dormakaba übernimmt Airsphere und baut Flughafengeschäft aus

Juli 30, 2026

Mit der Akquisition des Softwareanbieters Airsphere erweitert dormakaba sein Portfolio für Flughäfen um digitale Lösungen für Passagierabfertigung, E-Gates und Airport-Logistik. Die Übernahme zeigt zugleich, wie stark physische Sicherheit und softwarebasierte Prozesssteuerung an Flughäfen zusammenwachsen.

dormakaba baut sein Geschäft mit Flughäfen aus und übernimmt die deutsche Airsphere GmbH. Das auf Passagier-Managementsysteme spezialisierte Softwareunternehmen bringt Lösungen mit, die bereits an mehr als 250 Flughäfen weltweit eingesetzt werden. Die Transaktion wurde am 18. Mai 2026 abgeschlossen.

Für dormakaba ist die Akquisition mehr als eine Erweiterung des bestehenden Flughafenportfolios. Der Konzern ergänzt seine Kompetenzen rund um Zutritt und physische Sicherheit um Software, mit der sich Passagierprozesse automatisieren und Abläufe innerhalb komplexer Flughafeninfrastrukturen steuern lassen. Damit rücken Sicherheits- und Prozesslösungen enger zusammen.

Software für mehr als 8.000 E-Gates

Airsphere wurde 2010 gegründet und hat seinen Sitz in Seefeld in Deutschland. Das Unternehmen konzentriert sich auf Software für die automatisierte Passagierabfertigung und Airport-Prozesse.

Zu den bekanntesten Lösungen zählt GateControl, eine Software zur Steuerung von E-Gates. Nach Unternehmensangaben kommt sie weltweit an mehr als 8.000 automatisierten Gates zum Einsatz. Insgesamt werden über Systeme von Airsphere jährlich mehr als eine Milliarde Passagiere abgefertigt.

Die internationale Präsenz ist entsprechend groß: Lösungen des Unternehmens werden unter anderem an den Flughäfen London Heathrow, München, Frankfurt, Amsterdam, Peking, Newark, Orlando, Wien, Zürich, Singapur, Hongkong und Bangalore eingesetzt.

Damit erhält dormakaba Zugang zu einer bereits breit etablierten Softwareplattform in einem Markt, in dem Automatisierung zunehmend an Bedeutung gewinnt. Flughäfen müssen hohe Passagierzahlen effizient abwickeln und gleichzeitig Sicherheitsanforderungen, Verfügbarkeit und einen möglichst reibungslosen Reiseprozess miteinander verbinden.

Physischer Zutritt trifft digitale Prozesssteuerung

Strategisch interessant ist die Übernahme vor allem an der Schnittstelle zwischen physischer und digitaler Infrastruktur. Automatisierte Gates sind längst nicht mehr lediglich Türen mit elektronischer Zutrittsberechtigung. Identitätsprüfung, Passagierdaten, Berechtigungen, Sensorik und physische Zugangssysteme müssen innerhalb weniger Sekunden zusammenspielen.

Mit Airsphere erweitert dormakaba sein Angebot daher um eine Softwareebene, die unmittelbar in solche Prozesse eingebunden ist. Das Unternehmen will damit insbesondere die Automatisierung von Passagierprozessen, Airport-Logistik und Sicherheitsanwendungen im Umfeld kritischer Infrastrukturen adressieren.

„Diese Übernahme stärkt unser globales Geschäft im Bereich Flughäfen“, erklärte Till Reuter, CEO von dormakaba. Airsphere verfüge über ein breites Produktportfolio, das das bestehende Angebot des Konzerns ergänze. Ziel sei es, Passagierprozesse an Flughäfen und bei Fluggesellschaften durch höhere Effizienz weiter zu verbessern.

Airsphere bleibt eigenständig

Airsphere soll auch nach der Übernahme als eigenständiges Unternehmen am Markt tätig bleiben. Das rund 20 Spezialisten umfassende Team wird sowohl bestehende Airsphere-Kunden als auch Kunden von dormakaba betreuen.

Finanzielle Einzelheiten der Transaktion veröffentlichten die Unternehmen nicht. dormakaba erwartet nach eigenen Angaben allerdings bereits vom ersten Tag an einen positiven Beitrag der Akquisition zum Gewinn je Aktie.

Für den Schweizer Konzern stärkt die Übernahme eine Position in einem sicherheitskritischen Markt, der zunehmend von der Verbindung aus Zutrittskontrolle, Identitätsmanagement, Automatisierung und Software geprägt wird. Gerade an internationalen Flughäfen entscheidet nicht mehr allein die einzelne Sicherheitskomponente über Leistungsfähigkeit und Sicherheit. Gefragt sind integrierte Systeme, die physische Zugangspunkte mit digitalen Prozessen verbinden und zugleich große Passagierströme zuverlässig bewältigen können.

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