Markt für elektronische Sicherheitstechnik erzielt erstmals mehr als fünf Milliarden Euro Umsatz

Juni 29, 2023

  • Erhebliche Unterschiede bei den Fachsparten
  • Digitalisierung von Produkten und Dienstleistungen im Trend
  • Herausforderungen durch Rechtsrahmen und Baukonjunktur

Im Jahr 2022 konnte der Markt für elektronische Sicherheitstechnik in Deutschland ein Umsatzplus von 5,2 Prozent auf rund 5,2 Milliarden Euro verzeichnen.  

„Die Sicherheitstechnik in Deutschland wächst in der Summe deutlich, wenngleich es Unterschiede bei den einzelnen Gewerken gibt“, sagt Dirk Dingfelder, Vorsitzender des ZVEI-Fachverbands Sicherheit. „Die Trends Digitalisierung und Vernetzung in der Sicherheitstechnik dauern an. Der Markt entwickelt sich hin zu softwaregetriebenen, vernetzten Produkten und Systemen und begleitenden digitalen Services“, erklärt Axel Schmidt, Vorstandsvorsitzender des BHE Bundesverband Sicherheitstechnik e.V., den Aufwärtstrend im Markt.  

Neben Digitalisierung und Vernetzung in der Sicherheitstechnik ist die Integration in die Gebäudetechnik für Dingfelder die Basis für das künftige Marktwachstum. „Wir müssen das Gebäude gesamtheitlich betrachten, um sowohl im Hinblick auf Sicherheit, aber auch Energieeffizienz, Komfort und Gesundheit weitere Fortschritte zu machen.“  

Als Herausforderungen sehen die Verbände die Entwicklung der Baukonjunktur und den Rechtsrahmen. „Die Zeichen für den Bau stehen in Summe für die Zukunft nicht ganz so gut. Die Indikatoren für den Wohnungsbau weisen eher nach unten, für den Wirtschafts- und Zweckbau sind sie uneinheitlich. Das könnte für die Sicherheitstechnik ein schwieriger werdendes Umfeld bedeuten,“ blickt Schmidt verhalten optimistisch in die Zukunft. „Mit der europäischen Bauprodukte-Verordnung ist ein für uns extrem wichtiger Rechtsakt gegenwärtig in der Überarbeitung, was weitreichende Folge haben kann“, erklärt Dingfelder. Auch der Fachkräftemangel belastet die Branche weiterhin.     

Unterschiede beim Wachstum zwischen den einzelnen Gewerken
Der Umsatz mit Brandmeldetechnik – dem mit Abstand größten Gewerk der Sicherheitstechnik, das zudem stark von der Baukonjunktur abhängig ist – stieg 2022 um 6,3 Prozent auf 2,44 Milliarden Euro. Die Sprachalarmanlagen halten ihr Niveau mit einem konstanten Umsatz von 130 Millionen Euro.  

Eine überdurchschnittliche Entwicklung zeigten die Videosysteme mit einem Anstieg von 6,6 Prozent auf 746 Millionen Euro. Die vielfältigen Einsatzmöglichkeiten und die Flexibilität der Videosicherheitstechniken in Kombination mit anderen Technologien sorgen für ein anhaltend hohes Wachstum. Auch Zutrittssteuerungssysteme haben sich im Markt mit einem Plus von 8,1 Prozent auf 454 Millionen Euro gut behauptet. 

Die Überfall- und Einbruchmeldeanlagen konnten 2022 nach zuletzt einer etwas schwächeren Phase mit einem Zuwachs von 1,8 Prozent auf 891 Millionen Euro aufholen. Wie sich im Bereich des privaten Einbruchschutzes der Wegfall der KfW-Zuschüsse (derzeit sind nur KfW-Kredite sowie die Fördermittel der Bundesförderung für effiziente Gebäude verfügbar) auswirken wird, bleibt abzuwarten. 

Rauch- und Wärmeabzugsanlagen inklusive der Natürlichen Lüftung (RWA/NL) verzeichneten einen deutlichen Anstieg auf 176 Millionen Euro. Hingegen waren die sonstigen Technologien wie Rufanlagen nach DIN VDE 0834, Fluchttürsysteme, Personenhilferuf sowie weitere Systeme und Komponenten leicht rückläufig. Somit kommt dieser Block insgesamt auf ein Plus von 2,5 Prozent.

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