Smartes Hightech-Textil hält den Körper kühl

November 22, 2025

Schutz bei direkter Sonneneinstrahlung – Hauttemperatur sinkt um bis zu 3,8 Grad Celsius

Ein neuer Textilstoff von Forschern der University of South Australia (https://www.unisa.edu.au/ ) und der Zhengzhou-Universität (http://international.zzu.edu.cn/ ) senkt die Hauttemperatur unter direkter Sonneneinstrahlung um zwei Grad Celsius und nachts sogar um 3,8 Grad im Vergleich zu unbedeckter Haut.

Regelung ohne Energieeinsatz

Im Gegensatz zu Baumwollstoffen, die dazu neigen, Wärme und Schweiß zu speichern, gibt das Material aus Polymilchsäure/Bornitrid-Nanoschichten aktiv Wärme ab und hält die Haut trocken, weil es für Feuchtigkeit durchlässig ist.

“Wir wollten einen intelligenten, nachhaltigen Stoff entwickeln, der die Körpertemperatur passiv reguliert, nicht durch den Einsatz von Energie, sondern durch die Nutzung natürlicher physikalischer Prozesse”, sagt Jun Ma von der Hochschule in Australien.

Überraschende Eigenschaften

Mittels Elektrospinnen, bei dem ein flüssiges Polymer durcheine feine Düse gepresst wird und die entstehende Faser mithilfe eines elektrischen Feldes gestreckt und getrocknet wird, haben die Experten die Nanoblätter aus Bornitrid in eine biologisch abbaubare Polymilchsäurefasermatrix eingebettet.

Diese Fasern werden mit klassischer Technik zu Stoffen verwoben. Das Ergebnis ist ein weißes Gewebe mit außergewöhnlich effektiver Sonnenreflexion, einer fünfmal höheren Atmungsaktivität als Baumwolle und der Fähigkeit, Wärme an die Umgebung abzugeben.

“Die Kombination aus hoher Sonnenreflexion, Wärmestrahlung und Feuchtigkeitsregulierung sorgt dafür, dass sich der Träger spürbar kühler und trockener fühlt”, unterstreicht Materialwissenschaftler Ma. Das sei vorteilhaft für Menschen, die in der Bauindustrie, im Bergbau oder in der Landwirtschaft arbeiteten.

Polymilchsäure ist vernetzte Milchsäure. Letztere wird durch Fermentation von Zucker und Stärke hergestellt. Diese Monomere werden bei erhöhter Temperatur in Gegenwart eines Katalysators zu langen Ketten verbunden. Das Ergebnis ist ein Kunststoff, der ähnliche Eigenschaften hat wie ein Polymer aus Erdöl.

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