Kriminalstatistik 2025: Bayern meldet niedrigste Kriminalitätsbelastung seit 1978

März 16, 2026

Bayern bleibt eines der sichersten Bundesländer Deutschlands. Laut der Polizeilichen Kriminalstatistik 2025 liegt die Kriminalitätsbelastung im Freistaat – abgesehen vom Corona-Jahr 2021 – auf dem niedrigsten Stand seit 1978. Innenminister Joachim Herrmann präsentierte in München sinkende Fallzahlen, eine steigende Aufklärungsquote und umfangreiche sicherheitspolitische Maßnahmen.

Im Jahr 2025 registrierte die Bayerische Polizei 4.094 Straftaten pro 100.000 Einwohner (ohne ausländerrechtliche Delikte wie illegale Einreise oder Aufenthalt). Das entspricht einem Rückgang um 4,8 Prozent gegenüber 2024, als noch 4.300 Straftaten pro 100.000 Einwohner erfasst wurden. Gleichzeitig stieg die Aufklärungsquote um 1,1 Prozentpunkte auf 66 Prozent. Auch die Bevölkerung bewertet die Sicherheitslage positiv: Laut BayernTrend von Infratest dimap sind rund 80 Prozent der Befragten mit Sicherheit und Ordnung im Freistaat zufrieden oder sehr zufrieden.

Positiv entwickelte sich auch die Gewaltkriminalität. Die Zahl der Fälle sank um 4,5 Prozent auf 21.667 Delikte (2024: 22.693). Rund 79 Prozent davon entfielen auf gefährliche und schwere Körperverletzung. Da Gewaltkriminalität häufig im öffentlichen Raum stattfindet, setzt die Polizei verstärkt auf Prävention an Bahnhöfen und in Innenstädten. Maßnahmen umfassen gemeinsame Fußstreifen mit der Bundespolizei, Drogenspürhunde, Verbotszonen für Alkohol, Cannabis und Waffen sowie gezielte Einsätze geschlossener Einheiten der Bayerischen Bereitschaftspolizei. Parallel wird die Videoüberwachung ausgebaut: Bereits an 17 Standorten – darunter München, Regensburg, Augsburg und Coburg – ist sie dauerhaft installiert.

Deutlich zurück ging die registrierte Rauschgiftkriminalität. Mit 22.631 Fällen lag sie rund 27 Prozent unter dem Vorjahreswert von 31.145 Delikten. Innenminister Herrmann führt diese Entwicklung maßgeblich auf die gesetzlichen Änderungen beim Umgang mit Cannabis zurück, die zum 1. April 2024 in Kraft traten. Gleichzeitig betonte er, dass die neuen Regelungen zusätzliche Kontroll- und Überwachungsaufgaben für die Polizei schaffen und die Bekämpfung bestimmter Delikte erschweren können.

Die Statistik zeigt zudem Veränderungen bei den Tatverdächtigen. Insgesamt wurden 2025 254.759 Tatverdächtige ermittelt. Der Anteil nichtdeutscher Tatverdächtiger lag bei 41,7 Prozent (2024: 41 Prozent), während die Zahl der deutschen Tatverdächtigen um 2,8 Prozent beziehungsweise 4.321 Personen zurückging. Parallel ist der Anteil nichtdeutscher Einwohner in Bayern seit 2010 auf 15,6 Prozent gestiegen. Besonders häufig wurden rumänische Staatsangehörige unter den nichtdeutschen Tatverdächtigen registriert. Im Zusammenhang mit Migration verweist Herrmann auf steigende Rückführungszahlen: 2025 lagen sie rund 21 Prozent über dem Vorjahr, etwa 40 Prozent der Rückgeführten waren Straftäter. Zugleich begrüßte er die Verlängerung der Binnengrenzkontrollen durch Bundesinnenminister Alexander Dobrindt sowie die geplante Umsetzung der Reform des Gemeinsamen Europäischen Asylsystems.

Beim Wohnungseinbruch zeigt sich nach dem deutlichen Rückgang während der Corona-Jahre wieder ein leichter Anstieg. 2025 registrierte die Polizei 3.806 Fälle, ein Plus von 5,6 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Dennoch liegt das Niveau weiterhin deutlich unter dem Wert des Jahres 2019. Fast jede zweite Tat blieb im Versuchsstadium. Die Aufklärungsquote stieg auf 23,1 Prozent (2024: 22 Prozent), während sich der Beute- und Vermögensschaden auf 29,2 Millionen Euro belief. Insgesamt wurden 835 Wohnungseinbrecher ermittelt, mehr als die Hälfte davon nichtdeutsche Tatverdächtige, häufig aus Mittel- und Osteuropa. Die Polizei reagiert mit intensiverer Schleierfahndung und verstärkten Streifen in Wohngebieten.

Auch im digitalen Raum bleibt Kriminalität ein relevantes Thema. Die Zahl der Internetdelikte sank 2025 um 3.088 Fälle auf 41.829 Straftaten. Rund 60 Prozent dieser Fälle konnten aufgeklärt werden. Der entstandene Schaden stieg jedoch auf 55,9 Millionen Euro (2024: 48,9 Millionen Euro). Gleichzeitig geht die Polizei weiterhin von einer hohen Dunkelziffer aus, da viele Cyberdelikte nicht zur Anzeige gebracht werden.

Ein zentraler Pfeiler der bayerischen Sicherheitsstrategie bleibt der personelle Ausbau der Polizei. Zwischen 2008 und 2025 wurden rund 8.700 zusätzliche Stellen geschaffen. Mit mehr als 45.700 Stellen erreichte die Bayerische Polizei 2025 einen neuen Höchststand. Im Doppelhaushalt 2026/2027 sind zudem weitere 200 zusätzliche Stellen vorgesehen, um die Sicherheitsstruktur im Freistaat weiter zu stärken.

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