KÖTTER Unternehmensgruppe trotzt der Rezession – Wachstum aus eigener Kraft

Februar 19, 2026

In einem wirtschaftlichen Umfeld, das von Insolvenzen, Investitionszurückhaltung und struktureller Unsicherheit geprägt ist, setzt die KÖTTER Unternehmensgruppe ein deutliches Zeichen. Der Facility-Services-Anbieter steigerte seinen Umsatz im Geschäftsjahr 2025 nahezu ausschließlich organisch um 6,6 Prozent auf 770 Millionen Euro. Parallel wuchs die Zahl der Beschäftigten um 2,5 Prozent auf 16.400 Mitarbeitende.

Für das Familienunternehmen, das zu den zehn größten Facility-Services-Anbietern in Deutschland zählt und innerhalb der Sicherheitsbranche als größtes Familienunternehmen gilt, ist das mehr als nur eine stabile Entwicklung. Es ist ein Signal für Resilienz in einer Phase, die vielfach als tiefste Wirtschaftskrise der Bundesrepublik beschrieben wird.

Sicherheitsgeschäft als Wachstumstreiber

Im Zentrum der Expansion steht die Sparte Security. Neue Mandate und Auftragserweiterungen – insbesondere im Umfeld kritischer Infrastrukturen (KRITIS), etwa bei Flughäfen, Rechenzentren und IT-Dienstleistern – sorgten für zusätzliche Impulse. Flankiert wurde das Wachstum durch die Integration eines norddeutschen Sicherheitstechnik-Spezialisten.

Strategisch setzt das Unternehmen auf integrierte 360-Grad-Sicherheitskonzepte: Beratung, personelle Sicherheitsdienste, Sicherheitstechnik, Cyber Security, Leitstellentechnologie und spezialisierte Services greifen ineinander. Gerade angesichts hybrider Bedrohungslagen gewinnt diese Verzahnung an Bedeutung.

Ein markanter Leistungsindikator: Die unternehmenseigene Leitstelle überschritt 2025 erstmals die Marke von 100 Millionen verarbeiteten Meldungen aus Alarm- und Gebäudeautomationssystemen – rund 99 Prozent davon automatisiert. Das unterstreicht den hohen Digitalisierungsgrad und die Skalierbarkeit der Systeme.

Cleaning: Industrie und Logistik im Fokus

Auch die Reinigungssparte behauptete sich in einem anspruchsvollen Marktumfeld. Hochqualitative Neuaufträge und erweiterte Bestandsmandate stärkten die Position als Anbieter branchenspezifischer Hygienekonzepte.

Besonders industrielle Kunden profitieren von integrierten Servicepaketen – von der Hallen- und Maschinenreinigung über die Betreuung komplexer Förderanlagen bis hin zu Fluid-Management-Lösungen. In der Logistik ergänzen Spezialservices wie langlebige Bodenbeschichtungen das Portfolio. Ziel ist stets die Verbindung von Werterhalt, Prozessoptimierung und Kosteneffizienz.

Personaldienstleistungen unter Druck – mit stabiler Marktposition

Der Zeitarbeitsmarkt steht konjunkturbedingt unter erheblichem Druck. Dennoch konnte die Personalsparte ihre Position als ganzheitlicher Anbieter behaupten. Neuaufträge im Handel und in der Logistik kompensierten teilweise die gesamtwirtschaftlichen Belastungen.

Eine symbolträchtige Kennzahl verdeutlicht die operative Dimension: Rechnerisch wurden 2025 fast 15.000 Lkw- bzw. Sattelzugbewegungen personal seitig gemanagt. Neben klassischer Arbeitnehmerüberlassung spielen Werk- und Dienstvertragsmodelle sowie Inhouse-Outsourcing-Projekte eine zentrale Rolle.

Smart Service Solutions: Technologie als Hebel

Für die kommenden Jahre setzt die Unternehmensgruppe auf den weiteren Ausbau ihrer „Smart Service Solutions“. Digitalisierung, KI-gestützte Anwendungen und Hightech-Tools sollen sowohl Backoffice-Prozesse effizienter gestalten als auch neue Leistungsbausteine ermöglichen.

Im Sicherheitssegment reichen die Perspektiven von erweiterten Drohnenanwendungen bis zu innovativen Abwehrkonzepten; im Reinigungsbereich gewinnen automatisierte Systeme und Robotik an Bedeutung. Die technologische Integration bleibt dabei Mittel zum Zweck: höhere Qualität, schnellere Reaktionszeiten und belastbare Wertschöpfungsketten.

Investition in Qualifikation

Operative Exzellenz basiert auf qualifizierten Fachkräften. Entsprechend intensiviert die Gruppe ihre Aus- und Weiterbildungsaktivitäten. 2025 summierte sich das Trainingsvolumen auf über 550.000 Stunden – für eigene Mitarbeitende wie auch für Kunden. Zusätzlich wurden 250 Nachwuchskräfte in zehn Berufsbildern ausgebildet.

Mit mehr als 100 Niederlassungen bundesweit setzt das Unternehmen damit auf nachhaltige Personalentwicklung als strategischen Stabilitätsfaktor.

Politische Rahmenbedingungen als Risikofaktor

Trotz positiver Geschäftszahlen bleibt der Ausblick verhalten. Das ökonomische Umfeld gilt weiterhin als angespannt, strukturelle Reformen lassen auf sich warten. Besonders kritisch bewertet die Unternehmensführung die steigende Steuer- und Abgabenlast. Sozialabgaben von inzwischen über 43 Prozent stellen für personalintensive Dienstleister eine erhebliche Belastung dar.

Gleichzeitig unterstreichen die Ergebnisse des Geschäftsjahres 2025 die Systemrelevanz integrierter Facility Services. Sicherheit, Hygiene und flexible Personalkonzepte bilden tragende Säulen stabiler Infrastrukturen – gerade in Zeiten wirtschaftlicher und geopolitischer Unsicherheit.

Related Articles

Thermopapier 2.0 ohne gefährliche Chemie

Wissenschaftler der EPFL nutzen Lignin sowie Zucker und ersetzen heute übliche Bisphenole Forscher der Eidgenössischen Technischen Hochschule Lausanne (https://www.epfl.ch/de/ ) (EPFL) haben eine Alternative zum oft mit gefährlichen Chemikalien versetzten Thermopapier...

Stablecoins könnten Bargeld langfristig ablösen

"Stablecoin Utility Report 2026" von BVNK: Immer mehr digitales Geld findet Weg in Realwirtschaft Digitale Währungen, deren Wert an stabile Referenzen wie den US-Dollar, den Euro oder Rohstoffe wie Gold gebunden ist, werden zunehmend nicht nur für den Handel, sondern...

Share This