Tarifverhandlungen im bayerischen Sicherheitsgewerbe erneut ohne Ergebnis

Oktober 30, 2026

Die Tarifverhandlungen für die private Sicherheitswirtschaft in Bayern sind auch in der zweiten Runde ohne Einigung geblieben. Bei den Gesprächen am 30. Oktober 2026 in München konnten sich der Bundesverband der Sicherheitswirtschaft (BDSW) und die Gewerkschaft ver.di nicht auf neue Entgelte verständigen. Im Mittelpunkt stehen unterschiedliche Vorstellungen über die Höhe der Lohnsteigerungen und deren wirtschaftliche Tragbarkeit für die Sicherheitsunternehmen. Die Verhandlungen sollen Mitte November fortgesetzt werden.

Nach Angaben des BDSW fordert ver.di eine Erhöhung um 5,23 Prozent für die unterste Lohngruppe sowie um 5,1 Prozent für höher qualifizierte Beschäftigte. Die Arbeitgeberseite wies diese Forderungen als nicht einigungsfähig zurück. Werner Landstorfer, Vorsitzender der BDSW-Landesgruppe Bayern, verwies auf die schwierige wirtschaftliche Lage vieler Auftraggeber, insbesondere in der bayerischen Industrie. Die Gewerkschaft solle diese Rahmenbedingungen bei den weiteren Gesprächen stärker berücksichtigen. Eine eigenständige Stellungnahme von ver.di zu den jüngsten Verhandlungen lag in der Mitteilung des Arbeitgeberverbandes nicht vor. Auch ein konkretes Gegenangebot der Arbeitgeber wurde nicht genannt.

Lohnkosten bleiben zentrale Kalkulationsgröße

Der Ausgang der Tarifverhandlungen ist für die überwiegend personalintensive Sicherheitsbranche von wirtschaftlicher Bedeutung. Höhere Stundenlöhne wirken sich unmittelbar auf die Kosten der Sicherheitsdienstleister aus. Insbesondere bei längerfristigen Bewachungs- und Werkschutzverträgen hängt die Möglichkeit einer Weitergabe zusätzlicher Personalkosten von den vereinbarten Preisanpassungsregelungen ab. Zugleich stehen die Unternehmen bei der Gewinnung und Bindung qualifizierter Sicherheitskräfte im Wettbewerb um Personal.

Während sich die Tarifparteien in Nordrhein-Westfalen bereits auf Entgeltsteigerungen zwischen 3,5 und 3,9 Prozent ab Januar 2027 verständigt haben, bleibt die Entwicklung in Bayern offen. Die unterschiedlichen Verhandlungsstände verdeutlichen die regionale Struktur der Tarifpolitik in der deutschen Sicherheitswirtschaft. Ob bei der dritten Gesprächsrunde Mitte November in München eine Annäherung gelingt, ist derzeit nicht absehbar.

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