Brand auf Transportschiff vermutlich durch E-Auto ausgelöst – Experte zeigt, welche Gefahren drohen und was im Notfall zu tun is

August 10, 2023

An Bord eines Transportschiffes ist laut ersten Erkenntnissen ein Elektroauto in Brand geraten. Eine Katastrophe, die vor allem die mit Batterien betriebenen Fahrzeuge einmal mehr in den Fokus rückt und deren Sicherheit hinterfragt.

Auch Donato Muro M.Mult. verfolgt das Geschehen interessiert. „Es kommt immer häufiger zu solchen Fällen und es ist an der Zeit, darauf zu reagieren und die Handhabung von Bränden zu schulen.“ Der Ingenieur fordert eine kritische Auseinandersetzung mit der Technologie der E-Autos. In diesem Beitrag erläutert der Experte, welche Risiken von den elektrischen Fahrzeugen ausgehen – und wie die Gefahr gemindert werden kann.

Elektroautos – eine Technologie mit Risiken

Dass es immer häufiger zu Bränden von Elektroautos kommt, ist keine Überraschung. Immerhin gelten E-Autos aufgrund der in ihnen verbauten Lithium-Ionen-Batterien als anfällig für schnell entflammbare Brände. Das eigentliche Problem liegt jedoch in den weitgehend mangelhaften sowie unmodernen Löschsystemen an Bord, die Schaum oder Kohlendioxid verwenden – beide erweisen sich aber als nicht ausreichend, da sie keine Hilfe gegen die Sauerstofferzeugung der Batterien beim Brand bieten. Hier zeigt sich folglich der eigentliche Bedarf für Verbesserungen.

So gelingt die Hilfe im Ernstfall

Gerät eine Lithium-Ionen-Batterie in Brand, kann das Feuer kaum vollständig gelöscht werden – meist ist es besser, es kontrolliert abbrennen zu lassen. Zudem ist es wichtig, bei der Bekämpfung auf Löschsysteme zurückzugreifen, die einen Hochdruck-Wassernebel verwenden, statt mit Kohlendioxid zu arbeiten. Auf diese Weise wird relativ wenig Wasser eingesetzt, das aber besser beherrscht und nach Beendigung des Einsatzes schneller abgeleitet werden kann – das ist die Voraussetzung, um die Stabilität des Schiffes zu bewahren.

Nicht nur die Fachleute sind gefordert

Doch nicht alleine die Feuerwehr leistet einen Beitrag zur Vorbeugung und Bekämpfung von Bränden an E-Autos. Auch ihre Besitzer sind gefragt, regelmäßige Wartungen und gegebenenfalls die erforderlichen Reparaturen vornehmen zu lassen. Ebenso ist das korrekte Vorgehen beim Aufladen des Wagens angeraten, wofür die passenden Ladeanschlüsse verwendet werden müssen. Auch die grundlegende Kenntnis über die verbauten Batterien kann häufig schon helfen, einen Notfall zu vermeiden. Wann diese überhitzen und welche integrierten Technologien einem Brand entgegenwirken, kann sich unterscheiden.

Lohnt sich das E-Auto weiterhin?

Natürlich bleiben Brände von E-Autos nicht folgenlos. Viele Menschen fragen sich, ob der Kauf eines Elektroautos wirklich sinnvoll ist – oder ob nicht die Gefahren überwiegen. Dennoch sind mit Batterien betriebene Fahrzeuge nicht mit mehr Risiken behaftet als viele andere Güter, die auf so einem Schiff transportiert werden. Speicherzellen und Akkus lassen sich schließlich in diversen Alltagsartikeln finden. Umso mehr gilt es, der Brandbekämpfung wieder ein gezieltes Augenmerk zu widmen und dort etwaige Mängel zu beheben.

Auch eine moderne Technologie kann noch verbessert werden

Darüber hinaus leistet das Elektroauto wichtige Beiträge für den Klimaschutz, indem es den Ausstoß der Treibhausgase verringert. Die Technologie an sich sollte also nicht in Zweifel gezogen, sondern verbessert werden. Klar ist allerdings ebenso, dass sich immer mehr Reedereien – wie aktuell das norwegische Unternehmen Havila Kystruten – weigern, E-Autos auf ihren Frachtern zu transportieren. Auch hier richtet sich die Maßnahme aber nicht gegen die Fahrzeuge, sondern gegen die veralteten Systeme zur Brandbekämpfung, die künftig einer Erneuerung bedürfen.

Über Donato Muro:

Donato Muro hat Kompetenzen in den Bereichen Sicherheits- und Brandschutzingenieurwesen und in der Chemie. Zudem ist er studierter Jurist und angehender Arbeitspsychologe. Mit seiner Expertise steht Donato Muro seinen Kunden vollumfänglich zur Seite. Zu den Kunden des Inhabers mehrerer Firmen zählen vor allem Konzerne in der Industrie – also Unternehmen, bei denen Arbeitsschutz über ergonomische Schreibtischstühle hinausgeht. Weitere Informationen finden Sie unter: https://sicherheitsingenieur.nrw/

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