Elektronische Schließsysteme werden seit Jahren mobiler, flexibler und digitaler. Doch bislang blieb meist eine letzte Abhängigkeit: Neue Berechtigungen mussten über einen stationären Updater oder ein Smartphone auf den Schlüssel gelangen. ASSA ABLOY will genau diese Lücke schließen. Mit eCLIQ FLASH bringt das Unternehmen einen elektronischen Schlüssel auf den Markt, der seine Berechtigungen selbst über Mobilfunk abruft – ohne App, ohne Bluetooth-Kopplung und ohne zusätzliches Endgerät.
Zum 100-jährigen Jubiläum der Marke IKON präsentiert ASSA ABLOY mit eCLIQ FLASH nach eigenen Angaben den weltweit ersten elektronischen Schlüssel mit integrierter Mobilfunkverbindung. Die neue Lösung nutzt NB-IoT und LTE-M, um aktualisierte Schließberechtigungen direkt aus dem CLIQ Web Manager auf den Schlüssel zu übertragen. Für den Anwender genügt ein Tastendruck; ein Smartphone oder stationärer Updater wird nicht benötigt.
Gerade in weitläufigen Schließanlagen könnte dieser Ansatz die tägliche Organisation deutlich vereinfachen. Erhält beispielsweise ein Servicetechniker während eines Einsatzes einen zusätzlichen Auftrag, kann der Administrator die erforderliche Berechtigung unmittelbar im CLIQ Web Manager vergeben. Der Nutzer ruft die Aktualisierung anschließend direkt über den Schlüssel ab. Zusätzliche Wege zu einem Update-Punkt oder die Abhängigkeit von einem mobilen Endgerät entfallen.
Mobilfunk statt Smartphone
Die Besonderheit des FLASH liegt vor allem darin, dass die Aktualisierung der Zutrittsrechte vollständig in das Schlüsselmedium verlagert wird. Smartphone-gestützte Prozesse können zwar flexibel sein, bringen aber zusätzliche organisatorische Voraussetzungen mit sich. Nicht jeder Beschäftigte oder externe Dienstleister verfügt über ein geeignetes Firmenhandy, private Endgeräte sind in sicherheitskritischen Umgebungen häufig nicht vorgesehen, und unterschiedliche Betriebssysteme, Softwarestände oder Bluetooth-Verbindungen können zusätzlichen Supportaufwand verursachen.
ASSA ABLOY trennt den Berechtigungsprozess deshalb bewusst vom Smartphone. Updates und Validierungen können direkt über die integrierte Mobilfunkverbindung erfolgen. Für Betreiber reduziert sich damit die Zahl der beteiligten Geräte und Schnittstellen, während Nutzer den Schlüssel ohne zusätzliche App oder technische Vorbereitung einsetzen können. Besonders bei wechselnden Teams, externen Dienstleistern oder räumlich verteilten Einsatzorten kann dies den administrativen Aufwand spürbar reduzieren.
NB-IoT und LTE-M für verteilte Anlagen
Für die Kommunikation nutzt eCLIQ FLASH sowohl Narrowband Internet of Things als auch LTE-M. Beide Mobilfunkstandards sind für vernetzte Geräte mit vergleichsweise geringem Energiebedarf ausgelegt und sollen sich hinsichtlich Reichweite und Verfügbarkeit ergänzen. ASSA ABLOY hebt insbesondere die Gebäudedurchdringung von NB-IoT hervor, die eine Kommunikation auch in Bereichen unterstützen soll, in denen klassische Funkverbindungen an Grenzen stoßen können.
Damit richtet sich die Lösung insbesondere an Betreiber großflächiger oder dezentral organisierter Anlagen. Industrieareale, Energieversorger, technische Infrastrukturen und andere sicherheitskritische Standorte zählen zu den naheliegenden Einsatzfeldern. Gerade dort treffen häufig hohe Anforderungen an Verfügbarkeit auf strenge Vorgaben für physische und digitale Sicherheit.
Die Datenübertragung innerhalb des eCLIQ-Systems ist nach Herstellerangaben Ende-zu-Ende mit AES-128 verschlüsselt. Schließberechtigungen werden im browserbasierten CLIQ Web Manager verwaltet, Änderungen können standortunabhängig vorgenommen und relevante Ereignisse nachvollzogen werden.
Ein Monat Betrieb pro Akkuladung
Technisch unterscheidet sich FLASH auch bei der Energieversorgung von bisherigen eCLIQ-Schlüsseln. Statt einer austauschbaren Batterie verfügt das Modell über einen integrierten Akku, der über USB-C geladen wird. Eine Akkuladung soll laut ASSA ABLOY für einen Monat Nutzung bei bis zu 800 Schließvorgängen, mehreren hundert Berechtigungsaktualisierungen und zusätzlichen Statusmeldungen ausreichen.
Nach einer Entladung um 80 Prozent soll der Akku innerhalb von zwei Stunden wieder vollständig geladen sein. Für den Außeneinsatz ist der Schlüssel nach IP67 gegen Staub und Wasser geschützt. Optische und akustische Signale unterstützen zudem die Rückmeldung an den Anwender.
Fünf Schlüssel für unterschiedliche Einsatzprofile
Mit dem neuen FLASH wächst das eCLIQ-Portfolio auf fünf Schlüsselvarianten. Neben Basic und Professional stehen der Bluetooth-fähige Connect, der energieautarke SPARK und nun der mobilfunkfähige FLASH zur Verfügung. Betreiber können damit unterschiedliche Nutzergruppen und Einsatzprofile innerhalb eines einheitlichen Systems abbilden.
Alle Varianten sind mit den mehr als 60 verfügbaren eCLIQ-Schließzylindertypen kompatibel und lassen sich innerhalb einer Anlage parallel einsetzen. Bestehende Installationen können dadurch um weitere Schlüsseltypen ergänzt werden, ohne dass bereits verbaute Zylinder ausgetauscht werden müssen. Gerade für heterogene Nutzerstrukturen kann diese Mischbetriebsfähigkeit ein wichtiger Vorteil sein.
Auch SPARK geht in die nächste Generation
Parallel zum Marktstart des FLASH hat ASSA ABLOY auch den eCLIQ SPARK weiterentwickelt. Das Grundprinzip bleibt unverändert: Der Schlüssel erzeugt die für den Schließvorgang benötigte Energie selbst und kommt vollständig ohne Batterie oder Akku aus. Die neue Generation erhält ein überarbeitetes Design mit Kunststoffschieber; zugleich wurde nach Herstellerangaben die Funktionsstabilität weiter verbessert.
FLASH und die neue SPARK-Generation sollen noch 2026 über den Fachhandel verfügbar sein.
Der Schlüssel wird zum vernetzten Endpunkt
Die eigentliche Bedeutung des eCLIQ FLASH liegt weniger in einem einzelnen Feature als in der Verschiebung der Systemarchitektur. Bislang war der elektronische Schlüssel häufig auf ein weiteres Medium angewiesen, um neue Berechtigungen zu erhalten. Nun übernimmt der Schlüssel selbst die Kommunikationsfunktion.
Damit wird aus dem klassischen Identmedium zunehmend ein eigenständiger vernetzter Endpunkt innerhalb der Zutrittskontrolle. Für Betreiber kann das besonders dort interessant werden, wo Berechtigungen häufig wechseln, Nutzer mobil arbeiten oder Standorte weit verteilt sind.
ASSA ABLOY verbindet mit eCLIQ FLASH damit drei bisher oft getrennte Anforderungen: mobile Berechtigungsvergabe, unabhängige Kommunikation und physische Zutrittskontrolle in einem einzigen Schlüssel.Gerade in komplexen Infrastrukturen könnte genau diese Kombination den Unterschied zwischen digitaler Flexibilität und operativer Praxistauglichkeit ausmachen.



