Neue Partnerschaft ermöglicht Live-Videoübertragung an Einsatzleitstellen

Januar 6, 2026

Chicago, Illinois (USA) – Eine neue Kooperation zwischen Motorola Solutions und Google markiert einen bedeutenden Fortschritt in der Notfallkommunikation. Durch eine direkte Integration können Android-Nutzer bei einem Notruf künftig innerhalb weniger Sekunden Live-Video an die Notrufzentrale 911 übertragen. Ziel ist es, Einsatzkräfte schneller, präziser und situationsgerecht zu unterstützen – insbesondere in zeitkritischen Lagen.

Visueller Kontext als entscheidender Faktor

Kern der Innovation ist die Integration von Android Emergency Live Video in die Leitstellensoftware von Motorola Solutions. Die Lösung ist in den Systemen Vesta 911 und Vesta NXT verfügbar, die nach Unternehmensangaben von rund 60 Prozent der Public Safety Answering Points (PSAPs) in Nordamerika eingesetzt werden. Bereits während des Notrufs können Anrufer mit einem einzigen Klick Live-Bilder ihrer Situation an den Calltaker übermitteln.

„Visueller Kontext kann den gesamten Verlauf eines Einsatzes verändern“, erläutert Todd Piett, Senior Vice President Command Center Software bei Motorola Solutions. „Ob es darum geht, Eltern bei einem lebensrettenden Manöver anzuleiten oder in einer Situation zu helfen, in der Sprechen zu gefährlich ist – das Video liefert Informationen, wenn Sekunden zählen.“

Vereinfachter Prozess für den Ernstfall

Bislang war die Videoübertragung an Notrufzentralen mit mehreren Freigabeschritten und komplexen Nutzerabfragen verbunden – ein erheblicher Nachteil in akuten Notsituationen. Die neue Integration reduziert diesen Prozess auf eine einzige Bestätigungsabfrage. Nach Annahme des Notrufs kann das Live-Video nahezu unmittelbar gestartet werden.

Die Videodaten werden direkt in die Motorola-Leitstellensoftware eingebunden. Disponenten erhalten so ein präziseres Lagebild und können fundierter entscheiden, welche Einsatzmittel erforderlich sind. Darüber hinaus lassen sich die Videoinformationen über mobile Anwendungen an Polizei-, Feuerwehr- oder Rettungseinheiten weiterleiten, noch während diese sich auf der Anfahrt befinden.

Mehr Informationsqualität für Einsatzkräfte

Durch die frühzeitige visuelle Einschätzung können Einsatzkräfte besser vorbereitet am Ereignisort eintreffen. Insbesondere bei unklaren oder dynamischen Lagen – etwa bei medizinischen Notfällen, häuslicher Gewalt oder Bränden – verbessert dies die Entscheidungsqualität und kann die Sicherheit von Betroffenen und Einsatzpersonal erhöhen.

Datenschutz und Schutz der Mitarbeitenden

Ein zentrales Element der Lösung ist der verantwortungsvolle Umgang mit sensiblen Inhalten. Einsatzleitstellen können eingehende Videos standardmäßig unscharf darstellen. Calltaker entscheiden situativ, ob und wann die Bilder sichtbar gemacht werden. Dies dient sowohl dem Datenschutz als auch dem Schutz der psychischen Gesundheit der Mitarbeitenden in den Leitstellen.

Android Emergency Live Video ist Bestandteil der Standardbedingungen des Android-Betriebssystems. Die Übertragung ist verschlüsselt, und die Kontrolle liegt jederzeit beim Nutzer. Das Video-Sharing kann jederzeit beendet werden, ohne dass die Sprachverbindung zum Notruf unterbrochen wird. Alternativ kann die Freigabe bereits zu Beginn des Anrufs abgelehnt werden.

Perspektive für den internationalen Sicherheitsmarkt

Die gemeinsame Lösung von Motorola Solutions und Google zeigt, wie eng mobile Betriebssysteme, Leitstellentechnologie und Einsatzorganisationen künftig zusammenarbeiten können. Für den Sicherheits- und Leitstellenmarkt eröffnet dies neue Möglichkeiten, Notfallreaktionen datenbasiert zu optimieren und gleichzeitig hohe Standards bei Datenschutz und Nutzerkontrolle einzuhalten.

Auch wenn die Einführung zunächst auf Nordamerika fokussiert ist, gilt die Integration als Blaupause für vergleichbare Systeme in anderen Regionen – insbesondere vor dem Hintergrund steigender Anforderungen an Effizienz, Transparenz und Lageerfassung in der Notfallkommunikation.

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