Die genua GmbH, ein Unternehmen der Bundesdruckerei-Gruppe, hat auf der it-sa Expo&Congress 2026 in Nürnberg das neue System zur Angriffserkennung genudetect vorgestellt. Die Network-Detection-and-Response-Lösung (NDR) dient der automatisierten Überwachung und Analyse des Netzwerkverkehrs in IT- und OT-Umgebungen. Die Markteinführung ist für das erste Quartal 2027 vorgesehen.
Das System basiert auf einer verteilten Architektur aus dem zentralen Analysemodul genudetect Nexus und dezentralen Sensoren. Diese erfassen Netzwerkdaten und untersuchen sie mithilfe von Intrusion-Detection-System-Signaturen (IDS) sowie Indicators of Compromise (IoC) auf mögliche Cyberangriffe. Die erkannten Ereignisse werden zentral zusammengeführt, ausgewertet und für Sicherheitsanalysten aufbereitet.
Analyse von mehr als 4.800 Netzwerkprotokollen
Nach Herstellerangaben unterstützt genudetect die Erkennung von mehr als 4.800 IT- und OT-Protokollen, darunter auch proprietäre Industrieprotokolle. Mithilfe von Deep Packet Inspection (DPI) analysiert die Lösung den Netzwerkverkehr bis auf Anwendungsebene.
Die Überwachung erfolgt passiv, ohne aktiv in die Netzwerkkommunikation einzugreifen. Damit ist das System auch für industrielle Umgebungen vorgesehen, in denen Eingriffe in laufende Kommunikationsprozesse vermieden werden sollen.
Zur Weiterverarbeitung erkannter Sicherheitsereignisse unterstützt genudetect die Anbindung an bestehende SIEM-, XDR-, ITSM- und SOAR-Plattformen. Dadurch lassen sich Bedrohungsinformationen in vorhandene Analyse- und Incident-Response-Prozesse integrieren.
Unterschiedliche Sensorvarianten für bestehende Netzwerke
Für die Datenerfassung bietet genua Sensoren in den Hardwarevarianten S, M und L sowie eine virtualisierte Ausführung an. Die Varianten sind für unterschiedliche Netzwerkgrößen und Durchsatzanforderungen ausgelegt. Virtuelle Sensoren können unter anderem in virtualisierte P-A-P-Firewall-Strukturen eingebunden werden.
Mit dem System adressiert der Hersteller insbesondere Organisationen mit vernetzten IT- und OT-Infrastrukturen sowie Betreiber kritischer Infrastrukturen. Die kontinuierliche Netzwerküberwachung kann diese bei der Erkennung sicherheitsrelevanter Ereignisse und der Umsetzung entsprechender Sicherheitsmaßnahmen unterstützen.
Auch im Zusammenhang mit Anforderungen aus der NIS-2-Richtlinie können Systeme zur Angriffserkennung eine Rolle spielen. Der Einsatz einer solchen Lösung allein stellt jedoch keine vollständige Erfüllung regulatorischer Pflichten sicher.
genudetect soll voraussichtlich ab dem ersten Quartal 2027 verfügbar sein. genua präsentiert das System auf der it-sa Expo&Congress vom 27. bis 29. Oktober 2026 in Nürnberg in Halle 9, Stand 424.

