Intersec 2026: Präventive Sicherheit als Schlüssel zur Resilienz von Golf-Megaprojekten

Januar 4, 2026

Großprojekte im Nahen Osten verändern nicht nur Skylines, sondern auch das Verständnis von Sicherheit. Giga- und Megaprojekte wie NEOM, AlUla oder Diriyah stehen für einen Paradigmenwechsel in Stadtentwicklung, Tourismus, Energie- und Infrastrukturplanung. Die Intersec 2026, die vom 12. bis 14. Januar 2026 im Dubai World Trade Centre stattfindet, rückt genau diesen Wandel in den Fokus: Sicherheit wird nicht länger als nachgelagerte Betriebsfunktion betrachtet, sondern als strategischer Bestandteil der Masterplanung.

Im Rahmen des International Security Leaders’ Summit zeigt die Intersec 2026, wie eine frühzeitige, integrierte Sicherheitsarchitektur zum entscheidenden Enabler für Resilienz, Skalierbarkeit und langfristigen Projekterfolg werden kann – insbesondere in hochkomplexen, multi-sektoralen Entwicklungsumfeldern.

Sicherheit als integraler Bestandteil der Masterplanung

Zentrales Thema des Gipfels ist die Verlagerung von Sicherheit „nach vorne“ in den Planungsprozess. Anstatt Sicherheitslösungen erst in der Betriebsphase zu implementieren, werden Sicherheitsverantwortliche zunehmend bereits in der Konzept- und Designphase eingebunden.

Malcolm Smith, Public Safety Excellence Director der Royal Commission of AlUla, beschreibt diesen Ansatz als grundlegenden Strukturwandel: Sicherheit werde heute als Kernpfeiler der Gesamtplanung verstanden – gleichrangig mit Architektur, Mobilität oder Besucherführung. Durch die frühe Einbindung von Sicherheitsexperten lasse sich sicherstellen, dass Menschen, Prozesse und Technologien von Beginn an aufeinander abgestimmt seien und mit städtebaulichen Zielen, Tourismusströmen und betrieblichen Anforderungen harmonierten.

Gerade bei regionalen Megaprojekten, die Bereiche wie Kulturerbe, Tourismus, Energie, Verkehr und Wohnen vereinen, entstehen hochdifferenzierte Risikoprofile. Eine fragmentierte Sicherheitsplanung würde hier schnell an ihre Grenzen stoßen. Stattdessen ist ein ganzheitlicher, governance-basierter Ansatz gefragt, der sektorübergreifend funktioniert.

Komplexität und Koordination als zentrale Herausforderung

Die Dimension dieser Projekte bringt neue Herausforderungen mit sich. Megaprojekte sind nicht nur groß, sondern auch organisatorisch und technologisch hochkomplex. Öffentliche und private Sicherheitsinteressen treffen aufeinander, ebenso wie unterschiedliche regulatorische Anforderungen und Betreiberstrukturen.

Smith verweist insbesondere auf die Schwierigkeit, Systeme zu integrieren, die sowohl öffentliche als auch private Räume abdecken. Sicherheitslösungen müssen gleichzeitig hohe Anforderungen an Resilienz, Compliance und Schutz erfüllen – und dennoch den Erwartungen an Besucherkomfort und Nutzererlebnis gerecht werden. Dies erfordert eine enge Abstimmung zwischen Architekten, Technologieanbietern, Sicherheitsbehörden, Regulatoren und späteren Betreibern. Skalierbarkeit wird dabei zu einem entscheidenden Kriterium: Systeme müssen mit dem Wachstum der Projekte mitwachsen können, ohne an Wirksamkeit zu verlieren.

Technologie, KI und Infrastrukturresilienz

Auch aus technologischer Sicht rückt Intersec 2026 das Thema Resilienz in den Mittelpunkt. Jake Phillips, Group Security Director bei IHS Towers, einem der weltweit größten unabhängigen Betreiber von Kommunikationsinfrastruktur, betont die zentrale Rolle von Sicherheitsinnovation für die Stabilität kritischer Netze.

Gerade im Bereich KI-gestützter Sicherheitslösungen sieht Phillips einen Kulturwandel. Während Künstliche Intelligenz häufig mit Skepsis und dystopischen Szenarien assoziiert werde, zeige die Praxis zunehmend, dass KI ein Instrument für präzisere, effizientere und resilientere Sicherheitsarchitekturen sein könne – vorausgesetzt, sie werde verantwortungsvoll eingesetzt und transparent in bestehende Strukturen integriert.

Für die Resilienz moderner Megaprojekte sind sichere Kommunikations- und Datennetze unverzichtbar. Sicherheitskonzepte müssen daher physische, digitale und organisatorische Ebenen zusammendenken.

Internationaler Austausch auf Entscheider-Ebene

Das Panel „Regional Vision, Global Solutions: Embedding Security Innovation into Megaprojects“, das am Eröffnungstag der Intersec 2026 stattfindet, bringt führende internationale Akteure zusammen. Neben Malcolm Smith und Jake Phillips nehmen unter anderem Abu Ahmed vom britischen Innenministerium (UK Home Office), Scott Paterson von der Walt Disney Company sowie Eddie Reyes von RTSG teil.

Neben der Integration von Sicherheit in milliardenschwere Entwicklungsprojekte werden auch Beschaffungspraktiken, regulatorische Herausforderungen und Lessons Learned aus regionalen und internationalen Megaprojekten diskutiert. Ziel ist es, übertragbare Modelle zu identifizieren und den globalen Austausch bewährter Verfahren zu fördern.

Intersec als Plattform für strategischen Dialog

Für Dishan Isaac, Show Director der Intersec bei Messe Frankfurt Middle East, hat sich der Security Leaders’ Summit zu einer zentralen Plattform für strategische Diskussionen entwickelt. Die Konferenz richte sich gezielt an Führungskräfte, die Verantwortung für nationale Vermögenswerte, kritische Infrastrukturen und intelligente Umgebungen tragen. Im Fokus der Ausgabe 2026 stehen Governance-Modelle, technologische Integration und Führungskompetenz als Voraussetzungen für adaptive und belastbare Sicherheitsökosysteme.

Größte Intersec aller Zeiten

Mit über 1.200 Ausstellern aus mehr als 60 Ländern, fünf zentralen Themenbereichen – Homeland Security & Policing, Cybersecurity, Commercial & Perimeter Security, Fire & Rescue sowie Health & Safety – und erwarteten über 50.000 Fachbesuchern wird die Intersec 2026 die bislang größte Ausgabe in der 27-jährigen Geschichte der Messe.

Ergänzt wird das Programm durch weitere Fachformate wie die Fire & Rescue Conference, die Health & Safety Conference, das Access Control Theatre und das SIRA Forum, die ein breites Spektrum aktueller Sicherheits-, Schutz- und Brandschutzthemen abdecken.

Die Veranstaltung steht unter der Schirmherrschaft von Seiner Hoheit Sheikh Mansoor Bin Mohammed bin Rashid Al Maktoum und wird strategisch unterstützt vom General Command of Dubai Civil Defense (DCD) sowie der Security Industry Regulatory Agency (SIRA).

Fazit

Intersec 2026 verdeutlicht, dass Sicherheit in Megaprojekten nicht länger reaktiv gedacht werden kann. Frühzeitig eingebettete Sicherheitskonzepte, abgestimmte Governance-Strukturen und der intelligente Einsatz neuer Technologien entwickeln sich zu zentralen Erfolgsfaktoren für die Resilienz komplexer urbaner Systeme. Die Messe positioniert sich damit nicht nur als Produktschau, sondern als strategische Denkplattform für die nächste Generation integrierter Sicherheitsarchitekturen – im Golfraum und weit darüber hinaus.

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