Private Sicherheitswirtschaft wird von der Politik weiterhin systematisch unterschätzt

April 30, 2026

Anlässlich des Papiers „1 Jahr Bundesregierung: Sicherheit im Innern stärken“ kritisiert der Bundesverband der Sicherheitswirtschaft mit Nachdruck, dass die Rolle der privaten Sicherheitswirtschaft in der sicherheitspolitischen Gesamtbetrachtung nach wie vor gravierend unterschätzt wird. Während das Papier umfangreiche Maßnahmen zur Stärkung staatlicher Sicherheitsbehörden hervorhebt – von erweiterten Befugnissen für Polizei und Nachrichtendienste über Investitionen in Cybersicherheit bis hin zum Schutz Kritischer Infrastrukturen – bleibt ein zentraler Pfeiler der tatsächlichen Sicherheitsarchitektur erneut außen vor.

„Wer über die Sicherheit in Deutschland spricht und die private Sicherheitswirtschaft dabei ignoriert, blendet einen wesentlichen Teil der Realität aus“, erklärt BDSW-Präsident Werner Landstorfer. „Unsere Unternehmen sichern tagtäglich kritische Infrastrukturen, Unternehmen und öffentliche Räume. Es ist nicht nur unverständlich, sondern sicherheitspolitisch fahrlässig, dass dieser Beitrag politisch weiterhin nicht die notwendige Anerkennung findet.“

Die Sicherheitsunternehmen übernehmen bereits heute unverzichtbare Aufgaben – vom Schutz hochsensibler Einrichtungen über die Luftsicherheit bis hin zur Absicherung von Großveranstaltungen und kritischen Versorgungsstrukturen. Sie sind integraler Bestandteil der operativen Sicherheitsarchitektur und entlasten staatliche Behörden in erheblichem Umfang. „Die Realität ist eindeutig: Ohne die private Sicherheitswirtschaft wäre das heutige Sicherheitsniveau in Deutschland nicht aufrechtzuerhalten“, so Landstorfer weiter. „Dass sie dennoch in zentralen sicherheitspolitischen Papieren und strategischen Überlegungen kaum oder gar nicht vorkommt, ist ein strukturelles Defizit, das dringend behoben werden muss.“

Gerade angesichts wachsender Bedrohungen durch Terrorismus, Cyberangriffe, hybride Gefahrenlagen und organisierte Kriminalität sei ein umfassender, realitätsnaher Sicherheitsansatz unerlässlich. Dieser könne nur gelingen, wenn alle relevanten Akteure konsequent einbezogen werden. „Die Politik muss endlich zur Kenntnis nehmen, dass Sicherheit in Deutschland längst arbeitsteilig organisiert ist“, betont Landstorfer. „Es reicht nicht, die private Sicherheitswirtschaft punktuell einzusetzen – sie muss strategisch eingebunden und als wertiger Partner anerkannt werden. Alles andere wird der tatsächlichen Sicherheitslage nicht gerecht.“

Der BDSW fordert daher mit Nachdruck eine verbindliche und institutionalisierte Einbindung der privaten Sicherheitswirtschaft in sicherheitspolitische Entscheidungsprozesse sowie eine klare politische Anerkennung ihrer Rolle als unverzichtbarer Bestandteil der nationalen Sicherheitsarchitektur. Ein weiteres Ignorieren dieser Realität gefährdet aus Sicht des Verbandes die Wirksamkeit zukünftiger Sicherheitsstrategien.

>> Kommentar von Euro Security: https://euro-security.de/sicherheitswirtschaft-starken-warum-politik-und-branche-jetzt-eine-echte-sicherheitsallianz-brauchen/

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