10 Jahre hochsichere automatisierte Grenzkontrolle mit EasyPAS

November 13, 2023

  • Vertrag für Grenzkontrollsystem EasyPASS im August 2013 unterschrieben
  • Über 250 eGates an acht deutschen Flughäfen im Einsatz
  • Mehr als 110 Millionen Reisende haben die automatisierte Grenzkontrolle genutzt
  • Modernisierung in den kommenden Jahren

Sichere Grenzkontrollen und optimierte Prozesse für Reisende: Vor zehn Jahren wurde der Vertrag für das Grenzkontrollsystem EasyPASS unterschrieben. Im Auftrag der Bundespolizei stellen die Konsortialpartner Bundesdruckerei GmbH und secunet Security Networks AG das (teil-)automatisierte Grenzkontrollsystem EasyPASS zur Verfügung; die Bundesdruckerei GmbH fungiert dabei als Konsortialführer. Zu dem Grenzkontrollsystem gehören neben den sogenannten eGates von secunet auch Monitoring- und Administrations-Arbeitsplätze, der Betrieb sowie die Systeminfrastruktur für die Anbindung an die Kundensysteme.

Bei EasyPASS handelt es sich um eine Systemlösung für eine elektronische, (teil-)automatisierte Grenzkontrolle an ausgewählten deutschen Flughäfen. Zum System gehören unter anderem eine optische und elektronische Dokumentenprüfung sowie ein Biometrieabgleich und eine Sensorik mit zentraler IT-Infrastruktur. Die Reisedokumente werden durch das System beim Durchschreiten des eGates automatisch überprüft. Nach erfolgreicher Prüfung sind die Passagiere damit nach Deutschland ein- oder ausgereist und können ihre Reise fortsetzen. Die grenzpolizeiliche Kontrolle der Reisenden wird dadurch deutlich effizienter, Wartezeiten verkürzen sich und mehr Passagiere können gleichzeitig kontrolliert werden. Die Bundespolizei überwacht diese Grenzübertritte mit einer speziell entwickelten Software und muss nicht jeden einzelnen Reisenden manuell kontrollieren. „Durch parallele automatisierte Prozesse sowie den Einsatz moderner Technologien leistet das System EasyPASS, bei gleichbleibend hohem Sicherheitsstandard, einen wesentlichen Beitrag für eine moderne und effiziente Grenzkontrolle“, sagt der Präsident des Bundespolizeipräsidiums, Dr. Dieter Romann.

Nach dem Projektstart am 22. August 2013 wurden die ersten eGates im Frühjahr 2014 installiert. Aktuell befinden sich mehr als 250 eGates an acht deutschen Flughäfen: Berlin Brandenburg, Hamburg, Hannover, Köln Bonn, Düsseldorf, Frankfurt am Main, Stuttgart und München. Die Nutzungsmöglichkeiten des Systems werden durch die Bundespolizei entsprechend den rechtlichen Möglichkeiten fortlaufend erweitert, wodurch die Nutzung und Akzeptanz stetig ansteigt: Bis Mitte 2023 waren es bereits rund 110 Millionen Reisende, die EasyPASS nutzten. Stefan Böhm, bei der Bundesdruckerei GmbH zuständig für das Projekt, sagt: „Wir sind stolz auf zehn Jahre erfolgreiche Partnerschaft mit der Bundespolizei und secunet. Der Erfolg von EasyPASS lässt sich auf die am Reisenden ausgerichtete und lösungsorientierte Zusammenarbeit der Entwickler- und Serviceteams der beteiligten Organisationen zurückführen.“

Möglich wird die automatisierte Überprüfung durch einen elektronischen Chip im Reisepass. Diese Technologie ist im deutschen Reisepass seit dem 1. November 2005 integriert. Der Chip speichert die bei der Passbeantragung abgegebenen personenbezogene Daten und das Lichtbild. Die Überprüfung des Passes und der Reisenden wurde damit deutlich vereinfacht. Auf Basis dieser Überprüfung hatte die Bundespolizei in Kooperation mit dem Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) das Projekt EasyPASS initiiert.

Zum detaillierten Ablauf der EasyPass-Nutzung:

Zu Beginn der (teil-)automatisierten Grenzkontrolle legen Reisende ihr Reisedokument auf den Ausweisleser des eGates. Dieser prüft unter anderem die Echtheit und Gültigkeit des Dokuments, ob die Daten auf dem Chip mit denen auf dem Dokument übereinstimmen und ob die Nutzungsvoraussetzungen erfüllt sind. Nach erfolgreicher Prüfung öffnet sich die Eingangstür des eGates, und die Reisenden können die Grenzkontrollspur betreten. Nun nimmt eine höhenverstellbare Kamera automatisch ein Gesichtsbild auf und vergleicht dieses mit dem aus dem Reisedokument ausgelesenen Lichtbild. Nach erfolgreicher Prüfung öffnet sich die Ausgangstür und die Reisenden können die Grenzkontrollschleuse verlassen. Der ganze Prozess wird von Beamten und Beamtinnen der Bundespolizei überwacht.

Die allgemeine Voraussetzung für die Nutzung der eGates ist der Grenzübertritt mit einem gültigen elektronischen Reisepass (oder elektronischen deutschen Personalausweis). Berechtigt sind Reisende eines Mitgliedsstaates der EU, des Europäischen Wirtschaftsraumes oder der Schweiz, registrierte Reisende (EasyPASS-Registered Traveller Programme) der Vereinigten Staaten von Amerika, der Sonderverwaltungsregion Hongkong der Volksrepublik China, der Republik Korea oder von Taiwan sowie Reisende (alle Staaten) mit gültigen deutschen Aufenthaltstiteln oder deutschem Visum für den längerfristigen Aufenthalt (nur bei der Ausreise mit EasyPASS nutzbar). Zudem müssen die Reisenden mindestens zwölf Jahre alt sein (Nutzende des EasyPASS-Registered Traveller Programme mindestens 18 Jahre).

Das EasyPASS-System wird fortlaufend modernisiert. So soll EasyPASS beispielsweise an die Herausforderungen des europäischen Ein- und Ausreiseregisters (Entry-/Exit-System; EES) im Rahmen des Smart-Border-Programms der EU angepasst werden. Das EES speichert personenbezogene Daten aus dem Reisedokument, zudem Fingerabdruckdaten oder das Gesichtsbild von Reisenden aus Drittstaaten. Neben der Weiterentwicklung der eGates werden auch Selbsterfassungssysteme (Kioske) etabliert, um das Smart-Border-Programm voranzutreiben. Die Kioske können die biometrischen und biografischen Daten von Reisenden aus Drittstaaten bei der Einreise aufnehmen und diese Daten für die Grenzkontrolle bereitstellen. Bereits bis Ende 2024 sollen 500 solcher Kioske der Bundesdruckerei und secunet im Auftrag der Bundespolizei an deutschen Flughäfen installiert werden und zum EES-Start in Betrieb gehen. „Die Kioske entlasten das Grenzpersonal deutlich, indem die für das EES notwendigen, aber zeitaufwändigen Abfragen der stationären Grenzkontrolle an den Kiosk vorverlegt werden. Wir leisten damit einen wichtigen Beitrag zur weiteren Automatisierung – ohne Einbußen bei der Sicherheit“, sagt Thomas P. Schäfer, Head of National Sales, Division Homeland Security, secunet Security Networks AG.

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