Von der Zutrittskontrolle zum Zutrittsmanagement

Dezember 5, 2022

“Access Enablement” ermöglicht neben Sicherheit auch positive Nutzerfahrungen 

Immer mehr Immobilienbesitzer setzen auf SmartHome-Technologie. Laut aktueller Studien sind die verbesserte Sicherheit (74 Prozent), mehr Komfort und Lebensqualität (74 Prozent) sowie Energiesparpotenziale (72 Prozent) die Hautgründe[i]. Und wo fängt die Intelligenz für smarte Gebäude an? Beim Zutritt. Im Gegensatz zu bisherigen Systemen für die reine Zutrittskontrolle ermöglichen fortschrittliche Lösungen für das Zutrittsmanagement („Access Enablement“) zahlreiche Optionen, die Nutzung von Gebäuden nicht nur in Hinsicht auf die Sicherheit, sondern auch auf die aktuellen Bedürfnisse sowie den Komfort der Nutzer anzupassen. Das gilt für kommerziell genutzte Immobilien (Commercial Real Estate -CRE) oder Apartmentkomplexe ebenso, wie für Krankenhäuser oder Fitnessstudios. Brivo, Spezialist für Zutrittsmanagement, zeigt auf, welche Vorteile moderne Access Enablement-Systeme Immobilienverwaltern, Sicherheitsverantwortlichen sowie den Nutzern bieten und warum sie zukünftig eine immer wichtigere Rolle für den Erfolg des Immobiliensektors und den Erhalt von Immobilienwerten spielen werden. 

Mehr Systemintelligenz für individualisierte Nutzererfahrung

Systeme für Zutrittskontrolle regeln, wer eine bestimmte Tür öffnen, einen Aufzug benutzen darf oder Zugang zu einem bestimmten Tresor erhält und dienen damit in erster Linie der Sicherheit. Technisch fortschrittliche Systeme zur Zugangsverwaltung entscheiden jedoch nicht nur, was ein Mitarbeiter, Anwohner oder Besucher tun darf, sondern definieren auch noch, wie die Nutzer diese jeweiligen Prozesse erleben. Das Access Enablement versucht, das jeweilige Nutzererlebnis zu verbessern und sicherheits- oder ressourcenrelevante Vorgänge immer vertrauter oder individueller zu machen – vergleichbar mit dem Erlebnis, wenn jemand zum ersten Mal in ein Hotel eincheckt oder seinen ersten Tag im neuen Job hat und sich trotzdem von Anfang an dort gut aufgehoben fühlt. Das System kann wie ein guter Concierge agieren und dem Benutzer im Idealfall ein einzigartiges Nutzererlebnis bieten. Access Enablement-Systeme regeln nicht nur den Zutritt und sorgen somit für Sicherheit, sondern tragen auch zum Komfort und Wohlbefinden von Mitarbeitern, Bewohnern oder Gästen bei. Zu diesem Zweck kann ein solches System auch Bereiche und Dienstleistungen wie Heizung, Beleuchtung oder Klimatisierung einbinden. Für Coworking Spaces lässt sich das System zudem auch in das Buchungsmanagement integrieren, sodass die Nutzer Zutrittsrechte für die Meetingräume und Zugriffsrechte auf Arbeitsgeräte erhalten. Während früher etwa ein hochbezahlter externer Berater 30 Minuten seiner Arbeitszeit für den Erhalt seiner Zugangsberechtigung und die Zuweisung seines temporären Arbeitsplatzes verwenden musste, kann er nun innerhalb von drei Minuten in einem auf seine Bedürfnisse zugeschnittenen Büro sitzen und sofort mit der Arbeit beginnen.

Das Ziel ist es, Gebäudeteile oder das gesamte Gebäude smart(er) zu machen. Dieser Ansatz hilft Unternehmen und Vermietern, ihre Mitarbeiter, Mieter und Besucher besser zu verstehen und sich flexibler auf deren Wünsche und Bedürfnisse einzustellen. 

Transparenz über Nutzungsmuster

Unternehmen oder Gebäudemanager erfahren zudem mehr über die Besucherströme und Bewegungsmuster in ihren Räumlichkeiten und können auf Basis der anonymisierten Daten Routinen definieren. Gleichzeitig erkennt das System auch Abweichungen, auf die die Verantwortlichen reagieren können. So kann zu bestimmten Tageszeiten beispielsweise die Laufrichtung von Rolltreppen angepasst, Klimaanlagen reguliert oder das Angebot von Parkplätzen auf den tatsächlichen Bedarf abgestimmt werden. 

In einem Hotel kann das Access Enablement-System etwa mit der Aufzugssteuerung verknüpft und damit sichergestellt werden, dass jedes einzelne Stockwerk mit Gästezimmern im Aufzug nur von zugangsberechtigten Gästen angesteuert werden kann. Zudem bietet sich die Möglichkeit, das System mit Lösungen für Fluchtwegsteuerung und Sprachalarmierung zu verbinden, damit gewährleistet werden kann, dass im Brandfall alle Hotelgäste rechtzeitig gewarnt und gerettet werden. Heizung und Klimaanlage können auf die jeweiligen aktuellen Bedürfnisse abgestimmt und somit ressourcenschonender betrieben werden. Energiesparmöglichkeiten und der Nachhaltigkeitsgedanke werden dadurch gefördert.

Fazit

Laut einer aktuellen Studie der Wirtschaftsprüfungs- und BeratungsgesellschaftPwC gemeinsam mit demUrban Land Institute (ULI), erwarten führende Vertreter der Immobilienbrache europaweit für 2023 einen Rückgang der Immobilienwerte. Umso wichtiger ist es für Immobilienbesitzer und -verwalter, dass sie den Nutzern ein möglichst positives und nachhaltiges Anwendererlebnis bieten. Laut der Geschäftsführerin des ULI,sind neben der richtigen Bestandsauswahl ein starker Fokus auf ESG-Kriterien, operative Fähigkeiten und Kundenorientierung gefragt, damit die Branche die momentan angespannte Lage gut übersteht. [ii]

Mithilfe eines Access-Enablement-Ansatzes können Unternehmen und Vermieter ihren Mitarbeitern und Mietern nicht nur ein sicheres, sondern auch ein gesundes und komfortables Arbeits- oder Wohnumfeld bieten. Zukünftig werden viele verschiedene Arten von Gebäuden diese Art von Zutrittsmanagement-System benötigen. Schlösser alleine oder einfache Zutrittskontroll-System werden dauerhaft nicht mehr ausreichen. 


[i] https://www.bitkom.org/Presse/Presseinformation/Smart-Home-2022

[ii] https://www.asscompact.de/nachrichten/studie-%E2%80%9Er%C3%BCckgang-der-immobilienwerte-unvermeidlich%E2%80%9C?page=1

Autor: Ingo Meijer – VP of EMEA Sales bei Brivo

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