darüber abbilden.

Resiliente Dateninfrastruktur als Zukunftsmodell 

Der kürzlich bekannt gewordene, massive Distributed-Denial-of-Service-Angriff auf die Cloud-Plattform Microsoft Azure unterstreicht, dass Datensicherheit heute ein zentraler Bestandteil moderner IT-Strategien sein sollte. Unternehmen, die ausschließlich auf einen einzigen Cloud-Anbieter setzen, riskieren Ausfallzeiten, den Verlust geschäftskritischer Daten und eine Schädigung ihrer Reputation.
Immer mehr Unternehmen werden im neuen Jahr daher ihre bestehende Cloud-Infrastrukturen um eine unabhängige Backup-Architektur ergänzen. Damit können sie ihre Daten auch bei schwerwiegenden Störungen schnell wiederherstellen, Betriebsunterbrechungen vermeiden und finanzielle Verluste minimieren. Zusätzlich erfüllt eine geeignete Lösung regulatorische Anforderungen und stärkt das Vertrauen in die eigene digitale Infrastruktur. 
Investitionen in Datenresilienz schaffen langfristige Stabilität. Unternehmen, die ihre Daten systematisch absichern, sind besser gegen technische Störungen, menschliches Versagen oder externe Angriffe geschützt. Eine souveräne und verlässliche Datensicherung wird im Jahr 2026 und darüber hinaus zum Schlüsselfaktor für nachhaltige digitale Geschäftsprozesse.

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