Sicherheitswirtschaft wächst trotz schwacher Konjunktur – Beschäftigung stagniert auf hohem Niveau

Juli 16, 2026

BDSW: Sicherheitsdienstleister steigern Umsätze – Technologisierung verändert Beschäftigungsstruktur der Branche

Die deutsche Sicherheitswirtschaft zeigt sich trotz der anhaltend schwachen Konjunktur robust. Während viele Wirtschaftsbereiche weiterhin unter einer verhaltenen Investitionsbereitschaft leiden, konnten die führenden Sicherheitsdienstleister ihre Umsätze auch im Jahr 2025 steigern. Gleichzeitig deutet die aktuelle Beschäftigungsentwicklung darauf hin, dass sich die Branche zunehmend strukturell verändert: Erstmals seit mehreren Jahren stagniert die Zahl der Beschäftigten nahezu, in den klassischen Wach- und Sicherheitsdiensten ist sie sogar leicht rückläufig.

Nach aktuellen Daten der Bundesagentur für Arbeit waren zum 31. Dezember 2025 in der Wirtschaftsklasse 80 „Wach- und Sicherheitsdienste sowie Detekteien“ insgesamt 290.674 Personen beschäftigt. Gegenüber dem Vorjahreswert von 290.575 Beschäftigten entspricht dies einem Zuwachs von lediglich 0,03 Prozent.

Technische Sicherheitsdienstleistungen gewinnen an Bedeutung

Die geringe positive Entwicklung geht ausschließlich auf den Bereich „Sicherheitsdienste mithilfe von Überwachungs- und Alarmsystemen“ zurück. Dort stieg die Zahl der Beschäftigten um 438 auf 10.442 Personen.

Demgegenüber verzeichneten die klassischen privaten Wach- und Sicherheitsdienste einen Rückgang um 275 Beschäftigte auf 276.452 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Auch bei den Detekteien sank die Beschäftigtenzahl leicht – von 3.844 auf 3.780 Personen.

Die Zahlen verdeutlichen einen langfristigen Wandel innerhalb der Sicherheitswirtschaft. Elektronische Sicherheitstechnik, intelligente Überwachungssysteme und integrierte Sicherheitslösungen gewinnen kontinuierlich an Bedeutung und verändern das Leistungsportfolio der Branche. Gleichzeitig bleibt der personelle Aufwand insbesondere im Objektschutz, Veranstaltungsschutz oder beim Schutz Kritischer Infrastrukturen weiterhin hoch.

Umsatzentwicklung bleibt positiv

Während sich die Beschäftigung nur noch geringfügig entwickelte, setzte sich das wirtschaftliche Wachstum fort. Nach der aktuellen Lünendonk-Liste steigerten die 25 führenden Sicherheitsdienstleister ihren sicherheitsrelevanten Umsatz im Geschäftsjahr 2025 durchschnittlich um 4,6 Prozent. Gemeinsam erwirtschafteten sie einen Umsatz von rund 5,63 Milliarden Euro.

Nach Einschätzung des Bundesverbands der Sicherheitswirtschaft (BDSW) zeigt sich damit die vergleichsweise hohe Krisenfestigkeit der Branche.

„Die private Sicherheitswirtschaft erweist sich auch unter schwierigen gesamtwirtschaftlichen Bedingungen als stabil. Die Nachfrage nach unseren Dienstleistungen bleibt hoch und die Unternehmen wachsen weiter“, erklärt Cornelia Okpara, Hauptgeschäftsführerin des BDSW.

Wachsende Anforderungen erhöhen den Personalbedarf

Trotz der zunehmenden Technologisierung sieht der Verband keine Entlastung beim Bedarf an qualifizierten Sicherheitskräften. Moderne Überwachungs- und Alarmsysteme könnten viele Prozesse effizienter gestalten, den Einsatz qualifizierten Personals jedoch nicht vollständig ersetzen.

„Gerade die klassischen Sicherheitsdienstleistungen sind und bleiben personalintensiv. Angesichts wachsender Anforderungen beispielsweise an den Schutz Kritischer Infrastrukturen, öffentlicher Einrichtungen, Unternehmen und Veranstaltungen brauchen wir nicht weniger, sondern mehr qualifizierte Beschäftigte“, so Okpara.

Sicherheitswirtschaft als wirtschaftspolitischer Faktor

Vor dem Hintergrund wachsender Sicherheitsanforderungen bewertet der BDSW die Sicherheitswirtschaft zunehmend als systemrelevanten Bestandteil der deutschen Wirtschafts- und Sicherheitsarchitektur. Der Verband fordert daher verlässliche politische Rahmenbedingungen, den Abbau bürokratischer Hürden sowie Maßnahmen, die Investitionen und Beschäftigung in der Branche langfristig unterstützen.

Die aktuellen Kennzahlen verdeutlichen, dass sich die Sicherheitswirtschaft trotz eines schwierigen wirtschaftlichen Umfelds weiterhin als Wachstumsbranche behauptet. Gleichzeitig zeigt die nahezu stagnierende Beschäftigungsentwicklung, dass Digitalisierung und Sicherheitstechnik die Branche zunehmend verändern, ohne den Bedarf an qualifiziertem Sicherheitspersonal grundsätzlich zu verringern.

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