Positive Sicherheitsbilanz auf Bayerns Christkindl- und Weihnachtsmärkten

Januar 4, 2026

Erfolgreiche Schutzkonzepte zwischen Präsenz, Prävention und Kooperation

Zum Abschluss der Christkindl- und Weihnachtsmarktsaison 2025 zieht das Bayerische Staatsministerium des Innern eine durchweg positive Sicherheitsbilanz. Innenminister Joachim Herrmann sprach von friedlichen und sicheren Märkten und würdigte insbesondere das Zusammenspiel von Polizei, Sicherheitsbehörden, Kommunen und Veranstaltern. Für die Sicherheitsbranche bietet die Saison wertvolle Erkenntnisse darüber, wie öffentliche Großveranstaltungen auch unter erhöhten Sicherheitsanforderungen wirksam geschützt werden können, ohne ihren offenen Charakter zu verlieren.

Hohe Sicherheitsanforderungen bei publikumsstarken Veranstaltungen

Weihnachtsmärkte zählen traditionell zu den publikumsstärksten Veranstaltungen im öffentlichen Raum. Millionen Besucherinnen und Besucher, offene Flächen, temporäre Infrastruktur und internationale Gäste stellen hohe Anforderungen an Sicherheits- und Einsatzkonzepte. Vor diesem Hintergrund war die Saison 2025 erneut von intensiver Vorbereitung und einer erhöhten Präsenz der Sicherheitskräfte geprägt.

Nach Angaben des Innenministeriums waren in den vergangenen Wochen zahlreiche Polizeikräfte landesweit im Einsatz. Ziel war es, sowohl eine sichtbare Abschreckung als auch eine schnelle Interventionsfähigkeit sicherzustellen. Die Besucherinnen und Besucher konnten sich nach Einschätzung des Ministers „sicher und unbeschwert“ auf den Märkten bewegen.

Maßgeschneiderte Sicherheitskonzepte als Erfolgsfaktor

Ein zentraler Erfolgsfaktor war die passgenaue Ausgestaltung der Sicherheitskonzepte, die jeweils auf die örtlichen Gegebenheiten abgestimmt wurden. Statt pauschaler Maßnahmen kamen differenzierte Schutzkonzepte zum Einsatz, die Besucherströme, Platzsituationen, Zufahrtswege und bestehende Infrastruktur berücksichtigten.

Die Bayerische Polizei war sowohl uniformiert als auch zivil präsent. Ergänzend wurden selektive Personen- und Taschenkontrollen durchgeführt, unter anderem zur konsequenten Durchsetzung des seit Oktober 2024 geltenden Messerverbots. Unterstützt wurden die Maßnahmen durch Einsatzzüge der regionalen Polizeipräsidien sowie der Bayerischen Bereitschaftspolizei.

Diese Kombination aus Sichtbarkeit, Prävention und gezielten Kontrollen trug wesentlich dazu bei, das Sicherheitsgefühl zu stärken und Risiken frühzeitig zu minimieren.

Beispiel Nürnberg: Hohe Besucherzahlen, geringe Deliktlage

Als exemplarisches Beispiel nannte Innenminister Herrmann den Nürnberger Christkindlesmarkt, einen der traditionsreichsten und zugleich meistbesuchten Weihnachtsmärkte Europas. In der Saison 2025 zog er mehr als zwei Millionen Gäste aus aller Welt an.

Trotz dieser hohen Besucherzahl führte die Polizei rund 400 Personenkontrollen durch, ohne den Ablauf oder die Atmosphäre des Marktes wesentlich zu beeinträchtigen. Die Deliktlage blieb gering: Straftaten traten nur vereinzelt auf und beschränkten sich überwiegend auf Taschendiebstähle – ein typisches Begleitphänomen bei Großveranstaltungen.

Das Beispiel zeigt, dass ein durchdachtes Sicherheitskonzept auch bei sehr hoher Frequenz wirksam sein kann, wenn Planung, Personalstärke und operative Umsetzung ineinandergreifen.

Kooperation statt Abschottung

Besonders hervorzuheben ist die enge Zusammenarbeit zwischen Veranstaltern, Sicherheitsbehörden und Polizei. Laut Herrmann wurden „pragmatische und wirkungsvolle Lösungen“ gefunden, die den Schutz der Besucher gewährleisteten, ohne den besonderen Charakter der Weihnachtsmärkte zu beeinträchtigen.

Für die Praxis bedeutet dies: Sicherheitsmaßnahmen müssen nicht zwangsläufig zu einer wahrnehmbaren „Verhärtung“ führen. Vielmehr können sie – richtig kommuniziert und umgesetzt – integraler Bestandteil eines offenen Veranstaltungskonzepts sein. Diese Balance ist entscheidend für die Akzeptanz durch Besucher, Händler und Anwohner.

Bedeutung für zukünftige Veranstaltungen

Die positiven Erfahrungen aus der Saison 2025 liefern wichtige Impulse für kommende Großveranstaltungen im öffentlichen Raum. Dazu zählen insbesondere:

  • frühzeitige und lageangepasste Sicherheitsplanung,
  • flexible Einsatzkonzepte statt starrer Standards,
  • sichtbare, aber verhältnismäßige Polizeipräsenz,
  • klare Rollenverteilung zwischen Polizei, Ordnungsdiensten und privaten Sicherheitsdiensten.

Innenminister Herrmann betonte abschließend, dass auch künftig alles darangesetzt werde, Weihnachtsmärkte als sichere Orte der Begegnung und Freude zu erhalten.

Dank an Einsatzkräfte

Seinen ausdrücklichen Dank richtete der Minister an die Einsatzkräfte der Polizei, die kommunalen Ordnungsdienste, private Sicherheitsdienste sowie die Rettungs- und Hilfsorganisationen. Ihr professionelles und engagiertes Handeln habe maßgeblich dazu beigetragen, dass Millionen Menschen die Weihnachtsmärkte in Bayern sicher genießen konnten.

Fazit

Die Sicherheitsbilanz der bayerischen Christkindl- und Weihnachtsmärkte 2025 zeigt, dass ein hohes Maß an Sicherheit und eine offene Veranstaltungskultur kein Widerspruch sein müssen. Für Sicherheitsverantwortliche, Behörden und Veranstalter liefert die Saison ein praxisnahes Beispiel dafür, wie Kooperation, Prävention und Präsenz erfolgreich zusammenspielen können – ein Ansatz, der auch über die Weihnachtsmärkte hinaus Modellcharakter hat.

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