Der französische Gebäudeautomationsspezialist Somfy hat am 15. Oktober 2026 seinen neuen Produktionsstandort im portugiesischen Felgueiras offiziell eingeweiht. Das 25.000 Quadratmeter große Werk soll langfristig zu den drei größten Fertigungsstandorten des Konzerns gehören. Derzeit beschäftigt Somfy dort 80 Mitarbeitende, bis Ende 2027 soll die Belegschaft auf 125 wachsen. Bei vollständiger Auslastung bietet die Anlage Kapazitäten für bis zu 700 Arbeitsplätze. Mit dem Standortausbau will das Unternehmen seine Produktionskapazitäten erhöhen und die internationale Lieferkette breiter aufstellen.
Das bereits 2022 gestartete Projekt befindet sich seit mehreren Monaten im operativen Betrieb. In Felgueiras fertigt Somfy unter anderem den Rollladenantrieb LT50. Hinzugekommen ist die Produktion des J4S io Protect, eines Funkantriebs für außenliegende Raffstoren. Damit verfügt der Konzern über einen zweiten Fertigungsstandort für diese Produktreihe.
Produktionsvolumen soll langfristig deutlich steigen
Nach einem Bericht des portugiesischen Wirtschaftsmediums ECO vom 15. Oktober 2026 plant Somfy, die Jahresproduktion am Standort bis Ende 2026 auf rund 250.000 Antriebe zu erhöhen. Langfristig strebt das Unternehmen eine Kapazität von bis zu vier Millionen Antrieben jährlich an. Somfy-COO Bruno Stragliati stellte dafür einen Zeitraum von fünf bis sechs Jahren in Aussicht, machte die Entwicklung jedoch ausdrücklich von der internationalen Marktnachfrage abhängig.
Auch der geplante Personalaufbau auf bis zu 700 Beschäftigte ist an die weitere Auslastung der Produktionsstätte geknüpft. Das konkrete Investitionsvolumen hat Somfy nicht veröffentlicht.
Mit dem neuen Werk ergänzt der Konzern sein internationales Fertigungsnetzwerk. Die geografische Verteilung der Produktionskapazitäten auf Europa, Nordamerika und Asien soll die Versorgungssicherheit verbessern und Abhängigkeiten innerhalb der Lieferkette begrenzen.
Somfy-CEO Sébastien Picot sieht in Felgueiras einen wichtigen Bestandteil dieser Strategie. Neben zusätzlichen Fertigungskapazitäten soll der Standort nach Unternehmensangaben zu kürzeren Lieferwegen, einer höheren Flexibilität und einer zuverlässigeren Kundenversorgung beitragen.
Energie- und Ressourceneffizienz in der Fertigung
Bei der Planung des Werks berücksichtigte Somfy Maßnahmen zur Reduzierung des Energie- und Wasserverbrauchs. Zum technischen Konzept gehören Photovoltaikanlagen, freie Kühlung (Free Cooling) sowie Systeme zur Wasserrückgewinnung.
Ein zentrales Gebäudemanagementsystem überwacht unter anderem Heizung, Lüftung und Beleuchtung. Die kontinuierliche Erfassung der Betriebsdaten soll eine bedarfsgerechte Steuerung der technischen Anlagen und eine Optimierung des Energieverbrauchs ermöglichen.
Die Maßnahmen stehen im Zusammenhang mit den konzernweiten Klimazielen. Somfy beabsichtigt, die Emissionen aus dem eigenen Betrieb bis 2030 gegenüber 2019 um 50 Prozent zu reduzieren. Für die gesamte Wertschöpfungskette strebt das Unternehmen eine Halbierung der Emissionen je verkauftem Antrieb an. Konkrete Einsparwerte für den neuen Produktionsstandort wurden bislang nicht veröffentlicht.
Mit Felgueiras erweitert Somfy seine industrielle Präsenz in Europa und schafft zusätzliche Kapazitäten für Antriebssysteme der Gebäudeautomation. In welchem Umfang das Werk künftig zur Gesamtproduktion des Konzerns beitragen wird, hängt von der weiteren Nachfrageentwicklung und dem schrittweisen Hochlauf der Fertigung ab.
Quellen: Somfy Gruppe, Pressemitteilung „Somfy weiht neues Werk in Portugal ein“, 23. Oktober 2026; ECO, „Francesa SOMFY quer criar 700 empregos em seis anos na fábrica de Felgueiras“, 15. Oktober 2026.

