Das zugrunde liegende Gespräch verschiebt den Fokus sehr klar: Weg von der spektakulären Debatte über „Drohnenabwehr“ als Einzelfunktion, hin zu der nüchternen Sicherheitsfrage, ob Betreiber überhaupt belastbar wissen, was sich über ihrem Gelände und in ihrem elektromagnetischen Umfeld tatsächlich bewegt. Genau an diesem Punkt setzt Luftraumüberwachung.com an. Die Website beschreibt eine zivile Luftraumüberwachung in Echtzeit, „komplett passiv“, „lizenzfrei betreibbar“, „Made in EU“ und ausdrücklich auf kritische Infrastrukturen ausgerichtet. Hinter dem System steht das Karlsruher Unternehmen hensec. Die Seite macht zudem deutlich, dass es nicht nur um Drohnen geht, sondern um die Detektion, Klassifikation und Identifikation von Drohnen, Hubschraubern, Flugzeugen, Vögeln und Störsignalen in einem gemeinsamen Lagebild.
Daraus ergibt sich die Leitthese dieses Fachbeitrags: In sicherheitskritischen Umgebungen ist Detektion nicht das Vorzimmer der Abwehr, sondern de- ren zwingende Voraussetzung. Wer im unteren Luftraum keine belastbare Sicht hat, kann weder Risiken sauber priorisieren noch genehmigte von unkooperativen Flugbewegungen unterscheiden, noch Ereignisse beweis- sicher dokumentieren. Das ist der eigentliche rote Faden des Gesprächs – und zugleich die stärkste Botschaft der Website.
Die Bedrohungslage reicht weit über Flughäfen hinaus
Flughäfen sind der sichtbarste Anwendungsfall, aber gerade deshalb ein irreführend enger Referenzrahmen. Das DLR hat für 2024 an deutschen Flughäfen 118 gemeldete Drohnenstörfälle ausgewertet, darunter neun bewertbare vollständige Betriebseinstellungen; für diese neun Fälle wurde ein wirtschaftlicher Schaden von rund einer halben Million Euro auf Seiten der Fluggesellschaften berechnet. Die DFS Deutsche Flugsicherung registrierte für 2025 bereits 225 Behinderungen des Luftverkehrs durch Drohnen. Diese Zahlen zeigen, dass die Bedrohung real ist. Sie belegen aber zugleich nur einen besonders medienwirksamen Ausschnitt des Problems.
Die Website von Luftraumüberwachung.- com ordnet die Einsatzfelder deshalb wesentlich breiter ein. Genannt werden Flughäfen, Industrieparks, Tanklager, Testge- lände, Offshore-Windparks, Großveranstaltungen, Großschadenslagen und Innenstädte. Damit folgt sie einer Logik, die auch die Kommission für Anlagensicherheit in KAS-51 vorgibt: Eingriffe Unbefugter sind als Gefahrenquelle zu berücksichtigen; dazu gehören ausdrücklich auch Drohnen. Der Leitfaden betont außerdem, dass er sinngemäß auch außerhalb klassischer Störfallbetriebsbereiche anwendbar ist, wenn ein entsprechendes Gefahrenpotenzial vorliegt.
Genau deshalb ist die im Gespräch formulierte Skepsis gegenüber „einem Produkt von der Messe“ fachlich berechtigt. Ein Tanklager hat andere Assets, andere Angriffsflächen und andere Eskalationsfolgen als ein Chemiewerk, ein Stadion oder eine Polizeiliegenschaft. KAS-51 verlangt folgerichtig keine Standardantwort, sondern eine Sicherungsanalyse, in der Bedrohung, Gefährdung und IT-Risiken standortspezifisch bewertet und daraus Sicherungsziele sowie Schutzmaßnahmen abgeleitet werden.
Detektion ist keine Vorstufe zur Abwehr, sondern ihre Voraussetzung
Der wichtigste Fachpunkt des Gesprächs lautet: Wer nicht nachweisen kann, was auf dem eigenen Gelände oder im eigenen Luftraum geschieht, kann weder wirksam abschrecken noch angemessen reagieren. KAS-51 stützt diese Sicht ausdrücklich. Der Leitfaden verlangt, mögliche Eingriffe Unbefugter und die dadurch ausgelösten Gefahren systematisch zu ermitteln und zu bewerten; aus dieser Sicherungsanalyse sollen Sicherungsziele und erforderliche Maßnahmen abgeleitet werden. Außerdem soll ein Sicherungsmanagement auch die umsetzbaren Maßnahmen zum Schutz vor Drohnenangriffen darstellen. Gleichzeitig hebt KAS-51 die enge Zusammenarbeit zwischen Betreibern und Sicherheits- beziehungsweise Gefahrenabwehrbehörden hervor.
Luftraumüberwachung.com übersetzt diese regulatorische Pflicht in eine operative Funktion. Die Website verspricht „visuelle Klarheit in einem bislang blinden Bereich“, verweist auf die Bedeutung von Beweismitteln und Analysen nach Vorfällen und beschreibt einen organisatorischen Mehrwert: Zugelassene Drohnen, etwa von Medienpartnern oder Rettungsdiensten, könnten automatisch wiedererkannt und Verantwortlichen zugeordnet werden. Das ist ein zentraler Punkt, denn im Ernstfall ist nicht nur relevant, dass etwas fliegt, sondern wer fliegt, warum geflogen wird und ob die Flugbewegung legitim ist.
Hilfreich ist dabei die Fernidentifikation, aber sie reicht allein nicht aus. Die EASA schreibt seit dem 1. Januar 2024 für alle Drohnen in der „specific category“ und für klassenmarkierte Drohnen in der „open category“ ein aktives und aktuelles Remote-ID-System vor; diese Signale können sogar von Bürgerinnen und Bürgern mit Smartphone-Apps empfangen werden. Gerade deshalb ist der Ansatz von Luftraumüberwachung.com technisch schlüssig: Die Website und der begleitende hensec-Fachbeitrag kombinieren Telemetrie beziehungsweise Remote ID mit HF-Decoding und passivem Radar, um auch nicht-funkende oder unkooperative Ziele zu erkennen. Das ist kein Widerspruch zur Remote ID, sondern ihre notwendige Ergänzung.
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Firmengründer Kevin Heneka sieht sich als Vorreiter von modernen Sicherheitskonzepten und hat vom VdS Schadenverhütung als einer der ersten Experten die Qualifikation zur anerkannten Fachkraft für Smart Building Safety & Security erworben
Integrierte Luftraumüberwachung für KRITIS
Technischer Ansatz und operative Einordnung am Beispiel von HENSEC
Vor dem Hintergrund wachsender Anforderungen an die Absicherung kritischer Infrastrukturen gewinnt die strukturierte Luftraumüberwachung zunehmend an Bedeutung. Während regulatorische Vorgaben und Bedrohungsszenarien die Notwendigkeit eines belastbaren Luftlagebildes unterstreichen, stellt sich für Betreiber die Frage nach praktikablen, technisch fundierten und integrierbaren Lösungen. Ein Ansatz, der diese Anforderungen adressiert, ist die von HENSEC entwickelte Systemarchitektur zur zivilen Luftraumüberwachung.
Sensorfusion schafft das entscheidende Lagebild
Die Website beschreibt eine Architektur aus drei mobilen Sensor-Einheiten, die strategisch rund um das zu überwachende Gebiet platziert werden. Diese Sensoren senden selbst keine Signale aus, erfassen aber in Echtzeit Funk-, Radar- und Telemetriedaten und führen sie in einer gemeinsamen Verwaltungsoberfläche zusammen. Das Luftlagebild ist browserbasiert und mobil abrufbar. Für den Fachbeitrag ist daran vor allem eines relevant: Das System will nicht einzelne Sensorwerte liefern, sondern ein integriertes Lagebild, auf dessen Basis Entscheidungen getroffen werden können.
Der hensec-Fachbeitrag präzisiert diese Sensorfusion in drei Quellen: Telemetrie für kooperative Fluggeräte, HF-Decoding für den Funk zwischen Drohne und Fernbedienung sowie passives Radar für nicht-funkende Objekte. Ergänzt wird das Ganze um GNSS-Monitoring und eine 3D-Visualisierung, die über offene APIs in bestehende Systeme eingebunden werden kann. Entscheidend ist dabei nicht die einzelne Technologie, sondern ihre Plausibilisierung gegeneinander. Erst wenn Datenquellen zusammengeführt werden, lassen sich widersprüchliche Signale erkennen und daraus belastbare Schlussfolgerungen ziehen.
Für das passive Radar liefert das Fraunhofer-Institut für Hochfrequenzphysik und Radartechnik FHR die technische Grundlage. Dort wird das System PARASOL als passivradarbasiertes Verfahren beschrieben, das vorhandene Rundfunk- und TV-Signale nutzt, keine zusätzlichen elektro- magnetischen Emissionen abgibt und daher keine teure Frequenzzuteilung oder Standortbescheinigung benötigt. Fraunhofer erläutert zudem, dass drei Sensoren zur Positionsbestimmung eingesetzt werden und sieht ausdrücklich Potenzial, auf dieser Basis mobile Überwachungssysteme für den Objektschutz und die Drohnendetektion mit kurzer Inbetriebnahmezeit aufzubauen. Damit bekommt die Formul- ierung der Website – passiv, lizenzfrei, diskret – einen klaren technisch-wissenschaftlichen Unterbau.
Bemerkenswert ist auch, dass Luftraumüberwachung.com nicht nur unkooperative Flugobjekte adressiert. Die Website beschreibt die gemeinsame Verwaltungsoberfläche ausdrücklich als Instrument für Schadensereignisse und die Koordination zugelassener eigener Drohnen. Der hensec-Text geht noch einen Schritt weiter und spricht von einem offenen Integrationskonzept, mit dem sich bereits vorhandene Sensorik einbinden sowie eigene UAVs auf derselben Plattform verwalten lassen. Für Betreiber ist das ein wichtiger Punkt: Ein modernes Luftlagebild dient nicht nur der Störfallabwehr, sondern ebenso der sicheren Koordination legitimer Flüge.
GNSS Jamming und Spoofing erweitern das Thema vom Luftraum zur Gesamtresilienz
Das Gespräch erweitert die Drohnenfrage konsequent auf GNSS-abhängige Systeme jenseits des Fliegens: auf autonome Bodenfahrzeuge, Werksschutz-Roboter, Landwirtschaftsmaschinen oder andere auto- matisierte Plattformen.
Diese Erweiterung ist fachlich folgerichtig. Die EASA beschreibt seit Februar 2022 einen deutlichen Anstieg von GNSS-Jamming und Spoofing in mehreren Regionen; Jamming blockiert den Empfang von Satellitensignalen, Spoofing speist gefälschte Signale ein und erzeugt damit falsche Positions-, Navigations- und Zeitinformationen. In ihrer aktualisierten Sicherheitsin- formation betont die Behörde ausdrücklich, dass Spoofing schwerer zu erkennen und für den Betrieb riskanter ist als Jamming.
Dass dieses Thema längst nicht mehr randständig ist, zeigt der gemeinsame Aktionsplan von EASA und EUROCONTROL aus dem März 2026. Dort ist von einer „wachsenden Herausforderung“ und von Interferenzen die Rede, die zu einem regel- mäßigen Phänomen geworden seien. Der Plan setzt auf gemeinsame Überwachung, validierte Lagebilder, Datenaustausch, harmonisierte Verfahren und resilientere Infrastrukturen. Mit anderen Worten: Europa behandelt GNSS-Interferenz inzwischen nicht als exotisches Technikproblem, sondern als ernstes Sicherheits- und Kontinuitätsthema.
Der hensec-Beitrag zu GNSS-Risiken macht daraus eine betriebliche Folgerung. Dort werden Mobilfunknetze, Energieübertragungsnetze, Rechenzentren, Fahrzeugtechnologien und UAVs als Systeme beschrie- ben, die auf präzise Position-, Navigation- und Timing-Daten angewiesen sind.
Die Website von Luftraumüberwachung.-com hebt deshalb die integrierte GNSS-Überwachung gemeinsam mit der Droh- nendetektion besonders hervor.
Dass dies ein Alleinstellungsmerkmal sei, ist eine Anbieterposition und kein unabhängig verifizierter Marktvergleich; inhaltlich passt die Schwerpunktsetzung jedoch sehr gut zu der offiziellen europäischen Einschätzung, dass GNSS-Resilienz zu einer Grundbedingung sicherer kritischer Infrastrukturen wird.
Offene Leitstellen und digitale Souveränität sind Beschaffungskriterien
Ein weiterer Kernpunkt des Gesprächs ist die Abkehr vom Produkt-Silo. Beschrieben wird das Bedürfnis nach offenen Plattformen, die unterschiedliche Sensoriken, verschiedene Betreiber und im Ereignisfall auch mehrere Organisationen auf ein gemeinsames Lagebild bringen. Genau das formuliert der hensec-Fachbeitrag sehr deutlich: Über offene API-Schnittstellen könne die Lösung Daten an Werkschutz, Behörden oder Drohnenlagezentren weitergeben; zugleich könnten bereits vorhandene Sensoren anderer Systeme in die Plattform eingebunden werden.
Bei komplexen Rettungseinsätzen sollen so unterschiedliche Einheiten ihre eigenen Drohnen auf einer gemeinsamen Oberfläche sehen und koordinieren können.
Diese Offenheit ist kein reiner Komfortgewinn, sondern entspricht einer übergeordneten Entwicklung. Das Bundesminis- terium des Innern und für Heimat formuliert im Digitalprogramm ausdrücklich das Ziel, „digitale Souveränität“ zu festigen und „interoperable Infrastruktur“ zu schaffen.
Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik warnt zugleich vor hohen Abhängigkeiten von einzelnen US-Technologieanbietern in der öffentlichen Verwaltung, weil diese die Kontrolle über die eigene IT gefährden können.
Vor diesem Hintergrund sind die Website-Angaben „Made in EU“, „datenschutzkonform, sicher & souverän“ sowie der hensec-Hinweis auf Server in Deutschland und die Abwesenheit von Hyperscaler-Abhängigkeiten keine Nebensätze des Marketings, sondern reale Beschaffungsar- gumente.
Gerade für kritische Infrastrukturen ist das entscheidend. Wer ein Lagebild über sensible Anlagen, Bewegungsmuster und Sicherheitsvorfälle erzeugt, beschafft nicht nur Sensorik, sondern auch Datenhoheit, Schnittstellenmacht und Integrationsfähigkeit. Das Gespräch trifft deshalb einen zentralen Punkt: Zukunftsfeste Systeme müssen technologieoffen, skalierbar und in bestehende Leitstellenlandschaften integrierbar sein – sonst schaffen sie neue Abhängigkeiten, statt Resilienz zu erhöhen.
Was Betreiber jetzt priorisieren sollten
- Erstens sollten Betreiber mit Analyse statt mit Aktionismus beginnen. KAS-51 verlangt, Eingriffe Unbefugter als Gefahrenquelle mitzudenken, Sicherungsanalysen durchzuführen und daraus standortspezifische Sicherungs- ziele abzuleiten. Wo behördliche Unterstützung erforderlich ist, soll der Kontakt zu den zuständigen Behörden aktiv gesucht werden. Ein tragfähiges Luftsicherheitskonzept beginnt damit also nicht beim Katalog, sondern bei Assets, Gefährdungen, Betriebsabläufen und Eskalationsfolge.
- Zweitens ist modulare Detektionsfähigkeit der sinnvollste erste Investitionsschritt. Luftraumüberwachung.- com beschreibt das System als modular und skalierbar, geeignet für temporäre wie dauerhafte Sicherung und offen für die Integration vorhandener Sensorik. Damit lässt sich ein Lagebild aufbauen, ohne bestehende Technik zu entsorgen oder sich auf einen einzigen Sensortyp zu verlassen. Genau diese Mischlogik – bestehendes integrieren, neue Quellen ergänzen, alles auf einem Monitor zusammenführen – ist die eigentliche Zukunftsfestigkeit des Konzepts.
- Drittens sollten zivile Betreiber sehr klar zwischen rechtssicherer Detektion und riskanter aktiver Störung unterscheiden. Die Bundesnetzagentur führt Jammer in ihrer Marktüberwachung ausdrücklich als problematische Produktgruppe; bei gefährlichen oder nichtkonformen Funkanlagen kann sie Vertriebsverbote, Rückrufe oder weitere markteinschränkende Maßnahmen anordnen. Parallel warnt die EASA, dass Jamming und Spoofing erhebliche Auswirkungen auf Navigation und Betriebssicherheit haben können. Für zivile KRITIS-Umgebungen ist die Skepsis des Gesprächs gegenüber vermeintlich einfachen Jammer-Lösungen daher gut begründet. Die robuste Investition ist nicht das Versprechen der spektakulären Neutralisierung, sondern das resiliente, dokumentierte und interoperable Lagebild.
Damit lässt sich die Quintessenz des Gesprächs und der Website in einem Satz zusammenfassen: Moderne Luftraumüber- wachung ist kein Spezialwerkzeug für den Ausnahmefall mehr, sondern eine Basisschicht moderner Sicherheitsarchitekturen – dort, wo Drohnen, bemannte Luftfahrzeuge, GNSS-Störungen und eigene autonome Systeme in einem gemeinsamen operativen Bild zusammengeführt werden müssen.
Im Zentrum steht dabei die konsequente Ausrichtung auf ein konsistentes, mehrdimensionales Lagebild, das unterschiedliche Datenquellen zusammenführt und für operative Entscheidungen nutzbar macht. Der Ansatz folgt damit der grundlegenden Logik moderner Sicherheitsarchitekturen: Nicht die Einzeltechnologie ist entscheidend, sondern die Fähigkeit, heterogene Sensordaten zu korrelieren, zu plausibilisieren und in einen handlungsrelevanten Kontext zu überführen.
Sensorfusion als Grundlage der Luftraumerfassung
Die technische Umsetzung basiert auf der Kombination mehrerer komplementärer Detektionsverfahren. Dazu gehören insbesondere die Auswertung von Remote-ID- bzw. Telemetriedaten kooperativer Luftfahrzeuge, die Analyse von Funkkommunikation im relevanten Frequenzspektrum sowie radarbasierte Verfahren zur Erkennung nicht- kooperativer Objekte. Diese Form der Sensorfusion ermöglicht eine differenzierte Betrachtung des Luftraums. Kooperative Systeme können eindeutig identifiziert und zugeordnet werden, während gleichzeitig auch solche Objekte erfasst werden, die keine oder manipulierte Signale senden. Die parallele Nutzung mehrerer Datenquellen schafft zudem die Voraussetzung für eine Plausibilisierung von Informationen – ein entscheidender Faktor, um Fehlinterpreta- tionen zu vermeiden und die Qualität des Lagebildes zu erhöhen.
Passive Detektion im operativen Umfeld
Ein wesentlicher Bestandteil des Ansatzes ist der Einsatz passiver Sensortechnologien. Insbesondere passivradarbasierte Verfahren nutzen vorhandene elektromagnetische Signale aus der Umgebung und kommen ohne eigene Aussendungen aus. Für den Einsatz in kritischen Infrastrukturen ergeben sich daraus mehrere Vorteile.Zum einen entfällt die Notwendigkeit zusätzlicher frequenzrechtlicher Genehmigungen, was die Implementierung beschleunigt und vereinfacht. Zum anderen wird die bestehende elektromagnetische Umgebung nicht beeinflusst, was insbesondere in sensiblen technischen Anlagen von Bedeutung ist. Gleichzeitig bleibt die Fähigkeit zur Detektion nicht-kooperativer Flugobjekte erhalten, wodurch eine kontinuierliche Überwachung auch bei heterogenen Bedrohungslagen gewährleistet werden kann.
Funkbasierte Analyse und Identifikationsfähigkeit
Ergänzend zur passiven Radarerfassung wird die Analyse von Funkverbindungen zwischen Drohnen und Steuerungseinheiten berücksichtigt. Diese ermöglicht Rückschlüsse auf Bewegungsmuster, Kommunikationsstrukturen und potenzielle Steuerstandorte. In Kombination mit Remote-ID-Daten entsteht so ein erweitertes Bild, das über die reine Positionsbestimmung hinausgeht.
Besonders relevant ist dabei die Fähigkeit, Inkonsistenzen zwischen verschiedenen Datenquellen zu erkennen. Beispielsweise können Abweichungen zwischen ausgesendeten Identifikationsdaten und tatsächlichen Signalquellen Hinweise auf Manipulationen liefern. Diese Form der Datenkorrelation unterstützt eine differenzierte Bewertung von Flugbewegungen und trägt zur Erhöhung der operativen Sicherheit bei.
Integration von GNSS-Monitoring
Ein weiterer Baustein ist die Einbindung von GNSS-Monitoring in das Gesamtsystem. Die Erkennung von Jamming- und Spoofing-Ereignissen erweitert das Luftlagebild um eine zusätzliche Dimension, die für KRITIS-Betreiber zunehmend relevant ist. Da zahlreiche technische Systeme auf präzise Positions-, Navigations- und Zeitinformationen angewiesen sind, können Störungen in diesem Bereich unmittelbare Auswirkungen auf den Betrieb haben. Die Integration entsprechender Detektionsmechanismen ermöglicht es, solche Ereignisse frühzeitig zu erkennen und in die Lagebewertung einzubeziehen. Damit wird Luftraumüberwachung zu einem Bestandteil umfassender Resilienzstrategien.
Integration und Leitstellenfähigkeit
Auf architektonischer Ebene ist die Einbindung in bestehende Sicherheits- und Leitstellensysteme ein zentraler Aspekt. Der Ansatz von HENSEC sieht hierfür offene Schnittstellen vor, über die Sensordaten in übergeordnete Plattformen integriert werden können. Dies ermöglicht die Zusammenführung von Luftlageinformationen mit anderen sicherheitsrelevanten Datenquellen, etwa aus Videoüberwachung, Zutrittskontrolle oder IT-Sicherheitsmonito- ring.
Für KRITIS-Betreiber entsteht so ein konsolidiertes Lagebild, das organisationsübergreifend genutzt werden kann und die Koordination unterschiedlicher Akteure unterstützt. Gerade in komplexen Einsatzszenarien – etwa bei Großschadenslagen – kann die gemeinsame Visualisierung von Luftbewegungen und eigenen Einsatzmitteln einen entscheidenden Beitrag zur Effizienz und Sicherheit leisten.
Skalierbarkeit und operative Anpassungsfähigkeit
Ein weiterer technischer Vorteil liegt in der Skalierbarkeit der Systemarchitektur. Die Detektionsleistung ist grundsätzlich an die physische Präsenz von Sensoren im jeweiligen Überwachungsgebiet gebunden. Entsprechend können stationäre Installationen durch mobile Einheiten ergänzt werden, um unterschiedliche Szenarien abzudecken.
Für Betreiber bedeutet dies eine hohe Flexibilität bei der Anpassung an standortspezifische Anforderungen. Sowohl perma- nente Überwachungsstrukturen als auch temporäre Absicherungen – etwa bei besonderen Ereignissen oder erhöhten Bedrohungslagen – lassen sich auf dieser Basis realisieren.
Neben der Echtzeitverarbeitung spielt die strukturierte Speicherung und Auswertung von Daten eine zentrale Rolle. Systeme zur Luftraumüberwachung müssen in der Lage sein, Ereignisse nachvollziehbar zu dokumentieren und für Analysen verfügbar zu machen. Dies ist insbesondere im KRITIS-Umfeld relevant, wo Nachweispflichten, Audit-Anforderungen und die forensische Auswertung von Vorfällen eine wichtige Rolle spielen. Ein konsistentes Datenmanagement trägt dazu bei, Sicherheitsprozesse zu standardisieren und kontinuierlich zu verbessern.
Einordnung im KRITIS-Kontext
Der beschriebene Ansatz zeigt, wie sich Luftraumüberwachung als integraler Bestandteil moderner Sicherheitsarchitekturen umsetzen lässt. Durch die Kombination aus Sensorfusion, passiver Detektion, GNSS-Monitoring und offener Systemintegration entsteht eine technische Grundlage, die den spezifischen Anforderungen kritischer Infrastrukturen gerecht wird.
Für Verantwortliche im KRITIS-Bereich ergibt sich daraus ein klarer Mehrwert: ein belastbares, kontinuierlich verfügbares Lagebild, das sowohl präventive als auch reaktive Maßnahmen unterstützt. Gleichzei- tig wird die Grundlage geschaffen, um regulatorische Anforderungen zu erfüllen und die eigene Resilienz gegenüber komplexen Bedrohungsszenarien zu erhöhen.
Damit wird deutlich, dass moderne Luftraumüberwachung weit über die reine Detektion von Drohnen hinausgeht. Sie ent- wickelt sich zu einem vernetzten Systembaustein, der physische und elektromagnetische Aspekte gleichermaßen berück- sichtigt und in ein gemeinsames operatives Bild überführt. Genau in dieser integrierten Betrachtung liegt ihr Beitrag zur Sicherheit kritischer Infrastrukturen.
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