Karneval im Gigabyte-Rausch

Februar 17, 2026

Rekord-Datenverbrauch im Mobilfunk – 5G und KI sichern Netzstabilität

Ob Straßenkarneval, Festzelt oder Altstadtkneipe – der Karneval 2026 war nicht nur analog ausgelassen, sondern auch digital intensiver denn je. Im Mobilfunknetz der Deutsche Telekom wurden zwischen Weiberfastnacht und Rosenmontag in den Hochburgen Köln, Düsseldorf, Bonn, Mainz und Aachen insgesamt 2 Millionen Gigabyte Daten übertragen – ein neuer Rekord.

Zum Vergleich: Das entspricht rund 1,3 Milliarden Kostüm-Selfies mit jeweils 1,5 Megabyte. 54 Prozent des gesamten Datenverkehrs liefen dabei über das 5G-Netz.

5G als Rückgrat für Großveranstaltungen

Großevents wie der Karneval stellen Mobilfunknetze regelmäßig vor besondere Herausforderungen: hohe Gerätedichte, parallele Livestreams, Social-Media-Uploads und Messaging auf engem Raum.

Gerade hier spielte 5G seine Stärken aus. Die höhere Netzkapazität und effizientere Frequenznutzung ermöglichten stabile Verbindungen selbst bei Zehntausenden Nutzerinnen und Nutzern in dicht gedrängten Bereichen.

Der höchste Datenpeak wurde nicht etwa um 11:11 Uhr an Weiberfastnacht registriert, sondern gegen 13:00 Uhr – ein Indiz für die zeitversetzte Dynamik digitaler Interaktionen.

Köln bleibt digitale Karnevalshauptstadt

Im Städteranking führt Köln mit 884.000 Gigabyte deutlich vor Düsseldorf (484.000 GB) und Bonn (276.000 GB). Mainz (169.000 GB) und Aachen (152.000 GB) folgen auf den weiteren Plätzen.

Bemerkenswert: Der datenstärkste Tag war der Karnevalsfreitag – nicht Weiberfastnacht oder Rosenmontag.

Auch die Mobilitätsdaten zeigen klare Trends: Mehr als die Hälfte der Feiernden in der Kölner Altstadt reiste aus dem Umland Nordrhein-Westfalens an. Trotz traditioneller Rivalität zog es sogar deutlich mehr Düsseldorfer Jecken nach Köln als umgekehrt.

Internationale Beteiligung und demografische Unterschiede

Knapp ein Drittel des Datenverkehrs entfiel auf sogenannte „Roamer“ – Nutzerinnen und Nutzer aus ausländischen Netzen. Besonders stark vertreten waren Gäste aus Österreich, den Niederlanden, Frankreich und Belgien.

Innerhalb Kölns zeigten sich zudem deutliche demografische Unterschiede:

  • Auf der Zülpicher Straße dominierte die Altersgruppe 20–29 Jahre.
  • Rund um Heumarkt und Alter Markt lag der Schwerpunkt bei 50–59 Jahren.

Insgesamt verteilte sich das Geschlechterverhältnis nahezu ausgeglichen auf etwa 50 Prozent Jeckinnen und 50 Prozent Jecken.

KI im Netzbetrieb: Der RAN Guardian Agent

Für Stabilität im Hintergrund sorgte unter anderem der sogenannte „RAN Guardian Agent“ – ein KI-gestütztes Multi-Agenten-System der Telekom.

Das System analysiert kontinuierlich das Netzwerkverhalten, identifiziert potenzielle Engpässe und leitet automatisiert Optimierungsmaßnahmen ein. Während der Karnevalstage erkannte die KI rund 130 Veranstaltungen mit jeweils über 10.000 erwarteten Teilnehmenden. Insgesamt wurden 611 Mobilfunkstandorte im Vorfeld geprüft und überwacht.

Nur an fünf Standorten traten trotz Eventkonfiguration kurzfristige Lastspitzen auf – auch hier konnte die KI durch Anpassungen nachsteuern.

Social Media als Treiber

Die meistgenutzte App während der Karnevalstage war Instagram, gefolgt von YouTube, TikTok und Facebook. Der digitale Austausch ist damit fester Bestandteil moderner Großveranstaltungen – in Echtzeit, bildstark und plattformübergreifend.

Daten als Planungsinstrument für Sicherheit und Infrastruktur

Zusätzliche Erkenntnisse zu Besucherströmen, Herkunft, Altersgruppen und Geschlechterverteilung lieferte die Lösung „Motion Data“. Die anonymisierten und aggregierten Mobilfunkdaten ermöglichen es, Verkehrsflüsse besser zu planen, den öffentlichen Nahverkehr zu optimieren und Einsatzkräfte gezielt zu unterstützen – selbstverständlich datenschutzkonform und ohne Personenbezug.

Fazit

Der Karneval 2026 zeigt eindrucksvoll, wie eng digitale Infrastruktur und Veranstaltungssicherheit inzwischen miteinander verwoben sind. 5G-Netze und KI-gestütztes Management gewährleisten selbst bei extrem hoher Auslastung stabile Kommunikation.

Für Sicherheitsbehörden, Veranstalter und Netzbetreiber bedeutet das: Moderne Großevents lassen sich heute nicht nur mit Absperrungen und Einsatzkonzepten steuern, sondern ebenso mit intelligenter Datenanalyse und resilienter Mobilfunktechnologie.

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