Die Keenfinity Group strukturiert ihr Geschäft im Bereich Videoüberwachung und intelligente Videoanalyse neu und startet mit Iqsight eine eigenständige Marken- und Geschäftseinheit. Unter dem neuen Namen werden künftig sämtliche Aktivitäten rund um Kameratechnologien und KI-basierte Videoanalyse gebündelt. Auch bestehende Produkte aus diesem Technologiefeld, die bisher unter der Marke Bosch geführt wurden, sollen schrittweise auf den Namen Iqsight umgestellt werden.
Strategische Neuausrichtung nach Eigentümerwechsel
Die Keenfinity Group entstand im Zuge der Übernahme der ehemaligen Geschäftsbereiche Video, Access and Intrusion sowie Communication von Bosch Building Technologies. Die Transaktion wurde im Dezember 2023 angekündigt und am 1. Juli 2024 abgeschlossen. Insgesamt umfasst die Organisation rund 4.300 Mitarbeitende an mehr als 90 Standorten weltweit.
Während einer definierten Übergangsphase bleibt die Marke Bosch im Markt präsent, langfristig erfolgt jedoch die vollständige Migration hin zur neuen Markenidentität Iqsight. Gleichzeitig betont das Unternehmen, dass die technologische Basis und das bestehende Know-how erhalten bleiben und weiterhin die Grundlage für die Produktentwicklung bilden.
Fokus auf KI und datenbasierte Entscheidungsprozesse
Nach Angaben des Unternehmens soll Iqsight künftig verstärkt auf KI-gestützte Videofunktionen setzen, um Sicherheitsprozesse effizienter zu gestalten. Ziel ist es, relevante Ereignisse schneller zu erkennen, Daten kontextbezogen auszuwerten und Entscheidungsprozesse in sicherheitskritischen Umgebungen zu unterstützen.
Sabrina Stainburn, CEO von Iqsight, verweist darauf, dass Kunden zunehmend auf verlässliche Informationen angewiesen seien, da Sicherheitsumgebungen komplexer und dynamischer würden. Die Lösungen von Iqsight sollen daher präzise Warnmeldungen und belastbare Analysen liefern, um frühzeitig Muster zu erkennen und fundierte Entscheidungen zu ermöglichen. Gleichzeitig baut das Unternehmen auf einem technologischen Fundament von mehr als sechs Jahrzehnten Entwicklungserfahrung im Bereich professioneller Videosicherheit auf.
„Intelligence First“: Analyse direkt am Edge
Ein zentraler Bestandteil der neuen Strategie ist ein sogenannter „Intelligence-First“-Ansatz. Dabei werden Analysefunktionen direkt am Edge – also in den Kameras beziehungsweise nahe an der Datenquelle – integriert. Die Verarbeitung erfolgt bevorzugt innerhalb bestehender Video-Management-Systeme (VMS), während Cloud-Dienste gezielt nur dort eingesetzt werden sollen, wo sie einen klaren Mehrwert bieten.
Diese Architektur soll eine hohe Systemleistung gewährleisten, ohne die Infrastruktur unnötig zu verkomplizieren oder zusätzliche Betriebskosten zu verursachen. Gleichzeitig zielt das Konzept darauf ab, aus Videodaten praxisrelevante Erkenntnisse zu generieren, die sowohl Sicherheitsprozesse als auch betriebliche Abläufe unterstützen.
Vorstellung neuer Lösungen auf der ISC West
Im Rahmen der Sicherheitsmesse ISC West in Las Vegas (25.–27. März) will Iqsight erstmals ein breiteres Portfolio an KI-basierten Lösungen präsentieren. Die Anwendungen richten sich unter anderem an Bildungseinrichtungen, Behörden, kritische Infrastrukturen, den Transportsektor sowie Smart-City-Umgebungen.
Zu den angekündigten Schwerpunkten zählen:
- Analysesoftware zur Objektklassifizierung, Zählung sowie Attributerkennung – etwa Fahrzeugmodelle oder Bekleidungsmerkmale – zur Unterstützung proaktiver Sicherheitsstrategien
- GenAI-gestütztes Szenenverständnis, das komplexe Situationen interpretiert, ohne auf spezifische Trainingsszenarien angewiesen zu sein
- Eine neue Plattformarchitektur, die die aktuelle Kamerageneration antreibt, darunter Modelle wie Flexidome dual 7100i IR, Autodome 7100i IR und die Dinion 7100s Serie
- Skalierbare, evidenzbasierte Analyseergebnisse in Kooperation mit etablierten VMS-Anbietern wie Genetec und Milestone
Kontinuität trotz neuer Markenidentität
Mit Iqsight verfolgt die Keenfinity Group eine strategische Positionierung, die Innovation und Kontinuität verbinden soll. Während die Marke neu am Markt auftritt, bleibt der Fokus auf leistungsfähiger Videosicherheit im Premiumsegment bestehen. Ziel ist es, Sicherheitsverantwortlichen Werkzeuge bereitzustellen, die operative Abläufe verbessern, Risiken frühzeitig erkennen und datenbasierte Entscheidungen erleichtern.

