Unternehmen bei New Work gespaltet

Februar 20, 2024

  • Zwei Drittel sehen sich beim Thema New Work mindestens als Vorreiter
  • Jedes sechste Unternehmen hält New Work für „Firlefanz

Die große Mehrheit der Unternehmen steht vor der Herausforderung, ihre Arbeitskultur anzupassen, um im Wettbewerb um neue Talente bestehen zu können. 86 Prozent geben an, sie müssten ihre Arbeitskultur modernisieren, um für junge Bewerberinnen und Bewerber attraktiv zu sein, 60 Prozent stellen fest, dass die Unternehmenskultur verglichen mit dem Gehalt an Bedeutung gewinnt. Und drei Viertel (75 Prozent) meinen, dass Unternehmen, die sich dem Thema New Work verschließen, im Wettbewerb nicht mehr bestehen werden. Das sind Ergebnisse einer Befragung von 604 Unternehmen ab 20 Beschäftigten in Deutschland im Auftrag des Digitalverbands Bitkom. „Die Arbeitswelt hat sich in den vergangenen Jahren grundlegend verändert. Wir sehen einen wachsenden Wunsch nach mehr Flexibilität, Selbstbestimmung und Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben. Darauf müssen die Unternehmen angesichts des Fachkräftemangels reagieren und entsprechende Angebote machen“, sagt Bitkom-Hauptgeschäftsführer Dr. Bernhard Rohleder. „Dabei geht es nicht nur um die Möglichkeit, auch mobil von zu Hause oder einem anderen Ort aus zu arbeiten, sondern es geht um die gesamte Unternehmenskultur.“

Viele Unternehmen tun sich schwer mit dem Thema New Work

Zwei Drittel der Unternehmen (67 Prozent) meinen, dass das Thema New Work von großer Bedeutung für die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Wirtschaft ist. Die meisten sehen sich dabei gut aufgestellt: 17 Prozent sehen sich bei New Work an der Spitze, 46 Prozent verorten sich unter den Vorreitern. Zwar meint nur 1 Prozent, den Anschluss verpasst zu haben, aber rund jedes Dritte (30 Prozent) sieht sich als Nachzügler. 15 Prozent fehlt es an Know-how zum Thema im Unternehmen. 17 Prozent sagen, für „so einen Firlefanz wie New Work“ kein Geld zu haben – und 13 Prozent halten das Thema nur für einen Hype, der bald wieder vorüber ist. Rohleder: „New Work ist auch eine Antwort auf den Wertewandel gerade bei jüngeren Beschäftigten.  Wer sich dem verschließt, wird es schwer haben.“

Bitkom veranstaltet Konferenz Work & Culture

New Work und Fragen einer zeitgemäßen Arbeits- und Unternehmenskultur sind auch Themen der Work & Culture, die der Bitkom am 7. März in Berlin veranstaltet. Die Konferenz findet erstmals im Rahmen der TRANSFORM (6./7. März) in der Station Berlin statt. Unter anderem geht es um die die Auswirkungen von Künstlicher Intelligenz auf die Arbeitswelt sowie den Einsatz generativer KI-Anwendungen in der Personalarbeit, aber auch um Talentgewinnung in Zeiten des Fachkräftemangels. Mit dabei sind unter anderem Birgit Bohle (Vorständin Personal & Recht, Deutsche Telekom), Claudia Köpnick (Vice President HR, BMW), Prof. Dr. Isabell Welpe (Technische Universität München), Andreas Enneking (HR Executive Advisor, SAP Deutschland) sowie Dr. Josephine Hofmann (Stv. Institutsdirektorin Forschungsbereich Arbeitsgestaltung und Unternehmensentwicklung, Fraunhofer IAO). 

Eine Akkreditierung für Medienvertreter zur Work & Culture und zur TRANSFORM ist möglich unter: transform.show/presse

Hinweis zur Methodik: Grundlage der Angaben ist eine Umfrage, die Bitkom Research im Auftrag des Digitalverband Bitkom durchgeführt hat. Dabei wurden 604 Unternehmen ab 20 Beschäftigten in Deutschland telefonisch befragt. Die Befragung fand im Zeitraum von KW 1 bis KW 6 2024 statt. Die Umfrage ist repräsentativ. Die Fragestellungen lauteten „Wie würden Sie die Bedeutung von ’New Work’ für die Wettbewerbsfähigkeit von Unternehmen in Deutschland einschätzen?“, „Wo würden Sie Ihr eigenes Unternehmen beim Thema ’New Work’ einordnen?“ und „Inwieweit treffen die folgenden Aussagen auf Ihr Unternehmen bzw. Ihrer Meinung nach zu?“

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