Europe first bei digitalen Zahlungsdiensten

August 19, 2026

  • Jede und jeder Zweite wünscht sich mehr europäische Angebote für digitales Zahlen
  • 37 Prozent würden Abstriche bei der Leistung in Kauf nehmen

Ob beim Online-Shopping, an der Ladenkasse oder beim Bezahlen unter Freunden: Digitale Zahlungslösungen sind aus dem Alltag kaum noch wegzudenken. Dabei blickt fast die Hälfte der Verbraucherinnen und Verbraucher kritisch auf die starke Stellung von Anbietern außerhalb Europas: 46 Prozent der Deutschen bereitet es Sorgen, dass viele wichtige Zahlungsdienste von Unternehmen außerhalb Europas kommen. Der Wunsch nach europäischen Alternativen ist groß: 53 Prozent sind der Meinung, dass es mehr europäische Angebote für digitales Bezahlen braucht. Das sind Ergebnisse einer repräsentativen Befragung unter 1.004 Personen in Deutschland ab 16 Jahren im Auftrag des Digitalverbands Bitkom. 

Vor allem Ältere sehen Handlungsbedarf: 56 Prozent der Menschen ab 65 Jahren bereitet die starke Stellung außereuropäischer Zahlungsdienste Sorge, 61 Prozent wünschen sich mehr europäische Angebote. Von den 16- bis 29-Jährigen teilen nur 37 Prozent diese Sorge, 51 Prozent wünschen sich mehr europäische Angebote. „Der Zahlungsverkehr ist kritische digitale Infrastruktur. Europäische Angebote stärken die digitale Souveränität, den Wettbewerb und die Auswahl für Verbraucherinnen und Verbraucher“, sagt Bitkom-Präsident Dr. Ralf Wintergerst. 

37 Prozent der Verbraucherinnen und Verbraucher wären nach eigenen Angaben sogar bereit, Abstriche beim Leistungsumfang in Kauf zu nehmen, wenn der entsprechende Zahlungsdienst aus Europa kommt. Von den Über-65-Jährigen teilen 44 Prozent diese Bereitschaft, von den 16- bis 29-Jährigen lediglich 30 Prozent. Weitere 38 Prozent der Deutschen würden europäische Zahlungsdienste gegenüber internationalen Anbietern allerdings nur dann bevorzugen, wenn sie dieselben Leistungen bieten. Dabei unterscheiden sich die Jüngsten zwischen 16 und 29 Jahren mit 37 Prozent sowie die Über-65-Jährigen mit 38 Prozent kaum. Wintergerst: „Für europäische Zahlungsdienste gibt es ein großes Potenzial, aber einen Europa-Bonus gibt es nicht um jeden Preis. Wer Nutzerinnen und Nutzer gewinnen will, muss bei Leistung und Funktion weltweit auf Top-Niveau spielen.“

Hinweis zur Methodik: Grundlage der Angaben ist eine Umfrage, die Bitkom Research im Auftrag des Digitalverbands Bitkom durchgeführt hat. Dabei wurden 1.004 Personen in Deutschland ab 16 Jahren telefonisch befragt. Die Befragung fand im Zeitraum von KW 11 bis KW 14 2026 statt. Die Umfrage ist repräsentativ. Die Fragestellung lautete: „Nun wollen wir mit Ihnen über Zahlungsdienste sprechen. Das sind zum Beispiel: Visa, Mastercard, Paypal, Klarna oder girocard. Welche der folgenden Aussagen treffen auf Sie oder Ihrer Meinung nach zu bzw. nicht zu?“

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