Sicherheitsrisiko Drohne: Schutz beginnt vor der Abwehr

Oktober 15, 2026

Drohnen können Sicherheitszonen überwinden, Abläufe stören und Organisationen verunsichern – auch ohne einen direkten Angriff. Ein neuer VdS-Lehrgang vermittelt am 7. Dezember 2026 in Köln, wie sich Risiken bewerten und Schutzkonzepte entwickeln lassen.

Drohnen sind vergleichsweise leicht verfügbar und ohne besondere Vorkenntnisse einsetzbar. Für Unternehmen, Behörden und andere Organisationen wächst damit ein Risiko, das sich nicht auf den möglichen Einsatz als Tatmittel beschränkt. Schon eine ungeklärte Sichtung über einem Betriebsgelände kann Sicherheitsprozesse auslösen, Mitarbeitende verunsichern und den Betrieb beeinträchtigen.

Zu den möglichen Szenarien zählen Ausspähung, Sabotage und Störung. Drohnen können klassische Schutzmassnahmen am Boden überwinden und gezielt zur Verunsicherung eingesetzt werden. Der versuchte Drohnenanschlag am Flughafen Leipzig/Halle, wiederholte Überflüge sensibler Einrichtungen und zahlreiche ungeklärte Sichtungen verdeutlichen die Bandbreite möglicher Lagen. Auch bei Angriffen auf Energie- und Netzinfrastrukturen ist ein Drohneneinsatz als Nachahmungsszenario denkbar.

Eine Sichtung kann den Betrieb beeinträchtigen

Drohnenvorfälle sind daher nicht allein eine technische Herausforderung. Sie berühren auch Krisenmanagement, Business Continuity, Kommunikation und die organisatorische Resilienz einer Einrichtung. Entscheidend ist, ob Zuständigkeiten, Meldewege und Entscheidungen für den Ereignisfall vorbereitet sind.

An besonders sensiblen Standorten kann eine Abwehr von Drohnen sinnvoll sein. Die Möglichkeiten aktiver Gegenmassnahmen sind jedoch rechtlich begrenzt. Zudem stehen die Kosten eines möglichen Angriffs häufig in einem Missverhältnis zu den Investitionen, die eine wirksame Detektion erfordern kann. Schutzmassnahmen müssen deshalb auf die tatsächliche Gefährdung und Schutzbedürftigkeit von Standorten und Prozessen abgestimmt sein.

Ein tragfähiges Konzept verbindet technische, organisatorische, personelle und bauliche Massnahmen. Dazu gehören eine standortbezogene Risikoanalyse, klare Melde- und Entscheidungswege, vorbereitete Sofortmassnahmen und die Zusammenarbeit mit zuständigen Behörden. Auch die Einbindung in bestehende Sicherheits-, Krisen- und Business-Continuity-Strukturen ist wesentlich.

Praxiswissen für die eigene Risikoanalyse

Der neue VdS-Lehrgang „Sicherheitsrisiko Drohne“ findet am 7. Dezember 2026 erstmals als eintägige Präsenzveranstaltung in Köln statt. Referent Torsten Hiermann vermittelt einen Überblick über Akteure, Motive und Vorgehensweisen sowie über Drohnenvorfälle im Kontext hybrider Bedrohungen. Weitere Schwerpunkte sind die Bewertung möglicher Szenarien, standort- und prozessbezogene Risikoanalysen sowie Möglichkeiten und Grenzen von Counter-UAS-Systemen zur Detektion, Identifizierung und Abwehr.

Das Seminar behandelt zudem rechtliche und organisatorische Rahmenbedingungen, Melde- und Eskalationswege sowie Sofortmassnahmen. Ziel ist es, Ansatzpunkte für ein organisationsbezogenes Drohnenschutzkonzept zu entwickeln und bestehende Sicherheits- und Reaktionsstrukturen auf ihre Praxistauglichkeit zu prüfen. Dazu zählt auch die Abstimmung zwischen Unternehmenssicherheit, Werkschutz, Business Continuity, Krisenmanagement, Technik, Recht und Kommunikation.

Das Bedrohungspotenzial dürfte sich nach Einschätzung des Referenten weiterentwickeln. Mit einer zunehmenden Verbreitung von Drohnen und ihrer Nutzung durch unterschiedliche Tätergruppen sei zu rechnen. Neben Betreibern Kritischer Infrastrukturen sollten sich deshalb auch Unternehmen, Behörden und weitere Organisationen im Rahmen eines All-Gefahren-Ansatzes mit möglichen Drohnenszenarien befassen.

Der Lehrgang richtet sich insbesondere an Verantwortliche aus Unternehmenssicherheit, Werkschutz, Krisenmanagement, Business Continuity, Facility Management, Risikomanagement und Compliance sowie an Betreiber sensibler Standorte und Kritischer Infrastrukturen.

Termin: 7. Dezember 2026, Köln
Lehrgang: Sicherheitsrisiko Drohne – VdS

Zum Referenten: Torsten Hiermann berät mit CriseConsult Unternehmen, Behörden und Regierungsinstitutionen im Krisenmanagement. Er verfügt über langjährige Erfahrung in Einsatz- und Krisenstäben sowie als Sicherheitsberater. Zu seinem beruflichen Werdegang gehören ausserdem Dozententätigkeiten an der Akademie für Krisenmanagement, Notfallplanung und Zivilschutz, ein Lehrauftrag an der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster und eine Verwendung als Offizier der Bundeswehr.

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