Spontane Telefonate werden in Deutschland je nach Altersgruppe unterschiedlich bewertet. Während ältere Menschen überwiegend kein Problem mit unangekündigten Anrufen haben, erwartet fast jeder Dritte unter 40 Jahren eine vorherige Ankündigung. Insgesamt wünschen sich 22 Prozent der Bevölkerung, dass private Telefonate vorab abgestimmt werden. Das zeigt eine repräsentative Umfrage des Vergleichsportals Verivox unter 1.000 Personen im Alter von 18 bis 79 Jahren.
Deutliche Unterschiede zwischen den Generationen
Ob ein privates Telefonat vorher angekündigt werden sollte, hängt insbesondere vom Alter ab. Unter den Befragten unter 40 Jahren halten 31 Prozent eine vorherige Ankündigung für erforderlich. Bei Personen ab 60 Jahren liegt dieser Anteil lediglich bei zwölf Prozent.
Auch die Gewöhnung an spontane Gespräche unterscheidet sich zwischen den Generationen. Ältere Befragte sind häufiger an unangekündigte Anrufe gewöhnt, während jüngere Menschen eine vorherige Abstimmung bevorzugen.
Über alle Altersgruppen hinweg lehnen 41 Prozent die Vorstellung ab, dass private Telefonate grundsätzlich angekündigt werden sollten. Rund ein Drittel macht seine Einschätzung von der anrufenden Person und der jeweiligen Situation abhängig. Vier Prozent äußern keine eindeutige Meinung.
Kommunikationsgewohnheiten beeinflussen die Erwartungen
Nach Einschätzung von Verivox-Telekommunikationsexperte Jörg Schamberg hängen die Unterschiede insbesondere mit veränderten Kommunikationsgewohnheiten zusammen. Ältere Generationen seien mit dem klassischen Festnetztelefon aufgewachsen, während jüngere Menschen stärker an Messenger-Dienste und zeitversetzte Kommunikation gewöhnt seien.
Textnachrichten ermöglichen es, selbst zu entscheiden, wann eine Mitteilung gelesen und beantwortet wird. Ein Telefonanruf verlangt dagegen eine unmittelbare Reaktion. Diese unterschiedlichen Erwartungen können dazu führen, dass spontane Anrufe von jüngeren Menschen häufiger als störend wahrgenommen werden.
Andere demografische Merkmale haben laut Untersuchung einen deutlich geringeren Einfluss. Zwischen Stadt- und Landbevölkerung sowie hinsichtlich Geschlecht, Einkommen, Bildungsstand und regionaler Herkunft wurden keine wesentlichen Unterschiede festgestellt.
Etwas ausgeprägter ist der Wunsch nach einer Ankündigung bei Berufstätigen: 24 Prozent bevorzugen eine vorherige Abstimmung, gegenüber 18 Prozent der nicht berufstätigen Befragten.
Neue Erwartungen an die telefonische Kommunikation
Die Ergebnisse verdeutlichen unterschiedliche Kommunikationsgewohnheiten zwischen jüngeren und älteren Menschen. Während spontane Telefonate für viele ältere Befragte selbstverständlich bleiben, bevorzugen unter 40-Jährige häufiger eine vorherige Abstimmung über den Zeitpunkt eines Gesprächs.
Ob sich daraus langfristig neue allgemeine Verhaltensregeln für die telefonische Kommunikation entwickeln, lässt sich aus der Momentaufnahme allerdings nicht ableiten.
Die Untersuchung bezieht sich ausdrücklich auf private Telefonate. Aussagen über unangekündigte geschäftliche Anrufe oder telefonische Kundenkontakte sind damit nicht verbunden.


