Energieintensive Betriebe wollen abwandern

Dezember 2, 2025

Laut neuer Allensbach-Umfrage sind strategische Optionen im Inland weitgehend ausgeschöpft

94 Prozent der deutschen energieintensiven Unternehmen halten eine Abwanderung weiterer Firmen ihrer Branche aus Deutschland für wahrscheinlich, mehr als die Hälfte (56 Prozent) sogar für sehr wahrscheinlich. Das zeigt eine Allensbach (https://www.ifd-allensbach.de/studien-und-berichte/sonntagsfrage/gesamt.html)-Umfrage von Vorständen und Geschäftsführern energieintensiver Unternehmen im Auftrag des Consultants FTI-Andersch (https://www.fti-andersch.com/).

Schwieriger Wettbewerb

Die wirtschaftliche Lage Deutschlands bleibt angespannt. So reduziert jeder dritte Betrieb besonders energieintensive Produkte, jede fünfte Firma verlagert einzelne Produktionsschritte ins Ausland oder bereitet dies gerade vor. Viele betriebswirtschaftliche und technologische Maßnahmen zur Sicherung der Wettbewerbsfähigkeit sind bereits umgesetzt, heißt es.

Das heißt laut Einschätzung der Unternehmen: Es bleiben nach Optimierung von Effizienz, Eigenstrom, langfristiger Verträge und Kostenkontrolle nur wenige strategische Optionen im Inland bestehen. “Die Realität ist: Die meisten Unternehmen haben in der aktuellen Lage auch keine andere Wahl, noch deutlich größere Transformationen anzugehen”, so Karsten Schulze, Vorstand und Partner bei FTI-Andersch.

Fremdkapital als Challenge

Mehr als die Hälfte der energieintensiven Unternehmen (56 Prozent) berichtet von starkem oder sehr starkem Wettbewerbsdruck durch außereuropäische Anbieter, die oft von niedrigeren Energiepreisen, staatlichen Subventionen oder geringerer Regulierung profitieren. So investieren 91 Prozent der Firmen in Automatisierung und Digitalisierung, zwei Drittel (66 Prozent) setzen auf spezialisierte Engineering-Lösungen.

20 Prozent der Firmen berichten laut der Umfrage von einem erschwerten Zugang zu Fremdkapital. Wo dies der Fall ist, verschieben 77 Prozent Investitionen und 47 Prozent haben zuletzt Arbeitsplätze abgebaut oder planen dies jetzt. Zudem sehen 83 Prozent ihre Planbarkeit verschlechtert, die Mehrheit davon deutlich. 43 Prozent der Industrieunternehmen sind stark oder sehr stark vom zunehmenden globalen Protektionismus betroffen.

Unabhängig von der aktuellen Umfrage (https://www.ifo.de/publikationen/2025/aufsatz-zeitschrift/mindestlohnerhoehung-wirtschaftsflaute) wollen 22 Prozent der Unternehmen in Deutschland wegen der anstehenden Mindestlohnerhöhung Stellen zu streichen, schreibt das ifo Institut (https://www.ifo.de). Zum 1. Januar 2026 wird dieser auf 13,90 Euro erhöht. Zudem rechnet mehr als ein Viertel von ihnen (28 Prozent) mit weniger Investitionen. Jede zweite betroffene Firma plant, die Preise zu erhöhen. Auch nennen die Befragten sinkende Gewinne und eine schwierige Wettbewerbslage.

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