Wie und wo Digitalisierung messbaren Mehrwert schafft
Bildungseinrichtungen in Europa, dem Nahen Osten und darüber hinaus stehen vor einer anspruchsvollen Balanceaufgabe. Schulen, Hochschulen und Universitäten müssen ihre Sicherheitsstandards modernisieren, ohne ihre notwendige Offenheit einzuschränken. Der Schutz von Menschen, Sachwerten und sensiblen Daten gehört ebenso zur Fürsorgepflicht wie die Gewährleistung freier Beweglichkeit für Lehrkräfte, Studierende, Mitarbeitende und Besucher. Gleichzeitig sind Budgets begrenzt, während die Erwartungen an Komfort und Nutzerfreundlichkeit steigen. Ein zeitgemäßes Zutrittsmanagement muss Sicherheit, Effizienz und Wirtschaftlichkeit miteinander verbinden – und kann, richtig umgesetzt, den gesamten Bildungsbetrieb nachhaltig verbessern.
Komplexe Nutzerstrukturen erfordern flexible Lösungen
Ein Bildungscampus vereint unterschiedlichste Nutzergruppen mit variierenden Zutrittsanforderungen und ständig wechselnden Zeitplänen. Lehrkräfte, Studierende, Verwaltungspersonal, externe Dienstleister und Gäste nutzen dieselben Gebäude zu unterschiedlichen Tages- und Nachtzeiten. Dort, wo noch mechanische Schließsysteme zum Einsatz kommen – häufig über weitläufige Areale hinweg –, ist der Verwaltungsaufwand erheblich.
Verlorene oder unkontrolliert kopierte Schlüssel stellen ein erhebliches Sicherheitsrisiko dar und führen oft zu kostenintensiven Schließanlagenwechseln. Die manuelle Pflege von Zutrittsrechten für hunderte oder tausende Personen ist ineffizient und fehleranfällig. Zudem erschweren veraltete Systeme die transparente Übersicht darüber, wer sich aktuell auf dem Gelände befindet, oder eine schnelle Reaktion im Notfall, etwa bei einer notwendigen Zugangssperre. Facility- und Sicherheitsverantwortliche suchen daher zunehmend nach intelligenten Zutrittslösungen, die Echtzeittransparenz, zentrale Steuerung und geringeren Wartungsaufwand ermöglichen. Parallel dazu erwartet eine zunehmend digitalaffine Nutzergruppe – insbesondere Studierende – komfortable, digitale Lösungen, etwa mobile Zutrittsberechtigungen auf dem eigenen Smartphone.
Physische und digitale Risiken wachsen zusammen
Aktuelle Zahlen unterstreichen die Dringlichkeit einer stärker vernetzten Sicherheitsstrategie. Hochschulen gelten als besonders gefährdet für Cyberangriffe; allein im Vereinigten Königreich kursieren Schätzungen zufolge Millionen kompromittierter Zugangsdaten im Darknet. Diese Entwicklung verdeutlicht die zunehmende Verschmelzung physischer und digitaler Risiken. Wenn ein einzelnes kompromittiertes Benutzerkonto sowohl den Zugang zu Gebäuden als auch zu internen Netzwerken ermöglicht, sind Betrieb, Reputation und Forschungsintegrität einer Institution gleichermaßen bedroht.
Digitale, physische Zutrittslösungen mit sofort widerrufbaren, anpassbaren und nachvollziehbaren Berechtigungen schließen diese Sicherheitslücke. Mobile digitale Identitäten, die zentral verwaltet und im Bedarfsfall in Sekunden deaktiviert werden können, gelten zunehmend als grundlegender Baustein moderner Bildungsinfrastruktur.
Digitalisierung als strategischer Lösungsansatz
Die Digitalisierung des Zutrittsmanagements bietet einen klaren Weg nach vorn. ASSA ABLOY verfügt über umfassende Erfahrung in der digitalen Absicherung von Bildungsimmobilien und unterstützt Einrichtungen dabei, sichere, flexible und benutzerfreundliche Umgebungen zu schaffen. Das Portfolio reicht vom Perimeterschutz über intelligente Gebäudelösungen bis hin zur elektronischen Sicherung sensibler Bereiche wie Serverräume. Die Systeme lassen sich mit nahezu jeder gängigen Zutrittsmanagement-Software integrieren und können lokal, cloudbasiert oder als Software-as-a-Service betrieben werden.
Für Sicherheits- und Facility-Manager bedeuten programmierbare Schlösser und digitale Identitäten einen deutlichen Effizienzgewinn. Verlorene Karten oder mobile Berechtigungen lassen sich sofort sperren, ohne mechanische Komponenten austauschen zu müssen. Zutrittsrechte können ortsunabhängig vergeben, angepasst oder entzogen werden – stets dokumentiert durch eine lückenlose Protokollierung. Gleichzeitig steigt die Flexibilität: Digitale Berechtigungen lassen sich zeit- und bereichsbezogen konfigurieren, etwa für Abendveranstaltungen, Prüfungsphasen oder externe Vermietungen, ohne den Überblick zu verlieren.
Für Lehrende und Lernende wiederum erhöht die Kombination aus Komfort und Sicherheit die Akzeptanz der Systeme und schafft Vertrauen in eine geschützte Lernumgebung.
Regulierung als Treiber der Digitalisierung
Auch regulatorisch wird der digitale Wandel unterstützt. Die Norm EN/IEC 60839 definiert funktionale und interoperable Anforderungen an elektronische Zutrittssysteme, während EN 179 und EN 1125 sichere Fluchtwege gewährleisten. Die Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) regelt den transparenten Umgang mit personenbezogenen und Zutrittsdaten, ergänzt durch nationale Vorgaben zur Nutzung biometrischer Verfahren. Hinzu kommt die EU-Richtlinie NIS2, die zahlreiche Forschungseinrichtungen erstmals explizit in die Pflicht nimmt, physische und digitale Sicherheitsmaßnahmen ganzheitlich zu stärken. Bei Verstößen drohen empfindliche Sanktionen – ein weiterer Anreiz, bestehende Zutrittsinfrastrukturen zu modernisieren.
Entsprechend wächst der Markt: Der europäische Markt für Sicherheitslösungen an Schulen und Campussen wurde 2025 auf rund 920 Millionen Euro geschätzt und zeigt weiterhin dynamisches Wachstum, getrieben durch Modernisierungs- und Digitalisierungsprojekte.
Praxisbeispiele aus dem Bildungsalltag
Sicherheit und Flexibilität im Fokus
Der Innovationscampus The Camp nahe Aix-en-Provence benötigte ein Zutrittssystem, das rund um die Uhr wechselnde Nutzerströme abbilden kann. Mit kabellosen Aperio®-Komponenten und einer zentralen Plattform werden alle Zugänge campusweit gesteuert. Berechtigungen lassen sich in Echtzeit anpassen, verlorene Ausweise sofort deaktivieren und sensible Bereiche gezielt schützen – bei gleichzeitig geringem Energieverbrauch und Wahrung der architektonischen Gestaltung.
Effiziente Schlüsselverwaltung durch Digitalisierung
An der Vejle Friskole in Dänemark band die Verwaltung mechanischer Schlüssel wöchentlich mehrere Arbeitsstunden. Mit dem SMARTair®-System wurden individuelle digitale Berechtigungen eingeführt. Verlorene Schlüssel gehören der Vergangenheit an; Änderungen erfolgen per Mausklick. Der Verwaltungsaufwand sank erheblich, während die Gebäude flexibler genutzt werden können.
Kosten- und Risikoreduzierung in kommunalen Einrichtungen
Im französischen Villiers-le-Bel verursachten Schlüsselverluste regelmäßig hohe Kosten. Die Umstellung auf CLIQ®-Zylinder und programmierbare Schlüssel ermöglicht heute eine sofortige Sperrung verlorener Berechtigungen und eine zentrale Steuerung über den Webbrowser. Die Lösung reduziert Kosten, erhöht die Sicherheit und ist gleichzeitig skalierbar.
Auf dem Weg zum intelligenten, sicheren Campus
Die digitale Transformation im Bildungswesen schreitet zügig voran – nicht nur in der Lehre, sondern auch im Gebäudemanagement. Steigende regulatorische Anforderungen, neue Bedrohungsszenarien und der Wunsch nach effizienteren Abläufen treiben den Wandel. Insbesondere hybride Cyber- und physische Risiken machen ein modernes Zutrittsmanagement unverzichtbar. Schätzungen zufolge sind mehr als 40 Prozent der britischen Universitäten wöchentlich Angriffen ausgesetzt – mobile, digital verwaltete Berechtigungen bieten hier einen wirkungsvollen Schutzmechanismus.
Ob Grundschule oder internationaler Universitätscampus: Drahtlose, intelligente Zutrittslösungen ermöglichen eine wirtschaftliche, sichere und zukunftsfähige Kontrolle aller Zugänge. Sie unterstützen nicht nur Compliance und Risikominimierung, sondern auch Vertrauen, Offenheit und Flexibilität – zentrale Voraussetzungen für den Bildungsauftrag.
Weitere Informationen zu digitalen Zutrittslösungen von ASSA ABLOY finden Sie unter:
www.assaabloy.com/group/emeia/solutions/topics/access-control


