Ein Jahr Cell Broadcast in Baden-Württemberg 

Februar 23, 2024

Minister Thomas Strobl: „Die letzten 12 Monate haben gezeigt: Cell Broadcast ermöglicht es uns, eine Vielzahl von Menschen im Ernstfall einfach und schnell zu erreichen“ 

„Im Fall einer drohenden Gefahr oder im Schadensfall ist es entscheidend, dass wir die Bevölkerung warnen und den Menschen Handlungsempfehlungen geben. Das erste Jahr seit der Einführung von Cell Broadcast hat gezeigt: Mit Cell Broadcast erreichen wir einfach und schnell eine Vielzahl von Menschen direkt über das Mobiltelefon: Das Handy schrillt sehr laut und spielt eine Warnmeldung ab. Gleichzeitig setzen die Behörden in Baden-Württemberg den neuen Warnkanal mit großer Sorgfalt ein“, sagte der Stv. Ministerpräsident und Innenminister Thomas Strobl am 23. Februar 2024 in Stuttgart.

In Baden-Württemberg wurden bisher zehn Warnmeldungen über Cell Broadcast herausgegeben. Das neue Warnmittel kam hierbei insbesondere bei Bränden und beim Fund von Weltkriegsbomben zum Einsatz.

Seit Ende Februar 2023 steht der Warnkanal Cell Broadcast dem Bund, den Ländern und den Kommunen als weiterer Warnkanal zur Verfügung. Cell Broadcast ist ein Dienst zum Versenden von Nachrichten an alle Nutzerinnen und Nutzer, deren Mobilfunkendgeräte sich in einem bestimmten Abschnitt des Mobilfunknetzes, einer sogenannten Funkzelle, befinden. „Der große Vorteil von Cell Broadcast ist, dass mittlerweile fast jede Bürgerin und jeder Bürger ein Handy besitzt und hierdurch potentiell Empfängerin oder Empfänger einer Cell Broadcast-Nachricht sein kann“, betonte Innenminister Thomas Strobl.

„Um die Bevölkerung im Ernstfall in ganz unterschiedlichen Lebenssituationen – sei es auf dem Arbeitsweg, beim Sport oder zu Hause auf dem Sofa – zu erreichen, setzen wir auf einen Warnmix und nutzen neben Cell Broadcast auch Warn-Apps wie NINA oder BIWAPP sowie die Warnung über Rundfunk- und Fernsehanstalten, Zeitungsredaktionen oder Onlinedienste“, so Innenminister Thomas Strobl.

Vorteile und Grenzen des Warnkanals Cell Broadcast in der Übersicht

Der Warnkanal Cell Broadcast hat unter anderem folgende Vorteile:

  • Die Bürgerinnen und Bürger müssen zur Nutzung von Cell Broadcast keine App herunterladen oder ihre Handynummer registrieren.
  • Der Versand einer Warnmeldung über Cell Broadcast wird nicht durch ein erhöhtes Aufkommen an Mobilfunkgesprächen beeinflusst. Selbst wenn eine Gesprächseinwahl in einer Funkzelle wegen Überbuchung nicht möglich ist, hat dies keinen Einfluss auf die Datenübertragung einer Warnmeldung über Cell Broadcast. Die Warnmeldung wird laut Angaben des Bundesamtes für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe ohne Verzögerung versandt.
  • Mehrsprachige Warnungen sind möglich, aktuell in den Sprachen Deutsch und Englisch.
  • Cell Broadcast hat insbesondere folgende Grenzen:
  • Um Cell Broadcast empfangen zu können, muss ein entsprechendes Mobilfunkendgerät, das die technischen Voraussetzungen erfüllt, genutzt werden. Für den Empfang von Cell Broadcast darf sich das Endgerät nicht im Flugmodus befinden oder außerhalb der Hörweite aufbewahrt werden.
  • Bei Störungen oder Stromausfall ist Cell Broadcast nur verfügbar, wenn auch die Mobilfunkzellen vor Ort verfügbar sind.
  • ·Cell Broadcast hat eine Zeichenbeschränkung. Um mehr Informationen zu einer Gefahrensituation zu erhalten, müssen die betroffenen Bürgerinnen und Bürger zwingend weitere Warnmittel wie Warn-Apps oder Radio und Fernsehen nutzen.

Was gilt es bei Cell Broadcast darüber hinaus zu beachten?

  • Regelmäßige Update der Betriebssysteme von Mobilfunkendgeräten sind für die Empfangsfähigkeit von Cell Broadcast-Warnmeldungen notwendig.
  • Grundsätzlich kann der Empfang von Cell Broadcast-Warnmeldungen in Abhängigkeit vom Mobilfunkendgerät und der jeweiligen Software auf dem Mobilfunkendgerät individuell unterdrückt werden. Warnmeldungen mit der höchsten Warnstufe (Warnstufe 1) können in Cell Broadcast jedoch nicht unterdrückt werden.
  • Über Cell Broadcast kann bisher keine Entwarnung versendet werden.

Hintergrundinformationen zur Warnung der Bevölkerung

In Baden-Württemberg können die für die Gefahrenabwehr zuständigen Behörden das Modulare Warnsystem (MoWaS) zur Warnung der Bevölkerung einsetzen. Warnmeldungen können damit auf möglichst vielen Wegen verbreitet werden, um so einen möglichst großen Teil der Bevölkerung zu erreichen. Derzeit sind an MoWaS die Warn-Apps

NINAKATWARN und BIWAPP, einige regionale Warn-Apps, Cell Broadcast, Rundfunk- und Fernsehanstalten, Zeitungsredaktionen und Onlinedienste, digitale Stadtinformationstafeln und einige Verkehrsunternehmen angeschlossen. Alle Warnmeldungen über MoWaS werden auch auf der vom Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe betriebenen Internetseite www.warnung.bund.de veröffentlicht. In Zukunft sollen auch Sirenen an MoWaS angeschlossen werden. Alle angeschlossenen Warnmittel können über MoWaS zeitgleich und mit einer Eingabe ausgelöst werden.

Die Zahl der Warnmeldungen, die in den vergangenen Jahren über MoWaS herausgegeben wurde, ist kontinuierlich angestiegen. Nach 189 Warnmeldungen im Jahr 2020 und 222 Warnmeldungen im Jahr 2021, war die Zahl der Warnmeldungen im Jahr 2022 auf 259 Warnmeldungen angestiegen. Im Jahr 2023 lag die Anzahl mit 256 Warnmeldungen auf dem Niveau des Vorjahres.

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