Lünendonk-Studie 2026 sieht steigenden digitalen Reifegrad, neue Servicemodelle und zusätzliche Marktchancen
Der deutsche Facility-Service-Markt ist 2025 weiter gewachsen. Nach Angaben der aktuellen Lünendonk-Studie stieg das Marktvolumen um 2,7 Prozent auf 68,7 Milliarden Euro. Die 76 untersuchten Unternehmen erzielten im Durchschnitt ein Umsatzplus von 6,2 Prozent.
Besonders dynamisch entwickelten sich Technische Service Provider mit einem durchschnittlichen Wachstum von 9,6 Prozent. Die zehn umsatzstärksten Anbieter kamen demgegenüber auf ein Plus von 4,7 Prozent.
Trotz des weiterhin schwierigen konjunkturellen Umfelds blickt die Branche insgesamt zuversichtlich auf die kommenden Jahre. Bis 2030 erwarten die befragten Facility-Service-Unternehmen jährliche Umsatzsteigerungen zwischen 6,1 und 6,4 Prozent.
Regulatorik erhöht Anforderungen an den Gebäudebetrieb
Zusätzliche Impulse entstehen nach Einschätzung von Lünendonk durch wachsende regulatorische Anforderungen an den Betrieb von Immobilien. Dazu zählen unter anderem Vorgaben im Zusammenhang mit dem KRITIS-Dachgesetz.
Mit steigenden Anforderungen an Resilienz, Reporting, Transparenz und nachvollziehbare Betriebsprozesse wächst zugleich der Bedarf an strukturierten und überprüfbaren Daten. Standardisierte Datenströme, die Betriebs- und Zustandsinformationen möglichst aktuell verfügbar machen, gewinnen damit an Bedeutung.
Datenkompetenz entwickelt sich laut Studie zunehmend zu einer wesentlichen Voraussetzung für einen regulatorisch konformen und transparenten Gebäudebetrieb.
Digitalisierung erreicht zunehmend den operativen Service
Auch bei der Digitalisierung des operativen Betriebs zeigt die Studie Fortschritte. Elf Prozent der befragten Unternehmen setzen bereits KI-gestützte oder automatisierte Lösungen in der Immobilienbewirtschaftung ein.
Bei 30 Prozent der Anbieter werden operative Services bereits über eine integrierte Systemlandschaft gesteuert. Rund ein weiteres Drittel arbeitet mit standardisierten digitalen Prozessketten.
Die Geschwindigkeit der Digitalisierung wird allerdings weiterhin durch Investitionshürden begrenzt. 64 Prozent der Dienstleister nennen fehlende Budgets beziehungsweise eine geringe Investitionsbereitschaft als größtes Hindernis für eine schnellere digitale Transformation.
Facility Services erweitern ihr Leistungsspektrum
Neben der Digitalisierung verändert sich auch das Geschäftsmodell vieler Anbieter. Führende Facility-Service-Unternehmen bauen ihr Portfolio zunehmend über klassische Gebäudedienstleistungen hinaus aus. Akquisitionen unterstützen diese Entwicklung zusätzlich.
Dabei rückt der gesamte Lebenszyklus einer Immobilie stärker in den Fokus. Ein Viertel der Studienteilnehmer beobachtet, dass Auftraggeber Facility-Service-Anbieter künftig bereits in frühen Planungsphasen von Gebäuden einbinden.
Gleichzeitig erschließen sich Dienstleister neue Tätigkeitsfelder in industriellen Umgebungen. Dazu zählen insbesondere produktionsnahe Sekundärprozesse, die bislang häufig außerhalb des klassischen Facility Managements lagen.
Jörg Hossenfelder, geschäftsführender Gesellschafter von Lünendonk & Hossenfelder, sieht darin eine Weiterentwicklung des bisherigen Verständnisses von integriertem Facility Management. „Neue Servicemodelle entwickeln das bisherige Konzept des integrierten Facility Managements weiter“, erklärt Hossenfelder.
Ein breiteres Leistungsspektrum könne nach seiner Einschätzung die Widerstandsfähigkeit des Marktes erhöhen. Gleichzeitig stelle die Entwicklung sowohl Anbieter als auch Auftraggeber vor Veränderungen bestehender Prozesse und Rollen. „Das erfordert Mut zur Veränderung – schafft aber die Grundlage für ein resilientes Marktgefüge“, so Hossenfelder.
Markt entwickelt sich breiter und technologiegetriebener
Die Ergebnisse der Studie zeigen insgesamt einen Facility-Service-Markt, der sich trotz konjunktureller Unsicherheiten weiterentwickelt. Wachstum entsteht zunehmend nicht nur aus klassischen Gebäudedienstleistungen, sondern auch aus technologischen Lösungen, regulatorisch getriebenen Anforderungen und neuen Servicemodellen.
Digitalisierung, Datenmanagement und eine stärkere Integration in den gesamten Immobilienlebenszyklus dürften damit künftig weiter an Bedeutung gewinnen.
Die Lünendonk-Studie 2026 „Facility Service in Deutschland“ basiert auf den Angaben von 76 Unternehmen sowie auf Hintergrundgesprächen und kontinuierlicher Marktbeobachtung. Sie enthält unter anderem Langzeit- und Segmentauswertungen und ist bei Lünendonk & Hossenfelder zum Preis von 2.500 Euro zuzüglich Mehrwertsteuer erhältlich.

