Mit Stefan Engelbrecht gewinnt der Wirtschaftsschutzverband einen Experten für Konzernsicherheit und kritische Infrastrukturen. Seine Wahl fällt in eine Phase, in der Cyberabwehr, NIS 2 und geopolitische Risiken die Sicherheitsagenda der Unternehmen prägen.
Wer über den Schutz kritischer Infrastrukturen spricht, spricht auch über Energieversorgung. Mit Stefan Engelbrecht zieht nun ein Vertreter dieses Sektors in den gesetzlichen Vorstand der Allianz für Sicherheit in der Wirtschaft West (ASW West) ein. Der Chief Security Officer der RWE AG wurde am 7. Oktober aus dem Gesamtvorstand in das Gremium gewählt, das den Verein rechtlich vertritt.
Engelbrecht ist kein Neuzugang im Verband: Dem Gesamtvorstand gehörte er bereits an. Neu ist seine Funktion im gesetzlichen Vorstand. Er folgt auf Katharina Geutebrück, die im September ausgeschieden war. Geutebrück hatte den Verband über viele Jahre mitgeprägt und zuletzt als stellvertretende Vorsitzende unter anderem die Finanzen verantwortet. Ihr Rückzug erfolgte im Zuge des Eigentümerwechsels beim Videosicherheitsspezialisten GEUTEBRÜCK.
Die ASW West ist ein gemeinnütziger Verband mit mehr als 230 Mitgliedsunternehmen. Sie bringt Unternehmen, Sicherheitsdienstleister, Behörden und Wissenschaft zusammen und bearbeitet ein breites Spektrum des Wirtschaftsschutzes: von Cyber- und Informationssicherheit über physischen Schutz bis zu Krisenmanagement und der Prävention von Wirtschaftskriminalität. Engelbrechts Erfahrung bei RWE ist vor allem dort anschlussfähig, wo die Sicherheit einzelner Unternehmen mit der Stabilität grundlegender Versorgungsstrukturen zusammenhängt.
Die jüngsten Aktivitäten des Verbands weisen auf eine Agenda, die über klassische Unternehmenssicherheit hinausgeht. Am 3. November ist ein weiteres Cyberangriffs-Planspiel mit dem Landeskriminalamt Nordrhein-Westfalen angekündigt; am 26. November folgt ein Webinar zur NIS-2-Anlaufstelle NRW. Hinzu kommen Fragen des KRITIS-Schutzes, der Drohnensicherheit und der gesamtstaatlichen Resilienz. Der rote Faden: Unternehmen sollen Risiken früher erkennen, auf Vorfälle vorbereitet sein und enger mit Behörden und anderen Akteuren zusammenarbeiten. Die Wahl Engelbrechts stärkt den Vorstand in einem Feld, in dem diese Zusammenarbeit für den Schutz der Energieversorgung besonders sichtbar wird. [www.aswwest.de]

