Gehaltsverzicht für mehr Home-Office goutiert

Juli 4, 2024

Jeder Tag mehr steigert laut Erhebung der Ghent University die Attraktivität des Arbeitsplatzes

Wenn Unternehmen Mitarbeitern die Möglichkeit geben, die Zahl der Tage im Home-Office von 20 Prozent (ein Tag in einer normalen Woche) auf 30 Prozent (eineinhalb Tage) zu steigern, empfinden diese ihren Arbeitsplatz im Schnitt um 2,2 Prozentpunkte attraktiver und sind bereit, eine um 2,3 Prozentpunkte niedrigere Gehaltserhöhung zu akzeptieren. Das zeigt eine Studie der Ghent University (https://www.ugent.be/en). Die Option für einen zusätzlichen Tag Telearbeit wird von einem Vollzeitbeschäftigten also fast so sehr geschätzt wie eine Gehaltserhöhung um fünf Prozentpunkten, die für die Stelle geboten wird.

500 Arbeitnehmer analysiert

Doktorandin Eline Moens und ihre Betreuer Stijn Baert, Elsy Verhofstadt und Luc Van Ootegem haben 500 flämische Arbeitnehmer zu diesem Thema befragt. In diesem Experiment sollten die Teilnehmer Stellenangebote in Hinblick auf die allgemeine Attraktivität und andere Arbeitsplatzwahrnehmungen bewerten. Diese Angebote unterschieden sich unter anderem durch das Ausmaß der offerierten Telearbeit und durch Faktoren wie das Gehalt.

Die Untersuchung zeigt zum ersten Mal, dass die Beziehung zwischen Telearbeit und Jobattraktivität mehr oder weniger linear ist: Jeder Tag an zusätzlicher Telearbeit führt zu einer höheren Attraktivität des Arbeitsplatzes. Es gibt also keine Obergrenze, bei der zusätzliche Möglichkeiten zur Telearbeit ab einem bestimmten Punkt nicht mehr als besonders attraktiv angesehen werden.

Gehaltsverzicht ist akzeptabel

“Einfach ausgedrückt: Wenn das Gehalt in einem neuen Job normalerweise um zehn Prozent stiege, fänden die Leute es genauso akzeptabel, wenn das Gehalt nur um fünf Prozent stiege, wenn ein zusätzlicher Telearbeitstag angeboten wird”, so Moens.

Die Attraktivität der Telearbeit erklärt sich insbesondere durch die Erwartung einer besseren Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben, mehr Autonomie bei der Arbeitsplanung und mehr Autonomie bei den Arbeitsmethoden an Arbeitsplätzen mit größeren Telearbeitsmöglichkeiten, heißt es abschließend.

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