Wachsende Anforderungen in der Cybersicherheit

April 27, 2026

Zu viele Systeme, zu wenig Überblick: Neuer Leitstand schafft Transparenz und verringert Reaktionszeiten bei IT und Security-Überwachung

Einheitliche Plattform statt isolierter Einzellösungen

Dynamisch wachsende IT- und Security-Systeme, stetig steigende Datenmengen und immer kürzere Reaktionsfenster – für die Oetker Daten- und Informationsverarbeitung KG (OEDIV) bedeutet dieses Wachstum vor allem eines: höchste Anforderungen an Transparenz, Geschwindigkeit und Betriebssicherheit. Der seit mittlerweile 12 Jahren bestehende Leitstand war den gestiegenen Ansprüchen der Kunden und der Cybersicherheit sowohl funktional und als auch ergonomisch nicht mehr gewachsen. Gemeinsam mit der Jungmann Systemtechnik GmbH & Co. KG (JST) wurde deshalb ein neuer integrierter Leitstand realisiert, der die klassische IT-Überwachung mit den neuen Aufgaben des Security-Operations-Centers (SOC) in einer Plattform vereint. Moderne Visualisierungs- und Bedienkonzepte, ergonomische Arbeitsplätze sowie eine skalierbare technische Architektur ermöglichen heute eine schnellere Reaktion auf komplexe IT- und Sicherheitslagen und erhöhen zugleich die operative Resilienz. Der in den Jahren 2024/2025 installierte neue Leitstand unterstützt OEDIV dabei, den hohen Qualitätsanspruch im 24/7-Betrieb dauerhaft sicherzustellen und zugleich die Basis für zukünftige Aufgaben zu schaffen.

Als zentrale Steuerungsinstanz gewährleistet der Leitstand bei OEDIV in Bielefeld einen stabilen und sicheren IT-Betrieb. Mit dem Ausbau der Leistungen, der Übernahme zusätzlicher Security-Aufgaben sowie den gestiegenen gesetzlichen Anforderungen aus CRA, NIS-2 und dem KRITIS-Dachgesetz erreichte das vorhandene Betriebsmodell seine Leistungsgrenzen. „Die Anzahl der Systeme, Anwendungen und Sicherheitsanforderungen ist in den vergangenen Jahren massiv gestiegen. Ohne eine neue Struktur wäre das nicht mehr beherrschbar gewesen“, erklärt Sami Kteiche, Executive Manager Operations Command bei OEDIV. Seit vielen Jahren sichert das Unternehmen mit einem 24/7-Leitstand das Monitoring von Rechenzentren sowie komplexen IT- und Applikationslandschaften. Neben klassischer IT-Überwachung gehören heute auch Gebäudeleittechnik, physische Sicherheit sowie Analyse und Behebung von Incidents zum täglichen Betrieb. Mit rund 12.000 Vorfällen pro Jahr und einer Erstlösungsquote von etwa 86 Prozent ist der Leitstand das operative Herzstück des Unternehmens. Mit wachsender Kundenzahl, steigender Systemvielfalt und der Einführung eines Security-Operations-Centers nahm auch die Komplexität der IT- und Sicherheitslandschaft deutlich zu. Die Zahl der Monitore stieg, Bedienkonzepte wurden vielfältiger. Mit der wachsenden Systemvielfalt erhöhte sich das Risiko von Informationsüberlastung und Reaktionsverzögerungen. Zugleich rückten ergonomische Aspekte stärker in den Fokus, um dieser Entwicklung gezielt entgegenzuwirken.

Zur Erfüllung der Anforderungen den Leitstandbetrieb neu gedacht

Ziel von OEDIV war es, den Leitstand nicht nur technisch zu modernisieren, sondern strategisch neu aufzustellen. Ein zentraler Anspruch bestand darin, den klassischen IT-Leitstand und das Security-Operations-Center nicht länger getrennt zu betreiben. Stattdessen sollten beide Aufgabenbereiche in einem gemeinsamen Team und einer integrierten Leitstandstruktur gebündelt werden. Darüber hinaus sollte die neue Lösung konsequent auf den 24/7-Betrieb ausgelegt sein und dem aktuellen Stand der Technik entsprechen. Eine klare, zentrale Übersicht über alle relevanten Systeme war ebenso gefordert wie eine deutliche Reduktion des Bedienaufwands. Insbesondere die Vielzahl an Einzelmonitoren wurde als Ursache für Unübersichtlichkeit und potenzielle Fehlerquellen identifiziert. Trotz wachsender Komplexität sollte der Leitstand besseren Überblick gewährleisten, schnellere Reaktionen ermöglichen und gleichzeitig Ergonomie sowie Nutzerfreundlichkeit erhöhen. Dafür wurden zwei klar definierte Hightech-Bereiche geschaffen: Leitstand und Security-Operations-Center – mit jeweils eigener Videowall sowie einem Teamleiterarbeitsplatz und einem ergänzenden Besprechungsraum.

Ein weiterer Fokus lag auf dem Nachhaltigkeits-Aspekt. Die neue Leitstandumgebung ist skalierbar ausgelegt und unterstützt perspektivisch auch zusätzliche Aufgaben wie den Ausbau des SOC, ein mögliches Network-Operations-Center aber auch Themen wie Automatisierung und KI. Als IT-Dienstleister versteht OEDIV den Leitstand zugleich als hochwertige Arbeitsumgebung und als sichtbares Aushängeschild des Unternehmens. Das attraktive Arbeitsumfeld soll die Motivation des Teams stärken und die Gewinnung neuer Mitarbeitender erleichtern.

Technologische Weiterentwicklung als Schlüssel für die Entscheidung

Bereits seit über einem Jahrzehnt arbeitet OEDIV mit der Jungmann Systemtechnik aus Hamburg/Neu Wulmstorf zusammen. Diese Erfahrung spielte auch bei der Entscheidung für den neuen Leitstand eine zentrale Rolle. Neben der hohen technischen Qualität waren insbesondere der Service, die persönliche Erreichbarkeit und die innovative Weiterentwicklung vorhandener Lösungen entscheidend für die weitere Zusammenarbeit Zu den wesentlichen Argumenten zählte die Möglichkeit, der zunehmenden Tool- und Quellenvielfalt mit klaren Visualisierungskonzepten zu begegnen. Statt immer mehr Monitore einzusetzen, wollte OEDIV die vorhandene Fläche effizienter nutzen. Jungmann konnte hierfür konkrete Lösungen aufzeigen, um Übersichtlichkeit und Ergonomie deutlich zu optimieren.

Die Entscheidung zur Kooperation mit dem Jungmann-Team zahlte sich im Projektverlauf aus. Die Zusammenarbeit verlief strukturiert, lösungsorientiert und mit kurzen Reaktionszeiten. „Gerade in komplexen Projekten zeigt sich, wie wichtig eine partnerschaftliche Zusammenarbeit ist. Unser Anspruch war es, gemeinsam mit OEDIV eine nachhaltige und zukunftssichere Leitstandlösung zu realisieren“, sagt Michael Hallbauer, Projektmanager bei Jungmann.

Moderne Leitstandarchitektur als Basis für effiziente IT- und Security-Überwachung

Auf dieser vertrauensvollen ließ sich das Projekt entsprechend ambitioniert umsetzen: Der neue Leitstand entstand nicht als schrittweise Erweiterung, sondern als vollständiger Neubau. Die alten Strukturen wurden vollständig zurückgebaut und die Räumlichkeiten inklusive Boden, Wänden und Elektroinstallationen neu gestaltet. So entstand ein integrierter Operations- und Security-Leitstand, der klassische IT-Überwachung und Security-Aufgaben in einer gemeinsamen Umgebung bündelt – mit Platz für bis zu elf Mitarbeitende pro Schicht.
Die JST-Kontrollraumexperten übernahmen Planung und Umsetzung der gesamten Leitstandausstattung. Neben der IP-basierten KVM-Technologie JST MultiStreaming® mit SplitView-Option kommen die sogenannten JST CommandPads® zum Einsatz. Sie erlauben die souveräne Belegung und Bedienung aller Displays von einem einzigen Arbeitsplatz aus. Ein Fingertipp reicht, um gewünschte Quellen aufzuschalten. Zusätzlich sorgt die Alarmierungssoftware PixelDetection® mit visuellen und akustischen Signalen dafür, dass relevante Veränderungen sofort wahrgenommen werden: Audio-Komponenten und LED-Streifen an Pulten und Videowalls stellen sofortige Aufmerksamkeit im Ereignisfall sicher. Das JST GrabberVM®-System ermöglicht die Einbindung virtueller Maschinen über RDP-Zugriffe und VM-Driver, wodurch sowohl zentrale als auch verteilte Systeme einheitlich dargestellt werden können. Höhenverstellbare Kontrollraumpulte und personalisierte Arbeitsplätze sorgen für ergonomische Arbeitsbedingungen im 24/7-Betrieb. Ein weiteres Highlight ist die Software JST myLogin®, durch die mit einer individuellen Keycard eine schnelle, unkomplizierte Anmeldung erfolgt. Die Mitarbeitenden erhalten automatisch beispielsweise ihre individuelle Tischhöhe sowie persönliche Bildschirm-Layouts.

Zentralisierte Überwachungsplattform sorgt für schnellere Reaktionen und transparente Abläufe

Raumplanung und technische Upgrades tragen bei OEDIV zu deutlich verbesserten Arbeitsbedingungen bei. Klassische Aufgaben eines IT-Leitstands und zusätzliche Security-Anforderungen werden von einem einheitlichen Team abgedeckt. Die Mitarbeitenden können zwischen den Aufgabenbereichen rotieren, was nicht nur eine bessere Personaleinsatzplanung, sondern auch eine hohe Flexibilität bei Ausfällen ermöglicht. Im täglichen Betrieb bietet der neue Leitstand eine zentrale Übersicht über IT, Security, Gebäude und Rechenzentren. Alle relevanten Informationen sind permanent sichtbar und nicht mehr von aktiver Bedienung abhängig. Die visuelle Unterstützung lenkt die Aufmerksamkeit gezielt auf kritische Ereignisse. Die Komplexität wurde trotz der gewachsenen Aufgabenlandschaft deutlich reduziert und führte zu stabileren und effizienteren Arbeitsprozessen.
Der neue Leitstand hat sich bereits bewiesen. Dank der eingeführten SplitView-Technologie lassen sich alle relevanten Überwachungsinhalte übersichtlich und gleichzeitig darstellen. Ohne diese Lösung bestünde die Gefahr, dass wichtige Informationen übersehen werden. „Zudem haben wir nun genug Platz für neue Mitarbeitende im Zuge des SOC. Die moderne Gestaltung, personalisierte Arbeitsplätze und bessere Ergonomie sind klare Vorteile für uns,“ so Kteiche abschließend.

Mehr Informationen erhalten Sie unter: https://www.jungmann.de
Hier ein kurzes Video-Portrait des neuen Leitstands: https://www.youtube.com/watch?v=eL1swxl1pfM

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