GuardUp: Wie ein digitaler Marktplatz die mobile Sicherheitsbranche neu organisiert

März 17, 2026

Mobile Videoüberwachung hat sich in Deutschland vom Nischenprodukt zu einem festen Bestandteil moderner Sicherheitskonzepte entwickelt. Rund 21.000 mobile Überwachungssysteme sind derzeit bundesweit im Einsatz – auf Baustellen, in Energieprojekten, in Industrieanlagen oder bei kommunalen Einrichtungen. Die Entwicklung zeigt: Mobile Sicherheit ist längst im Alltag angekommen.

Unternehmen, die regelmäßig temporäre Sicherheitslösungen einsetzen, wissen heute sehr genau, welche Technologie sie benötigen – und wie schnell sie verfügbar sein muss. Genau hier setzt GuardUp an: als digitaler Marktplatz, der Angebote, Preise, Verfügbarkeiten und Logistik erstmals transparent zusammenführt.

Hinter GuardUp steht ein junges Technologieunternehmen aus Deutschland, das sich auf die Digitalisierung sicherheitsrelevanter Dienstleistungen spezialisiert hat. Die Plattform wurde von David Smyczek gegründet, der zugleich Geschäftsführer ist. Ziel des Unternehmens ist es, einen bislang stark analog organisierten Markt digital abzubilden und Beschaffungsprozesse deutlich zu vereinfachen. GuardUp ist vollständig webbasiert und über die Plattform www.guardup.de erreichbar. Nutzer – etwa Bauunternehmen, Energieversorger, Industrieunternehmen oder Kommunen – können dort Sicherheitslösungen recherchieren, vergleichen und direkt anfragen oder buchen.

„Sicherheit muss in fünf Minuten bestellbar sein – nicht in fünf Stunden“, beschreibt Smyczek den Ansatz hinter der Plattform.

Ein Markt mit starkem Wachstum

Der Markt für mobile Videoüberwachung wächst kontinuierlich. Analysten gehen davon aus, dass die Zahl der Systeme bis zum Ende des Jahrzehnts auf 30.000 bis 34.000 Anlagen steigen wird.

Treiber dieser Entwicklung sind vor allem steigende Materialwerte, komplexere Bauprojekte und eine zunehmende Zahl gezielter Diebstähle. Besonders auf Baustellen kommt es regelmäßig zu Entwendungen von Diesel, Kupfer, Werkzeug oder spezialisierten Komponenten.

Die Folgen sind oft erheblich: Neben dem direkten Materialverlust entstehen Kosten durch Bauverzögerungen, Ausfallzeiten oder komplizierte Haftungsfragen. Gerade im Energieleitungsbau können Schäden schnell sechsstellige Summen erreichen.

Viele Anbieter, wenig Übersicht

Trotz des Wachstums ist der Markt stark fragmentiert. Mehr als 80 Anbieter konkurrieren mit unterschiedlichen Preismodellen, technischen Standards und Vertragsstrukturen.

Für Auftraggeber bedeutet das häufig: zahlreiche Telefonate, unklare Angebote und eine aufwendige Vergleichsphase. Besonders Kommunen oder größere Unternehmen, die mehrere Angebote einholen müssen, stoßen hier schnell an organisatorische Grenzen.

GuardUp versucht, diesen Prozess zu vereinfachen. Die Plattform sammelt Angebote, erstellt Vergleichsmatrixen und strukturiert technische Informationen. Auch Anforderungen aus regulatorischen Bereichen – etwa NIS2- oder KRITIS-relevante Standards – können bei der Auswahl berücksichtigt werden. Anbieter, die auf der Plattform gelistet werden möchten, müssen entsprechende technische und organisatorische Voraussetzungen erfüllen.

Vom Vergleichsportal zum Branchenstandard

GuardUp versteht sich nicht nur als Vermittlungsplattform, sondern als digitaler Prozessstandard für mobile Sicherheit.

Nutzer können Produkte direkt vergleichen, Preise und Laufzeiten transparent darstellen und Verfügbarkeiten prüfen. Logistikkosten werden automatisch berechnet, während alle relevanten Auftragsdaten strukturiert dokumentiert werden.

Der Bestellprozess ist bewusst schlank gehalten: Ein komplettes System kann innerhalb weniger Minuten angefragt oder gebucht werden. Gerade für Bauprojekte oder kurzfristige Sicherungsmaßnahmen kann diese Geschwindigkeit entscheidend sein.

Technologie treibt die nächste Entwicklungsstufe

Parallel entwickelt sich auch die Technik rasant weiter. Moderne Systeme kombinieren Künstliche Intelligenz, Sensorik und autonome Funktionen, um Sicherheit effizienter zu machen.

KI hilft dabei, Fehlalarme zu reduzieren und Leitstellen zu entlasten. Ergänzend kommen neue Sensorlösungen zum Einsatz – etwa Radar, Drohnendetektion oder Bodendrucksensoren.

Zunehmend gewinnen auch autarke Systeme an Bedeutung, die unabhängig von Stromnetzen arbeiten und so auch in abgelegenen Gebieten eingesetzt werden können. Perspektivisch könnten sogar robotische Systeme eine Rolle spielen, etwa für automatisierte Objektkontrollen.

Neue Regulierung erhöht Anforderungen

Mit der europäischen NIS2-Richtlinie steigt die Zahl der Unternehmen mit besonderen Sicherheitsanforderungen deutlich. Schätzungen zufolge werden künftig rund 30.000 Organisationen unter entsprechende Regelungen fallen.

Damit wachsen auch die Anforderungen an Dokumentation, Transparenz und technische Standards – Bereiche, die digitale Plattformen wie GuardUp künftig stärker unterstützen sollen.

Perspektive: Sicherheit als Plattform

Langfristig soll GuardUp über den klassischen Überwachungsturm hinausgehen. Ziel ist ein One-Stop-Shop für temporäre Sicherheitslösungen.

Geplant sind neue Funktionen, an denen das Unternehmen derzeit arbeitet. Dazu gehört unter anderem ein Feature, mit dem Nutzer künftig auch Sicherheitslösungen anfragen können, die noch nicht direkt im System gelistet sind. Die Anfrage wird dann automatisch an potenzielle Anbieter weitergeleitet, die daraufhin ihr Produkt oder sogar komplette Sicherheitsdienstleistungen anbieten können.

Damit entwickelt sich die Plattform Schritt für Schritt zu einer offenen Infrastruktur, die Angebot und Nachfrage im Sicherheitsmarkt digital zusammenführt.

Fazit

Die mobile Sicherheitsbranche wächst – und mit ihr der Bedarf an effizienteren Prozessen. Plattformlösungen wie GuardUp bringen Struktur in einen bislang stark fragmentierten Markt.

Durch Standardisierung, Transparenz und Geschwindigkeit entsteht ein neuer Qualitätsmaßstab für die Beschaffung temporärer Sicherheitslösungen.

Oder, wie David Smyczek es formuliert: „Wir sehen uns nicht nur als Marktplatz. Wir bauen die digitale Infrastruktur für eine neue Sicherheitsbranche.“

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