Bundesdruckerei gewinnt Branchenpreis für Konzept zur Banknote der Zukunft

Mai 21, 2024

  • Musterbanknote IGNIS gewinnt IACA Excellence Currency Awards 2024 in der Kategorie “Best House Note”
  • Präsentation von Konzept-Banknotenserie ExNihilo auf Banknote Conference in Fort Worth, USA 
  • Gemeinschaftsentwicklung mit Partnern des SIRALabs
  • Für Konzeption verantwortlicher Heuberger-Lewerenz: “Wir mussten bei IGNIS buchstäblich Licht drucken”

Die Bundesdruckerei GmbH hat auf der Banknote Conference in Fort Worth, USA, ihr Konzept zur Banknote der Zukunft vorgestellt und damit den IACA Excellence in Currency Award 2024 in der Kategorie „Best House Note“ gewonnen: Die IGNIS aus der Musterbanknotenserie ExNihilo ist mit nationalen und internationalen Partnern im Innovationsverbund SIRALab entwickelt worden. Es ist die erste Banknote, die auf schwarzem Banknotenpapier gedruckt ist – zudem schlägt sie eine Brücke zwischen analoger und digitaler Welt. 

Bargeld ist nach Meinung vieler Experten für das Funktionieren der Wirtschaft und für die finanzielle Inklusion aller Bevölkerungsgruppen ein wichtiger Bestandteil. Inzwischen wird jedoch immer häufiger bargeldlos bezahlt: Großteils mit einer Plastikkarte, zunehmend per App auf dem Smartphone, der Smartwatch oder mit einer Kryptowährung. Der Entwicklung, dass sich Geld immer mehr von einem materiellen Träger abkoppelt, will die Bundesdruckerei mit der ExNihilo-Serie Rechnung tragen: “Viele Zentralbanken evaluieren derzeit die Einführung digitaler Währungen. Allerdings wird bislang wenig darüber diskutiert, ob das ein Umdenken in der Art erfordert, wie wir die Banknote der Zukunft designen. Mit IGNIS wird genau diese Thematik adressiert“, sagte Dr. Adrian Heuberger-Lewerenz bei der Vorstellung des Konzepts in der vergangenen Woche. Der Senior Expert Currency Developer bei der Bundesdruckerei GmbH hat die Musterbanknote konzipiert und designt. 

Zentraler Ansatz ist die SIRALab-Initiative aus aktuell elf starken Industriepartnern des SIRALab – eine Abkürzung, die für Sustainability, Innovation, Recycling und Action steht. Aus dem Lateinischen übersetzt, bedeutet der Name der Serie ExNihilo: aus dem Nichts. Die Musterbanknoten werden durch ihr tiefes Schwarz besonders fälschungssicher, denn kommerzielle Drucker und Kopiergeräte können lediglich ein Schwarz produzieren, das im Vergleich zu den Scheinen der ExNihilo-Serie grau wirkt. Zudem sind spezielle Expertise und aufwendige Verfahren nötig, um Motive und Sicherheitsfeatures in entsprechender Qualität auf das schwarze Substrat der Musterbanknoten aufzubringen. „Unsere Lösung klingt fast poetisch: Wir haben das Licht bei der Musterbanknote IGNIS quasi weggenommen und mussten es nun wieder zurückbringen“, sagte Heuberger-Lewerenz. Dafür habe man spezielle Pigmente verwenden müssen, die Licht nicht wie herkömmliche Pigmente absorbieren, sondern es reflektieren: „Wir mussten bei IGNIS buchstäblich Licht drucken.”

Auch bei der Nachhaltigkeit haben die schwarzen ExNihilo-Scheine Vorteile: Aufgrund ihrer dunklen Färbung müssen sie nicht wie herkömmliche Banknoten aus gebleichten Baumwollfasern hergestellt werden, sondern lassen sich auch aus alten und recycelten Geldscheinen produzieren. Bereits heute achten verschiedene Zentralbanken darauf, dass die Baumwolle zur Herstellung des Banknotenpapiers aus nachhaltiger Produktion stammt. Mit der Herstellung schwarzer Banknoten könnte in Zukunft ein großer Teil der weltweit jährlich produzierten rund 160 Milliarden Geldscheine wieder in den Produktionskreislauf zurückgeführt werden. 

Eine weitere Neuerung der Musterbanknote IGNIS im Vergleich zu herkömmlichen Geldscheinen: In das Papier ist ein hochsicherer und extrem dünner Chip eingebracht. Dieser kann als weiteres Sicherheitsattribut dienen, indem er etwa an eine App auf dem Smartphone oder auch an ein Lesegerät in einer Bank kommuniziert, dass der Schein tatsächlich echt ist. Mit dieser technologischen Ausstattung könnten die Banknoten der ExNihilo-Serie zudem eine wichtige Brücke und Ergänzung zu digitalem Zentralbankgeld CBDC darstellen.

„Unser Konzept ExNihilo kann die Vorteile klassischer Banknoten auch bei einer digitalen Zentralbankwährung einbringen“, sagte Dr. Dieter Sauter, Leiter Wertdruck bei der Bundesdruckerei GmbH. „Die Privatsphäre und Anonymität von Bargeld können dabei durch weitere Lösungen der Bundesdruckerei-Gruppe bei Nutzung der Scheine bei CBDC-Finanztransaktionen gewährleistet werden.” Zudem ermögliche der Chip im Papier, dass man allen Personen eine Art Wallet mit digitalem Zentralbankgeld zur Verfügung stellen könne. „Für die finanzielle Inklusion bräuchte es damit kein Smartphone und womöglich auch kein Bankkonto”, sagte Sauter. Diese Art von Banknoten könnten eine CBDC unkompliziert und sicher online wie offline nutzbar machen.

Die SIRALab-Initiative als Innovationsplattform werde auch in Zukunft einen Beitrag dazu leisten, fortschrittliche Konzepte im Bereich der Banknoten zu entwickeln, um Banknoten als attraktive Zahlungsoption zu erhalten, so Sauter. Zudem sollen drei weitere Musterbanknoten der ExNihilo-Serie auf zukünftigen Branchen-Veranstaltungen vorgestellt werden.

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