Minijob-Abschaffung rasiert Nettoeinkommen

Februar 19, 2026

Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung Halle plädiert für Übergangszeitraum durch den Gesetzgeber

Die vieldiskutierte Abschaffung der Minijobs in Deutschland würde nach Berechnungen des Leibniz-Instituts für Wirtschaftsforschung Halle (https://www.iwh-halle.de/) bei vier Mio. Betroffenen die Nettoeinkommen durch zusätzliche Sozialversicherungbeträge in Höhe von 4,5 Mrd. Euro im Jahr 2026 belasten.

Jobverluste als Risiko

Insgesamt gibt es in Deutschland gegenwärtig etwa sieben Mio. Minijobber. Im Durchschnitt haben diese 2024 rund 72 Prozent des maximal möglichen Minijoblohns erhalten. Eine Überführung in Vollzeitverträge in Form sozialversicherungspflichtiger Beschäftigung würde laut den Finanzwissenschaftlern zudem viele Arbeitsplätze bedrohen, zeigt die Analyse (https://www.iwh-halle.de/fileadmin/user_upload/publications/wirtschaft_im_wandel/wiwa_2026-01_trend-minijobs.pdf).

“Andererseits wird durch die Streichung von Einkommensgrenzen die bisherige Optimierung auf geringe Arbeitszeiten überflüssig und schafft für einen Teil der Beschäftigten Anreize, ihre Arbeitszeit auszuweiten. Der Gesamteffekt auf die Beschäftigung ist somit unklar”, heißt es.

Anpassung ermöglichen

Die Experten plädieren vor dem Hintergrund nicht real einschätzbarer Folgen daher für einen Übergangszeitraum durch die Politik, in dem sich die Betroffenen nach und nach an die neuen Rahmenbedingungen anpassen könnten.

Die Geringfügigkeitsgrenze beträgt ab dem 1. Januar monatlich 603 Euro beziehungsweise 7.236 Euro je Jahr. Bis zu diesem Betrag kann das Gehalt des Arbeitnehmers steuer- und sozialversicherungsfrei bleiben, während der Arbeitgeber Pauschalabgaben leistet.

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