Maritime Sicherheit wird zum Wachstumstreiber für die Sicherheitsindustrie

Juli 16, 2026

Warum die SMM 2026 Unternehmen der physikalischen Sicherheit neue Geschäftschancen eröffnet

Die maritime Sicherheit verändert sich grundlegend. Während bislang vor allem Schiffe, Häfen und Marineeinheiten im Mittelpunkt standen, rücken heute zunehmend die dahinterliegenden Sicherheits- und Lieferketten in den Fokus. Resiliente Infrastrukturen, der Schutz kritischer Anlagen und eine leistungsfähige Sicherheitsindustrie werden zu entscheidenden Faktoren für die maritime Handlungsfähigkeit Europas.

Vor diesem Hintergrund gewinnt die SMM 2026, die vom 1. bis 4. September 2026 in Hamburg stattfindet, deutlich an Bedeutung – auch für Unternehmen der physikalischen Sicherheit. Mit dem neuen Schwerpunkt Maritime Security & Defence entwickelt sich die internationale Leitmesse der maritimen Wirtschaft erstmals zu einer Plattform, auf der Sicherheitsunternehmen, Systemintegratoren, Technologieanbieter, Werften, Beschaffungsorganisationen und Verteidigungsbehörden unmittelbar miteinander in Kontakt treten.

Neue Märkte für Sicherheitsunternehmen

Steigende Verteidigungsausgaben, der Ausbau maritimer Fähigkeiten und die stärkere Absicherung kritischer Infrastrukturen verändern den europäischen Sicherheitsmarkt nachhaltig. Davon profitieren nicht nur klassische Rüstungsunternehmen. Auch Anbieter physischer Sicherheitslösungen erhalten Zugang zu neuen Anwendungsfeldern.

Gefragt sind unter anderem Lösungen für:

  • Perimeterschutz von Werften und Hafenanlagen,
  • intelligente Videoüberwachung,
  • Zutrittskontrolle und Identitätsmanagement,
  • Drohnen- und Counter-UAS-Systeme,
  • Sicherheitsleitstellen und PSIM-Plattformen,
  • Sensorik und Lagebildsysteme,
  • sowie integrierte Sicherheitskonzepte für maritime Infrastrukturen.

Insbesondere Betreiber von Häfen, Marineeinrichtungen, Logistikzentren und Offshore-Anlagen investieren zunehmend in vernetzte Sicherheitsarchitekturen, die physische Sicherheit, Cybersecurity und operative Prozesse miteinander verbinden.

Beschaffung wird zum Türöffner

Mit der Einrichtung der MS&D Expo und der Naval Stage in Halle B8 erweitert die SMM ihr Konzept deutlich. Erstmals stehen dort nicht allein maritime Technologien im Mittelpunkt, sondern auch Fragen der Beschaffung, industriellen Zusammenarbeit und resilienter Lieferketten.

Für Sicherheitsunternehmen eröffnet dies einen wichtigen Vorteil: Sie treffen nicht ausschließlich potenzielle Endkunden, sondern auch diejenigen Akteure, die über zukünftige Projekte und Investitionen entscheiden – darunter Beschaffungsbehörden, Werften, Generalunternehmer, Systemhäuser und internationale Industriepartner.

Gerade im Verteidigungsumfeld entscheidet heute häufig weniger die technische Leistungsfähigkeit eines einzelnen Produkts als die Fähigkeit, Teil komplexer Wertschöpfungs- und Lieferketten zu werden.

Lieferketten werden zum Wettbewerbsfaktor

Der Ausbau der europäischen Verteidigungsfähigkeit bringt neue Herausforderungen mit sich. Werftkapazitäten sind begrenzt, Fachkräfte fehlen und gleichzeitig steigt der Bedarf an modernen Technologien. Dadurch rückt die Resilienz der Lieferkette zunehmend in den Mittelpunkt.

Auch für Unternehmen der Sicherheitsbranche verändert sich dadurch die Marktlogik. Gefragt sind nicht mehr ausschließlich einzelne Sicherheitsprodukte, sondern zuverlässige Partner, die langfristig lieferfähig sind, internationale Qualitätsanforderungen erfüllen und sich in komplexe Projekte integrieren lassen.

Die Fähigkeit, Projekte skalierbar umzusetzen, gewinnt damit ebenso an Bedeutung wie technologische Innovation.

Defence Supply Chain Panel bringt Industrie zusammen

Vor diesem Hintergrund veranstalten der Bundesverband Materialwirtschaft, Einkauf und Logistik (BME) und der Bundesverband der Deutschen Sicherheits- und Verteidigungsindustrie (BDSV) am 1. September 2026 das Defence Supply Chain Panel auf der Naval Stage.

Im Mittelpunkt stehen drei Fragestellungen:

  • Wie lassen sich Lieferketten robuster und widerstandsfähiger gestalten?
  • Wie können neue Technologien und innovative Unternehmen schneller in bestehende Beschaffungsprozesse integriert werden?
  • Wie gelingt es, Angebot und Nachfrage entlang der europäischen Defence Supply Chain besser miteinander zu vernetzen?

Gerade Unternehmen aus der Sicherheitswirtschaft erhalten hier die Möglichkeit, ihre Kompetenzen direkt mit den Anforderungen öffentlicher Auftraggeber und großer Industriepartner abzugleichen.

SVI-Connect erleichtert den Marktzugang

Ein weiterer Baustein ist die Plattform SVI-Connect, die vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie gefördert und gemeinsam von BME und BDSV betrieben wird.

Ziel der Plattform ist es, Transparenz innerhalb der Sicherheits- und Verteidigungslieferketten zu schaffen und qualifizierte Unternehmen mit Bedarfsträgern zusammenzubringen. Besonders mittelständische Unternehmen sowie Anbieter von Dual-Use-Technologien sollen dadurch leichter Zugang zu etablierten Wertschöpfungsnetzwerken erhalten.

Für viele Unternehmen der physikalischen Sicherheit eröffnet sich damit erstmals ein strukturierter Zugang zu Projekten im Defence- und KRITIS-Umfeld.

Maritime Sicherheit braucht integrierte Sicherheitslösungen

Die Anforderungen an maritime Sicherheit verändern sich grundlegend. Moderne Hafenanlagen, Marinebasen oder Offshore-Infrastrukturen benötigen heute weit mehr als klassische Zutrittskontrolle oder Videoüberwachung. Gefragt sind integrierte Sicherheitsplattformen, die unterschiedliche Systeme miteinander vernetzen und ein gemeinsames Lagebild erzeugen.

Dadurch entstehen neue Marktchancen für Anbieter, die physische Sicherheit, Sensorik, Leitstellentechnik, KI-gestützte Videoanalyse oder Drohnenabwehr in ganzheitliche Sicherheitskonzepte integrieren können.

Neue Partnerschaften statt klassische Messekontakte

Mit mehr als 2.200 Ausstellern und rund 50.000 Fachbesuchern zählt die SMM zu den wichtigsten internationalen Veranstaltungen der maritimen Wirtschaft. Der neue Schwerpunkt Maritime Security & Defence erweitert die Messe jedoch deutlich über den klassischen Schiffbau hinaus.

Für Unternehmen der physikalischen Sicherheit bietet sich die Möglichkeit, frühzeitig Teil neuer europäischer Sicherheits- und Verteidigungsprojekte zu werden, Kontakte zu Beschaffungsorganisationen aufzubauen und langfristige Industriepartnerschaften zu entwickeln.

Damit entwickelt sich die SMM 2026 zunehmend zu einer strategischen Plattform für Unternehmen, die ihre Sicherheitslösungen in den Bereichen maritime Infrastruktur, kritische Anlagen und Defence positionieren möchten. Gerade vor dem Hintergrund steigender Investitionen in Europas Sicherheits- und Verteidigungsfähigkeit dürfte die Veranstaltung weit über die maritime Branche hinaus an Bedeutung gewinnen.

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