Moderne Sicherheitsvorfälle machen selten an Gebäudegrenzen halt. Sie ziehen sich über Standorte, Städte oder ganze Regionen hinweg und beziehen Videodaten unterschiedlichster Hersteller ein. Gleichzeitig starten Ermittlungen häufig mit lückenhaften Informationen. Vor diesem Hintergrund erweitert Genetec seine cloudbasierte Plattform Security Center SaaS um neue Funktionen, die Untersuchungen deutlich schneller und strukturierter machen sollen.
Arbeiten in gewachsenen Systemlandschaften
In vielen Organisationen erschweren Insellösungen und proprietäre Umgebungen die Zusammenarbeit. Sobald sich ein Fall ausweitet, müssen Bediener zwischen Systemen wechseln, Suchen neu aufsetzen oder Informationen manuell zusammenführen. Genau hier setzen die neuen Funktionen an: Beweismittel, Entscheidungen und Kontextinformationen bleiben vom ersten Hinweis bis zum Abschluss eines Falls miteinander verknüpft.
Laut Hersteller wurde die Ermittlungsumgebung gezielt für große Installationen mit heterogenen Geräteparks entwickelt. Teams können über Tausende Kameras, mehrere Liegenschaften und unterschiedliche Fabrikate integriert arbeiten, ohne Plattformen zu wechseln.
KI-gestützte Suche in natürlicher Sprache
Ausgangspunkt vieler Untersuchungen sind grobe Beschreibungen – etwa eine ungefähre Uhrzeit oder Details zur Kleidung einer Person. Mithilfe KI-basierter Suchverfahren lassen sich solche Angaben in konkrete Abfragen übersetzen. Relevante Treffer aus verschiedenen Standorten können anschließend anhand zusätzlicher Hinweise wie Position, Bewegungsmuster oder Ereignissen vor und nach dem Vorfall eingegrenzt werden.
Eine Vorschau auf der Zeitachse unterstützt dabei, entscheidende Momente schnell zu überprüfen, ohne komplette Aufzeichnungen laden zu müssen. Ermittler können Personen, Fahrzeuge oder Objekte Szene übergreifend verfolgen und Bewegungen visuell nachvollziehen, statt stundenlang Material zu sichten.
Vom Videoclip zum strukturierten Fall
Im weiteren Verlauf lassen sich relevante Sequenzen zu einem digitalen Fall zusammenführen. Videoclips, Bilder und ergänzende Informationen werden chronologisch organisiert und mit Metadaten versehen. Daraus entsteht eine Art Storyboard, das Abläufe nachvollziehbar darstellt.
Unterstützend kommen KI-Funktionen zum Einsatz, die Inhalte automatisiert zusammenfassen und dokumentieren. Das erleichtert die Weitergabe an interne Abteilungen, externe Partner oder Behörden und kann helfen, Verfahren zügiger abzuschließen.
Einheitliche Umgebung vom Livebild bis zum Bericht
Die Neuerungen bündeln unterschiedliche Werkzeuge – von der semantischen Suche über Ähnlichkeitserkennung und Ein-/Ausgangsanalysen bis hin zu diversen Auswertungen und Beweisverwaltung – in einer gemeinsamen Oberfläche. Anwender können nahtlos von der Liveüberwachung in eine strukturierte Untersuchung wechseln und Ergebnisse kontrolliert teilen.
Die Einführung der erweiterten Funktionen beginnt im Februar 2026. Weitere Ausbaustufen sollen schrittweise folgen. Ziel ist es, die Zeit für Ermittlungen von Stunden auf Minuten zu reduzieren und Organisationen nach einem Vorfall schneller in den Normalbetrieb zurückzuführen, ohne Transparenz oder Kontrolle über die Entscheidungsgrundlagen zu verlieren.
Mit diesem Schritt unterstreicht Genetec die zunehmende Bedeutung cloudbasierter, KI-unterstützter Werkzeuge für komplexe Sicherheitsumgebungen – insbesondere dort, wo viele Systeme, große Datenmengen und verteilte Teams zusammenkommen.
Videohinweis: https://resources.genetec.com/beyond-the-lens/find-evidence-faster-with-our-ai-based-investigation-experience


