Der Fachkongress Videosicherheit/Zutrittssteuerung des BHE Bundesverband Sicherheitstechnik hat sich erneut als zentrale Plattform für den fachlichen Austausch in der Sicherheitsbranche etabliert. Am 21. und 22. April 2026 kamen rund 260 Teilnehmerinnen und Teilnehmer in Brücken zusammen, um sich über aktuelle technologische Entwicklungen, regulatorische Anforderungen und praxisnahe Anwendungen zu informieren. Sowohl die begleitende Fachausstellung als auch die Teilnehmerplätze waren vollständig ausgebucht – ein deutliches Signal für die anhaltend hohe Relevanz integrierter Sicherheitslösungen.
Im Fokus des zweitägigen Programms standen insbesondere die zunehmende Konvergenz von Videosicherheit und Zutrittssteuerung sowie deren Einbettung in übergreifende Sicherheitsarchitekturen. In zwei parallel laufenden Vortragssträngen wurden die Themenfelder „Videosicherheit inklusive Perimeterschutz“ und „Zutrittssteuerung“ differenziert, zugleich aber im Kontext vernetzter Systeme betrachtet.
Die Bandbreite der Beiträge reichte von modernen, KI-gestützten Videoanalysen über vernetzte Perimeterlösungen bis hin zu skalierbaren Zutritts- und Besuchermanagementsystemen – insbesondere mit Blick auf Anforderungen in Kritischen Infrastrukturen (KRITIS). Deutlich wurde dabei: Die technologische Entwicklung schreitet schneller voran als je zuvor, wird jedoch zunehmend durch regulatorische Rahmenbedingungen geprägt.
So standen unter anderem die neuen Anwendungsregeln der IEC 62676-4:2025 im Mittelpunkt, die als Referenz für Planung, Betrieb und Qualitätssicherung von Videosicherheitslösungen dienen.
Parallel dazu wurde die praktische Umsetzung des Cyber Resilience Act diskutiert – insbesondere im Hinblick auf Herstellerverantwortung, Updatefähigkeit und Sicherheitsanforderungen über den gesamten Lebenszyklus vernetzter Systeme.
Auch rechtliche Fragestellungen rund um KI-gestützte Videoanwendungen gewannen an Gewicht. Themen wie Datenschutz, Transparenz und Nachvollziehbarkeit algorithmischer Entscheidungen wurden vor dem Hintergrund aktueller europäischer Regulierung intensiv beleuchtet.
Ein besonderer Mehrwert des Kongresses lag im starken Praxisbezug. Zahlreiche Vorträge zeigten konkrete Projektbeispiele aus Industrie, Handel und KRITIS-Bereichen, in denen integrierte Sicherheitslösungen bereits erfolgreich implementiert wurden. Dabei wurde deutlich, dass moderne Sicherheitskonzepte zunehmend als Teil ganzheitlicher Resilienzstrategien verstanden werden – mit enger Verzahnung von physischer Sicherheit, IT-Sicherheit und organisatorischen Prozessen.
Dialogorientiert und Netzwerk
Den Abschluss bildete eine Podiumsdiskussion zur Verhinderung von Einbruchskriminalität in Industrie, Handel und Kritischen Infrastrukturen. Expertinnen und Experten diskutierten gemeinsam mit dem Publikum die Leistungsfähigkeit moderner Technologien – aber auch deren Grenzen, etwa im Hinblick auf rechtliche Restriktionen oder wirtschaftliche Skalierbarkeit.
Flankiert wurde der Kongress von einer Fachausstellung mit 22 Anbietern, die aktuelle Lösungen aus den Bereichen Videoüberwachung, Perimeterschutz und Zutrittskontrolle präsentierten. Der traditionelle Branchentreff am Abend des ersten Veranstaltungstags bot darüber hinaus Raum für informellen Austausch und Networking.
Mit seiner klaren Fokussierung auf technologische Innovation, regulatorische Entwicklungen und praxisnahe Anwendungsszenarien bestätigt der BHE-Fachkongress seine Rolle als wichtiger Impulsgeber der Branche. Die nächste Ausgabe des Formats ist für 2028 geplant.


