Seit dem Inkrafttreten der europäischen NIS2-Richtlinie am 6. Dezember 2025 stehen zahlreiche Unternehmen unter wachsendem regulatorischem Druck, ihre Informationssicherheitsmaßnahmen nachvollziehbar, dokumentiert und prüfbar umzusetzen. Dennoch unterschätzen laut AirITSystems GmbH viele Organisationen weiterhin ihren tatsächlichen Handlungsbedarf.
Besonders kritisch: Die gesetzliche Registrierungsfrist bei den zuständigen Behörden ist bereits am 6. März 2026 abgelaufen. Viele Unternehmen befinden sich damit in einer Situation, in der regulatorische Anforderungen formal bereits gelten, die praktische Umsetzung jedoch noch erhebliche Lücken aufweist.
Zwischen Einzelmaßnahmen und fehlender Gesamtstrategie
Nach Einschätzung von AirITSystems verfügen zahlreiche Unternehmen zwar bereits über einzelne technische oder organisatorische Sicherheitsmaßnahmen. Häufig fehle jedoch eine belastbare Gesamtübersicht darüber, wie gut Prozesse, Verantwortlichkeiten und Sicherheitsstrukturen tatsächlich auf die Anforderungen der NIS2-Richtlinie vorbereitet seien.
Gerade diese fehlende Transparenz entwickelt sich zunehmend zu einem Problem. Denn NIS2 verlangt nicht mehr nur punktuelle IT-Sicherheitsmaßnahmen, sondern einen systematischen Governance-Ansatz mit klar dokumentierten Prozessen, Risikobewertungen und nachvollziehbaren Sicherheitsstrukturen.
Cybersicherheit wird damit immer stärker zu einer Management- und Compliance-Aufgabe auf Unternehmensebene. Unternehmen müssen nicht nur Sicherheitsmaßnahmen implementieren, sondern auch nachweisen können, wie Risiken bewertet, Systeme betrieben und Sicherheitsprozesse dokumentiert werden.
GAP-Analysen gewinnen an Bedeutung
Um bestehende Defizite sichtbar zu machen, rücken strukturierte GAP-Analysen zunehmend in den Fokus. Sie sollen Unternehmen dabei helfen, die Differenz zwischen dem aktuellen Sicherheitsniveau und den regulatorischen Anforderungen der NIS2-Richtlinie systematisch zu identifizieren.
AirITSystems stellt hierfür ein kostenfreies „NIS2 GAP Analyse Self Assessment“ zur Verfügung, das sich an den Anforderungen der ISO 27001 orientiert. Unternehmen erhalten damit eine strukturierte Ersteinschätzung ihres aktuellen Reifegrades in verschiedenen Bereichen der Informationssicherheit.
Das Self-Assessment soll dabei helfen, bestehende Sicherheitsmaßnahmen realistischer zu bewerten und notwendige Maßnahmen priorisieren zu können. Laut AirITSystems unterschätzen viele Organisationen weiterhin sowohl die Komplexität der regulatorischen Anforderungen als auch ihre eigene Betroffenheit.
NIS2 verändert Sicherheitsverständnis in Unternehmen
Die Diskussion rund um NIS2 zeigt zugleich einen grundlegenden Wandel innerhalb der Sicherheits- und IT-Branche. Informationssicherheit wird zunehmend nicht mehr ausschließlich als technische Disziplin verstanden, sondern als strategischer Bestandteil von Unternehmensführung, Betriebsstabilität und Resilienz.
Gerade Betreiber kritischer Infrastrukturen, Industrieunternehmen sowie größere mittelständische Organisationen stehen vor der Herausforderung, Sicherheitsprozesse dauerhaft auditierbar und regulatorisch belastbar aufzubauen. Dabei gewinnen strukturierte Risikoanalysen, Governance-Modelle und dokumentierte Sicherheitsprozesse zunehmend an Bedeutung.
Die Erfahrung vieler Unternehmen zeigt zudem, dass regulatorische Anforderungen häufig erst dann ernsthaft adressiert werden, wenn konkrete Fristen oder Prüfpflichten greifen. NIS2 dürfte diesen Druck auf europäische Unternehmen in den kommenden Jahren nochmals deutlich erhöhen.

