Video Surveillance as a Service verspricht zentrale Verwaltung, flexible Speicherung und KI-gestützte Auswertung. MarketsandMarkets erwartet, dass der weltweite Markt bis 2032 auf 12 Milliarden US-Dollar wächst. Doch mit der neuen Architektur wachsen auch die Anforderungen an Datenschutz, Netze und IT-Sicherheit.
Die Kamera bleibt an der Wand. Doch Speicherung, Verwaltung und Auswertung der Bilder wandern zunehmend ins Netz. Unter dem Begriff Video Surveillance as a Service (VSaaS) bündeln Anbieter diese Funktionen in cloudbasierten Plattformen. Unternehmen können damit mehrere Standorte zentral überwachen, Aufnahmen aus der Ferne abrufen und Analysefunktionen nach Bedarf nutzen. Bezahlt wird häufig im Abonnement.
MarketsandMarkets schätzt den weltweiten Markt für 2026 auf 5,88 Milliarden US-Dollar. Bis 2032 soll das Volumen auf 12,01 Milliarden US-Dollar steigen – ein jährliches Wachstum von 12,6 Prozent. Als Treiber nennt das Marktforschungsunternehmen den Bedarf an Fernüberwachung und Echtzeitanalyse, den Ausbau cloudbasierter Systeme sowie den Wunsch, Investitionen in eigene Server und Speichertechnik zu begrenzen.
Der Wandel bedeutet nicht, dass lokale Systeme verschwinden. Besonders dynamisch entwickeln sich laut Bericht hybride Modelle: Sie verbinden vorhandene Infrastruktur vor Ort mit cloudbasierter Verwaltung und Auswertung. Aufnahmen können lokal gespeichert werden, während autorisierte Beschäftigte von anderen Standorten darauf zugreifen. Das ist für Organisationen interessant, die Cloud-Funktionen nutzen, zugleich aber Anforderungen an Datenhaltung, Reaktionszeit oder Netzverfügbarkeit erfüllen müssen.
Mit der Cloud wächst auch der Anspruch an die Bildanalyse. KI-Systeme sollen Personen, Fahrzeuge und Gegenstände erkennen, Ereignisse einordnen und bei Auffälligkeiten Alarm auslösen. MarketsandMarkets zählt die Objekt- und Erkennungstechnik zu den wichtigen Marktsegmenten. Ob sie den Sicherheitsbetrieb tatsächlich verbessert, hängt jedoch von ihrer Zuverlässigkeit ab. Fehlalarme kosten Zeit und können das Vertrauen in automatisierte Meldungen schwächen.
Zugleich wird die Überwachung Teil einer komplexeren IT-Architektur. Bilder werden über IP-Netze übertragen und teils in externen Rechenzentren gespeichert. Zugriffskontrollen, Verschlüsselung, Speicherorte und grenzüberschreitende Datenübermittlungen rücken damit stärker in den Mittelpunkt. Der Bericht nennt regulatorische Anforderungen und den hohen Bandbreitenbedarf als mögliche Wachstumshemmnisse. Edge Computing, bei dem Daten direkt an der Kamera oder in ihrer Nähe verarbeitet werden, kann Übertragungswege verkürzen. Eine tragfähige Cyber- und Datenschutzstrategie ersetzt es nicht.
Die Einsatzfelder reichen vom Einzelhandel und Gesundheitswesen über Industrie und Verkehr bis zur kritischen Infrastruktur. Zu den im Bericht genannten Anbietern zählen Verkada, Cisco, Motorola Solutions, Securitas, Mobotix, Axis Communications und Milestone Systems. Der Markt bringt damit Kamerahersteller, Software- und Cloud-Anbieter sowie Sicherheitsdienstleister zusammen.
VSaaS verlagert also nicht einfach Aufnahmen von einem lokalen Speicher in ein Rechenzentrum. Es macht Videoüberwachung zu einem fortlaufenden IT-Dienst. Dessen Wert bemisst sich nicht allein an der Zahl vernetzter Kameras, sondern daran, ob Systeme verlässlich erkennen, sicher betrieben werden und sich in bestehende Abläufe einfügen.
Die Prognose von 5,88 auf 12,01 Milliarden US-Dollar und die Wachstumsrate von 12,6 Prozent entsprechen der Marktübersicht und der Pressemitteilung von MarketsandMarkets. www.marketsandmarkets.com Die dort genannten Chancen und Hürden umfassen unter anderem KI-Analyse, hybride Systeme, Datenschutz, regulatorische Anforderungen und Bandbreite. www.marketsandmarkets.com

