Videoüberwachung über Private 5G: Axis vereinfacht die drahtlose Kameraintegration

August 18, 2026

Private 5G- und 4G-Netze entwickeln sich zunehmend zu einer Alternative zur klassischen kabelgebundenen Netzwerkinfrastruktur – gerade dort, wo große Flächen, schwer zugängliche Standorte oder hohe Anforderungen an Datensicherheit und Verfügbarkeit die Installation erschweren. Mit der neuen AXIS TP3604-E Cellular Back Boxadressiert Axis Communications genau diesen Einsatzbereich. Die Lösung ermöglicht es, Kameras der Serien AXIS P32 und AXIS P14 direkt in private Mobilfunknetze einzubinden, ohne dafür zwingend Glasfaser- oder Ethernet-Verbindungen bis zum Kamerastandort verlegen zu müssen.

Damit erweitert Axis sein Portfolio um eine Komponente, die insbesondere für industrielle Areale, Logistikstandorte, Verkehrsinfrastrukturen, Gesundheitswesen und Smart-City-Anwendungen interessant sein dürfte. Denn überall dort, wo Sicherheitskameras über größere Entfernungen oder an infrastrukturell schwierigen Punkten installiert werden sollen, können klassische Verkabelungsarbeiten schnell zum Kosten- und Zeitfaktor werden.

Private Mobilfunknetze als Infrastruktur für Sicherheitsanwendungen

Private Cellular Networks, kurz PCNs, gewinnen im Zuge der Digitalisierung an Bedeutung. Im Gegensatz zu öffentlichen Mobilfunknetzen betreiben Unternehmen beziehungsweise Organisationen dabei ein eigenes, kontrolliertes 4G- oder 5G-Netz. Geräte werden beispielsweise über SIM-Karten autorisiert und erhalten Zugang zu einer dedizierten Netzwerkinfrastruktur.

Für sicherheitskritische Anwendungen ergeben sich daraus mehrere Vorteile. Bandbreiten müssen nicht mit Nutzern eines öffentlichen Mobilfunknetzes geteilt werden, Latenzen lassen sich besser planen und der Zugriff auf das Netzwerk kann gezielt kontrolliert werden. Gleichzeitig ermöglichen private Mobilfunknetze eine größere räumliche Abdeckung als viele klassische WLAN-Installationen.

Gerade für die Videoüberwachung ist diese Kombination relevant. Moderne Netzwerkkameras übertragen nicht nur hochauflösende Videoströme, sondern führen zunehmend KI-basierte Analysen direkt auf dem Gerät aus. Damit steigen die Anforderungen sowohl an die Datenverbindung als auch an Verfügbarkeit und Sicherheit der Infrastruktur.

Die AXIS TP3604-E Cellular Back Box soll hierbei die Verbindung zwischen Kameratechnik und privatem Mobilfunknetz herstellen.

Kamera und 5G-Anbindung als kompakte Einheit

Die Back Box wurde für die Integration ausgewählter Kameras der Serien AXIS P32 und AXIS P14 entwickelt. Zur Anbindung an ein privates Mobilfunknetz wird eine entsprechende PCN-SIM-Karte in die Einheit eingesetzt. Anschließend kann die Kamera direkt auf der Installationsbox montiert werden.

Dadurch entsteht eine kompakte Systemeinheit, für deren Betrieb am Installationsort neben der Mobilfunkabdeckung im Wesentlichen nur noch eine geeignete Stromversorgung erforderlich ist.

Der entscheidende Vorteil liegt in der größeren Freiheit bei der Standortwahl. Kameras müssen nicht mehr dort installiert werden, wo die vorhandene Netzwerkverkabelung endet. Stattdessen kann ihre Position stärker nach sicherheitstechnischen Kriterien gewählt werden – beispielsweise entlang weitläufiger Perimeter, in Hafen- und Logistikbereichen, auf Industriearealen oder an anderen schwer erschließbaren Außenstandorten.

Aufwendige Tiefbauarbeiten beziehungsweise die nachträgliche Verlegung von Datenleitungen können dadurch in geeigneten Einsatzszenarien entfallen.

Edge Analytics bleiben erhalten

Die Mobilfunkanbindung bedeutet dabei keinen Verzicht auf die Funktionen aktueller Axis-Kameras. Die unterstützten Systeme bleiben Bestandteil des bestehenden Axis-Ökosystems und können Funktionen von AXIS OS sowie die Rechenleistung des ARTPEC-9 System-on-Chip nutzen.

Damit lassen sich Analyseprozesse unmittelbar auf der Kamera beziehungsweise „on the Edge“ ausführen. Videodaten müssen für zahlreiche Analyseaufgaben nicht zunächst an zentrale Server oder Cloud-Systeme übertragen werden. Das kann sowohl die Reaktionsgeschwindigkeit als auch die Effizienz der Datenverarbeitung verbessern und reduziert zugleich unnötige Netzwerkbelastung.

Gerade in privaten 5G-Infrastrukturen entsteht damit eine interessante Kombination: hohe verfügbare Mobilfunkbandbreite für die Übertragung relevanter Videodaten und gleichzeitig lokale Rechenleistung direkt am Erfassungsgerät.

Flexible Stromversorgung für anspruchsvolle Standorte

Auch bei der Energieversorgung setzt Axis auf Flexibilität. Die AXIS TP3604-E kann sowohl über Power over Ethernet (PoE) als auch über Gleichstrom versorgt werden.

Damit lässt sich die Lösung an unterschiedliche vorhandene Stromversorgungskonzepte anpassen. Besonders bei nachträglichen Installationen kann dies entscheidend sein, weil nicht zwangsläufig dieselbe Infrastruktur für Stromversorgung und Datenkommunikation erforderlich ist.

Voraussetzung für den Betrieb bleibt allerdings eine ausreichende Abdeckung durch das jeweilige private Mobilfunknetz. Die Datenübertragung erfolgt innerhalb dieses geschlossenen PCN und nicht über öffentliche Mobilfunknetze.

Sicherheit beginnt bereits auf Geräteebene

Eine drahtlose Anbindung sicherheitskritischer Kameras erhöht zwangsläufig die Bedeutung von Gerätesicherheit und Zugriffskontrolle. Axis kombiniert die Netzwerkautorisierung über die SIM-Karte deshalb mit seiner hardwarebasierten Sicherheitsplattform Axis Edge Vault.

Die Technologie dient unter anderem dem Schutz der Geräteidentität sowie kryptografischer Schlüssel. Diese werden laut Hersteller in einer nach FIPS 140-3 Level 3 zertifizierten Umgebung gespeichert und verwaltet.

Damit greift die Sicherheitsarchitektur auf mehreren Ebenen: Das private Mobilfunknetz kontrolliert, welche Geräte grundsätzlich teilnehmen dürfen, während Sicherheitsfunktionen innerhalb des Endgeräts dessen Identität und sensible kryptografische Informationen schützen.

Für Betreiber kritischer beziehungsweise besonders schützenswerter Infrastrukturen ist dieser Ansatz relevant. Denn mit zunehmender Vernetzung von Kameras, Sensoren und Analyseplattformen wird Cybersecurity zu einem integralen Bestandteil physischer Sicherheitssysteme.

Mobilfunk statt Tiefbau

Der wirtschaftlich interessanteste Aspekt der neuen Lösung dürfte allerdings häufig weniger in der Mobilfunktechnologie selbst als in der eingesparten Infrastruktur liegen.

Bei klassischen Videoüberwachungsprojekten können Kabelwege, Glasfaseranschlüsse, Netzwerkschränke und Tiefbauarbeiten einen erheblichen Anteil des Installationsaufwands ausmachen. Auf großen Industrie- oder Logistikarealen vervielfacht sich dieser Aufwand schnell.

Private 4G- und 5G-Netze verändern diese Kalkulation. Ist ein entsprechendes Netz bereits vorhanden, kann es zur gemeinsamen Kommunikationsplattform für unterschiedliche Anwendungen werden – von Sensorik und IoT-Systemen über autonome Fahrzeuge bis hin zur Videoüberwachung.

Die Kamera wird damit zunehmend zu einem weiteren intelligenten Endpunkt innerhalb einer vorhandenen drahtlosen Infrastruktur.

Benjamin Körner, Manager Strategic Accounts und A&Es DACH bei Axis Communications, sieht darin insbesondere einen Zugewinn an planerischer Freiheit: Unternehmen könnten ihr Sicherheitsnetzwerk dort erweitern, wo dies strategisch notwendig sei – und nicht ausschließlich dort, wo eine vorhandene Infrastruktur die Installation erleichtere. Neben geringeren Installationskosten entstehe damit zugleich eine skalierbare Grundlage für standortübergreifende Videoanalysen.

Für den Außenbereich ausgelegt

Für entsprechende Einsatzbedingungen ist die Back Box robust konstruiert. Das Gehäuse ist nach IP66 gegen Staub und starkes Strahlwasser geschützt und verfügt über eine IK10-Klassifizierung für hohe mechanische Widerstandsfähigkeit.

Axis nennt zudem eine hohe Uplink-Leistung, geringe Latenzen und eine Übertragungsqualität, die sich mit klassischen Glasfaser- oder WLAN-Verbindungen vergleichen lassen soll. Gerade bei hochauflösender Netzwerkvideotechnik ist der Uplink entscheidend, da im Gegensatz zu typischen Mobilfunkanwendungen große Datenmengen dauerhaft vom Endgerät in Richtung Netzwerk übertragen werden.

Private 5G-Netze öffnen neue Spielräume für die Videoüberwachung

Mit der AXIS TP3604-E Cellular Back Box reagiert Axis auf eine Entwicklung, die weit über einzelne Kamerainstallationen hinausgeht. Private 5G-Netze werden zunehmend zu einer konvergenten Infrastruktur, über die Unternehmen unterschiedlichste sicherheits- und betriebsrelevante Systeme miteinander verbinden können.

Für die Videoüberwachung reduziert diese Architektur vor allem die Abhängigkeit von physischer Datenverkabelung. Das kann Installationen beschleunigen, bisher schwer erschließbare Standorte zugänglich machen und Erweiterungen bestehender Sicherheitssysteme vereinfachen.

Entscheidend ist dabei, dass die Mobilfunkanbindung nicht isoliert betrachtet wird. In Verbindung mit Edge Computing, lokaler KI-Analyse, hardwarebasierter Gerätesicherheit und einer kontrollierten privaten Netzwerkinfrastruktur entsteht ein Ansatz, der insbesondere bei weitläufigen und dynamischen Standorten Vorteile bietet.

Mit der neuen Back Box wird privates 4G beziehungsweise 5G damit nicht lediglich zum Ersatz für ein Netzwerkkabel. Es entwickelt sich vielmehr zu einer zusätzlichen infrastrukturellen Option bei der Planung moderner, skalierbarer Videoüberwachungssysteme.

Die AXIS TP3604-E Cellular Back Box ist ab sofort verfügbar.

Die wichtigsten Merkmale im Überblick

  • Anbindung von AXIS P32- und AXIS P14-Kameras an private 4G- und 5G-Mobilfunknetze
  • Autorisierung über PCN-SIM-Karte
  • Keine klassische kabelgebundene Datenanbindung am Kamerastandort erforderlich
  • Integration in AXIS OS und Unterstützung leistungsfähiger Edge-Analysen
  • Stromversorgung über PoE oder Gleichstrom
  • Hardwarebasierte Sicherheitsfunktionen über Axis Edge Vault
  • Hohe Uplink-Leistung für videointensive Anwendungen
  • Robustes Gehäuse nach IP66 und IK10
  • Geeignet für weitläufige, schwer zugängliche und anspruchsvolle Außenbereiche

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