Die MIBA – Milan International Building Alliance – hat vom 19. bis 22. November 2025 einmal mehr eindrucksvoll unter Beweis gestellt, warum sie zu den zentralen europäischen Leitveranstaltungen für die gebaute Umwelt zählt. Mit 85.000 Fachbesuchern aus 112 Ländern und 1.369 Ausstellern verzeichnete das Event ein deutliches Wachstum von fünf Prozent gegenüber 2023 und bestätigte seine Rolle als maßgebliche Plattform für Innovationen im Bauwesen, in der Gebäudetechnik und im Bereich der Sicherheit.
Als Zusammenschluss von MADE expo, SMART BUILDING EXPO, SICUREZZA und der Global Elevator Exhibition (GEE) bot MIBA einen ganzheitlichen Überblick über Technologien, Materialien, Lösungen und regulatorische Trends entlang des gesamten Gebäudelebenszyklus – von der Architektur über die technische Gebäudeausrüstung bis hin zu Aufzugssystemen, Sicherheitslösungen und digital gesteuerten Services.
Nachhaltigkeit als Leitmotiv des Bauens
Eines der bestimmenden Themen der diesjährigen Ausgabe war die Frage, wie die Branche die ambitionierten europäischen Ziele zur Dekarbonisierung des Gebäudebestands in konkrete Projekte übersetzen kann.
Der Diskurs über nachhaltige Materialien, zirkuläre Bauansätze und energieeffiziente Systeme zog sich durch alle vier Messeformate. Sichtbares Aushängeschild dieser Entwicklung war der Made Sustainable Prize (SusPrize), der Projekte auszeichnete, die Nachhaltigkeit, Designqualität und gesellschaftlichen Mehrwert miteinander verbinden.
Niccolò Aste vom Politecnico di Milano betonte dazu:
„Heute zeigt sich deutlich ein Trend zu einer bewussten Ästhetik, die weder materielle noch soziale Qualität opfert. Regenerierte Lebensräume, nachhaltige Materialien und gemeinschaftsorientierte Architektur sind keine Nische mehr – sie bilden ein neues Entwicklungsmodell.“
Damit rückt die MIBA die europäische Vision eines ressourcenschonenden und zugleich lebenswerten Bauens stärker denn je in den Mittelpunkt.
Energie- und Digitalwende: Schlüssel zur Modernisierung des Gebäudebestands
Eine weitere inhaltliche Säule war die Transformation der technischen Infrastruktur. Von intelligenten Energiemanagementsystemen bis hin zu integrierten digitalen Plattformen wurden Lösungen präsentiert, die das Potenzial haben, Gebäude sicherer, effizienter und wirtschaftlicher zu machen.
Roberto Martino, Präsident von Prosiel, betonte die Dringlichkeit:
„Die Elektrifizierung und Digitalisierung der Gebäude erfordert ein neues Bewusstsein für bisher unterschätzte Herausforderungen – etwa die weit verbreitete Unzulänglichkeit moderner Elektroinstallationen. MIBA ist ein Labor für Innovationen, das zeigt, wie Sicherheit und Nachhaltigkeit gemeinsam gedacht werden müssen.“
Insbesondere die Sicherheitsbranche profitiert von dieser Entwicklung: Moderne Sensorik, KI-gestützte Überwachung, vernetzte Zutrittssysteme und automatisierte Analysewerkzeuge versprechen ein neues Level an Prävention und Resilienz in öffentlichen wie privaten Gebäuden.
Professionalität im Sicherheitssektor: Ausbildung wird strategisch
Mit über 100 Konferenzen und Seminaren rückte die MIBA das Thema Fachqualifikation ins Zentrum. Besonders im Bereich Sicherheit zeigen sich drastische Veränderungen: Technologien entwickeln sich rasant, und Anforderungsprofile werden komplexer.
Carlo Hruby, Vizepräsident der Enzo Hruby Foundation, unterstrich dies anhand eines konkreten Projekts:
„Um Kulturgüter effektiv zu schützen, braucht es Spezialisten, die technologische Kompetenz mit dem Wissen um den kulturellen Kontext verbinden.“
Der auf der Messe vorgestellte Advanced Training Course in Cultural Security Management, entwickelt mit der Universität Pavia, etabliert erstmals in Italien das Berufsbild des Cultural Security Manager. Diese Rolle vereint Fähigkeiten im Einsatz moderner Sicherheitstechnologien mit dem Verständnis für kuratorische, konservatorische und organisatorische Anforderungen kultureller Einrichtungen.
Damit setzt MIBA ein starkes Zeichen: Sicherheit wird zunehmend als interdisziplinäre Aufgabe verstanden, bei der Technologie, Planung und menschliche Expertise zusammenwirken.
Fazit: MIBA festigt ihre Rolle als europäisches Zukunftsforum
Die Ausgabe 2025 hat gezeigt, dass MIBA weit mehr ist als eine Messe. Sie ist eine strategische Austauschplattform, die Unternehmen, Institutionen, Forschung und Anwender zusammenbringt. Die zentralen Entwicklungen – Nachhaltigkeit, energetische und digitale Transformation sowie die Professionalisierung der Branche – bilden das Fundament für die kommenden Jahre des Bauens und der Gebäudesicherheit.
Die MIBA 2025 hat eindrucksvoll demonstriert, dass die Zukunft der gebauten Umwelt in der Kombination aus technologischem Fortschritt, gesellschaftlicher Verantwortung und internationaler Zusammenarbeit liegt.
Die Branche blickt bereits gespannt auf die nächste Ausgabe: 17.–19. November 2027, Fiera Milano.

