Sicherheitswirtschaft fordert entschlossene Reformen und stärkere Einbindung in die Sicherheitsarchitektur Deutschlands

Mai 7, 2026

Unter dem Leitmotiv „Sicherheit im Wandel – Verantwortung, Resilienz, Zukunft“ lud der Bundesverband der Sicherheitswirtschaft Vertreterinnen und Vertreter der Sicherheitswirtschaft, Politik, Behörden und Partnerorganisationen nach Berlin ein, um über die zukünftigen Herausforderungen für die innere Sicherheit, den Schutz Kritischer Infrastrukturen sowie die Rolle der privaten Sicherheitswirtschaft in Deutschland und Europa zu diskutieren. 

BDSW-Präsident Werner Landstorfer machte in seiner Rede deutlich, dass Sicherheit heute kein statischer Zustand mehr sei, sondern ein dynamischer Prozess, der Verantwortung, Resilienz und Zukunftsorientierung gleichermaßen erfordere. Angesichts geopolitischer Spannungen, hybrider Bedrohungen, technologischer Umbrüche und wachsender Anforderungen an den Schutz Kritischer Infrastrukturen komme der privaten Sicherheitswirtschaft eine immer wichtigere Rolle innerhalb der Sicherheitsarchitektur Deutschlands zu.

Landstorfer betonte, dass Sicherheit nur im engen Zusammenspiel von Staat, Wirtschaft und Gesellschaft gewährleistet werden könne. Die Sicherheitswirtschaft verstehe sich dabei als verlässlicher Partner der öffentlichen Hand. Verantwortung bedeute heute, Risiken frühzeitig zu erkennen, präventiv zu handeln und gemeinsam tragfähige Lösungen zu entwickeln. Im Mittelpunkt seiner Rede standen fünf Kernelemente der Sicherheitswirtschaft, bzw. einer modernen und resilienten Sicherheitsarchitektur: Politik als verlässlicher Rahmen und strategischer Partner, Sicherheit als Kernauftrag zum Schutz von Menschen, Daten, Prozessen und Vertrauen, Kommunikation als Grundlage für Informationsaustausch und Krisenbewältigung, Zusammenarbeit zwischen staatlichen und privaten Akteuren als gelebte Public-Private-Partnership sowie Diversität als Stärke einer modernen und anpassungsfähigen Branche. Dabei unterstrich Landstorfer insbesondere die Bedeutung funktionierender Netzwerke und vertrauensvoller Kooperationen. Sicherheit könne heute weder staatlich noch privat allein organisiert werden. Entscheidend sei das Zusammenspiel aller Beteiligten. „Wir sind besser zusammen“, lautete das zentrale Fazit seiner Rede.

Ein besonderes politisches Signal setzte der Bundestagsabgeordnete Stephan Mayer mit seinem Grußwort. Mayer hob die besonders wichtige Rolle der privaten Sicherheitswirtschaft für die gesamte Sicherheit Deutschlands hervor. Die privaten Sicherheitsunternehmen seien längst ein qualitätsorientierter und unverzichtbarer Partner in der nationalen Sicherheitsarchitektur und leisteten einen wesentlichen Beitrag zur Resilienz von Staat, Wirtschaft und Gesellschaft.
Dabei sprach sich Stephan Mayer ausdrücklich für die vom BDSW geforderten Reformen aus und unterstützte insbesondere die Forderungen nach einer Modernisierung des Bewachungsrechts, höheren und einheitlichen Qualitätsstandards, einer weiteren Professionalisierung der Aus- und Weiterbildung sowie einer engeren Zusammenarbeit zwischen staatlichen Sicherheitsbehörden und privaten Sicherheitsdienstleistern.

Auch die weiteren Referentinnen und Referenten griffen zentrale Zukunftsthemen der Sicherheitswirtschaft auf.
Florian Graf, Staatssekretär und Chef der Staatskanzlei des Landes Berlin, betonte in seinem Grußwort die Bedeutung der Sicherheitswirtschaft für die Sicherheits- und Veranstaltungsmetropole Berlin.
Dr. Timo Hauschild, Abteilungsleiter Cybersicherheit in der Wirtschaft beim Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik, sprach über resiliente NIS2-Lieferketten und die steigenden Anforderungen an Cybersicherheit und Krisenvorsorge.
Steffen Kampeter, Hauptgeschäftsführer der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände, thematisierte die Herausforderungen des Arbeitsmarktes und die Bedeutung verlässlicher wirtschaftlicher Rahmenbedingungen.
Alexander Frank, stellvertretender Generaldirektor der CoESS – Confederation of European Security Services, beleuchtete die europäische Perspektive der Krisenvorsorge und die Rolle der Sicherheitswirtschaft innerhalb der europäischen Sicherheitsarchitektur.

Im Rahmen der Veranstaltung wurde zudem der 9. BDSW-Mitarbeiterpreis verliehen. Darüber hinaus präsentierten Unternehmen und Institutionen innovative Produkte und Dienstleistungen für die Sicherheitsbranche.

Die Mitgliederversammlung machte deutlich: Die private Sicherheitswirtschaft ist bereit, ihre Verantwortung für den Schutz Deutschlands weiterhin aktiv wahrzunehmen und die Sicherheitsarchitektur gemeinsam mit Politik und Behörden zukunftsfest weiterzuentwickeln.

Related Articles

INTERPOL und Group-IB decken digitale Ausbeutungsnetzwerke auf

Content-Plattformen zunehmend für Menschenhandel missbraucht Subscription-basierte Content-Plattformen entwickeln sich zunehmend zu einem Instrument organisierter Kriminalität. Im Rahmen der gemeinsamen Operation „CyberProtect III“ haben INTERPOL, die Organisation für...

Beschlüsse der Innenministerkonferenz

Beschlüsse der Innenministerkonferenz

Roman Poseck: „Die Innenministerkonferenz in Hamburg hat wichtige Beschlüsse für ein sicheres und resilientes Deutschland gefasst.“ Die Innenministerkonferenz hat vom 17. bis zum 19. Juni in Hamburg getagt. Zu den Beschlüssen hat Hessens Innenminister Roman Poseck im...

Nach dem Anpfiff ist vor dem Angriff

Nach dem Anpfiff ist vor dem Angriff

Fußball-WM 2026: Wie Cyberkriminelle beim größten Sportereignis mitspielen Millionen Menschen weltweit fiebern mit ihren Nationalmannschaften bei der FIFA Fußball-Weltmeisterschaft in den USA. Doch während Fans Tore bejubeln, Spielstatistiken verfolgen und Livestreams...

Share This