Im Tarifstreit für die Beschäftigten der Luftsicherheit geht die Gewerkschaft ver.di neue Wege – Streiks ohne Ankündigung. „Von Sozialpartnerschaft kann keine Rede mehr sein“, so BDLS-Präsident Alexander Borgschulze.  

Die Warnstreiks in Frankfurt und Hamburg am 7. März 2024 – zum Ende der weltgrößten Tourismusmesse, der Internationalen Tourismusbörse ITB – verursachen einen großen Reputationsschaden für den Wirtschaftsstandort Deutschland. Zusätzlich hat ver.di am gestrigen Abend – dieses Mal ohne Vorankündigung – die Beschäftigten an den Flughäfen Köln/Bonn und Düsseldorf zu Warnstreiks aufgerufen.

„Die Gewerkschaften versuchen gerade, ohne Rücksicht auf die wirtschaftlichen Auswirkungen, das Land lahmzulegen. Dies geschieht nun auf einem neuen Niveau – Warnstreiks ohne vorherige Information an Arbeitgeber, Flughäfen und Passagiere. Dies augenscheinlich, um allen Beteiligten den größtmöglichen Schaden zuzufügen“, so Borgschulze.

Die Arbeitgeberseite hatte in der letzten Verhandlungsrunde ein deutlich verbessertes Angebot vorgelegt, das innerhalb eines Zeitraums von 13 Monaten zu Lohnerhöhungen zwischen 432 und 470 EUR im Monat führen würde. „Das zuletzt von uns unterbreitete Angebot hat ein Volumen von bis zu 19,5 Prozent“, so Borgschulze. Im Gegenzug war ver.di bislang lediglich dazu bereit, 10 Cent von ihrer Forderung abzuweichen.

Den Beschäftigten scheint das Ausmaß der ihnen entgehenden Erhöhungen mittlerweile klar geworden zu sein, denn viele sind am Morgen, trotz der Warnstreikaufrufe in Frankfurt, Hamburg, Köln/Bonn und Düsseldorf, zum Dienst erschienen.

„Wir werden intern beraten müssen, wie wir mit dem eskalierenden und inakzeptablen Verhalten seitens ver.di umgehen, und ob es unter den aktuellen Voraussetzungen überhaupt Sinn ergibt, weiter zu verhandeln“, so Borgschulze abschließend.

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