Interview: Alarm allein reicht nicht – Wie BE WAVE Sicherheit neu vernetzt

September 18, 2026

Ein modernes Alarmsystem soll nicht nur einen Einbruch melden. Kunden erwarten heute verständliche Informationen, visuelle Verifikation und die Einbindung weiterer Gefahrenmelder – vom Rauch- und Wassersensor bis zur Temperaturüberwachung. Gleichzeitig soll die Technik komfortabel bedienbar, flexibel erweiterbar und langfristig zuverlässig sein.

Mit BE WAVE verbindet SATEL professionelle Einbruchmeldetechnik, technische Gefahrenüberwachung und Gebäudeautomation in einer gemeinsamen Systemwelt. Dabei kann die Lösung je nach Objekt drahtlos, kabelgebunden oder hybrid aufgebaut werden. Auf der Security Essen 2026 präsentiert SATEL das System als eines seiner zentralen Messehighlights.
Im Gespräch mit Euro Security erklärt Piotr Stoppel, Area Manager bei SATEL, warum eine gute App noch kein Sicherheitskonzept ist, für welche Anwendungen Grade 2 die richtige Wahl darstellt und womit sich BE WAVE gegenüber stark marketinggetriebenen Wettbewerbern behaupten will

Euro Security: Herr Stoppel, was muss ein Alarmsystem heute leisten?
Piotr Stoppel: An erster Stelle muss es zuverlässig schützen. Das klingt selbstverständlich, wird in der Diskussion über Apps, Design und Smart-Home-Funktionen aber manchmal fast zur Nebensache. Gleichzeitig reicht es heute nicht mehr, nur einen Einbruch zu erkennen und eine Sirene einzuschalten. Kunden möchten wissen, was passiert ist, wo es passiert ist und wie das System darauf reagiert. Deshalb müssen Einbruchschutz, visuelle Verifikation, technische Sensorik und Automation sinnvoll zusammenspielen.

Euro Security: Wird die Alarmanlage damit zur Gebäudeplattform?
Piotr Stoppel: Ja, aber mit einer klaren Priorität: BE WAVE kommt aus der professionellen Sicherheitstechnik. Die Schutzfunktion ist das Fundament. Darauf bauen weitere Möglichkeiten auf – beispielsweise Rauch-, Gas- und Wassermeldung, Temperaturüberwachung, Kamerabilder sowie die Steuerung von Licht, Heizung oder Rollläden. Wir ergänzen Sicherheit um Komfort und Automation, nicht umgekehrt.

Euro Security: Was bringt die Kombination verschiedener Sensoren?
Piotr Stoppel: Vor allem mehr Kontext. Ein einzelnes Signal zeigt zunächst nur, dass etwas passiert ist. Werden weitere Informationen einbezogen, lässt sich eine Situation besser beurteilen. Eine erkannte Bewegung kann beispielsweise durch ein Kamerabild verifiziert werden. Ein Wassermelder kann nicht nur alarmieren, sondern zugleich eine technische Reaktion auslösen. Der eigentliche Mehrwert entsteht, wenn aus einer Meldung ein sinnvoller und vorher klar definierter Ablauf wird.

Euro Security: Bewertet BE WAVE solche Signale automatisch?
Piotr Stoppel: Das System kann Zustände, Messwerte, Zeitpläne und Ereignisse miteinander verknüpfen. Dabei setzen wir nicht auf eine schwer nachvollziehbare Blackbox, sondern auf transparente Regeln, die der Errichter passend zum Objekt einrichtet. Gerade in der Sicherheitstechnik muss klar sein, weshalb eine bestimmte Reaktion ausgelöst wird. Das erleichtert die Planung, die Diagnose und später auch die Wartung.

Euro Security: BE WAVE erfüllt Grade 2. Reicht das für den heutigen Markt?
Piotr Stoppel: Auf jeden Fall, denn Grade 2 entspricht dem Risikograd, der bei einer sehr breiten Gruppe von Wohn- und Gewerbeobjekten vorliegt. Entscheidend ist, das Sicherheitsniveau im gegebenen Objekt am tatsächlichen Risiko auszurichten.

Grade 3 ist für Anwendungen mit höherem Risiko vorgesehen und ist mit zusätzlichen Anforderungen sowohl an die Geräte als auch an die Auslegung und den Betrieb des gesamten Systems verbunden. In Einrichtungen, die solche Sicherheitsvorkehrungen nicht erfordern, bringt eine höhere Komplexität dem Nutzer nicht unbedingt entsprechende Vorteile. Sie kann hingegen höhere Kosten sowie zusätzliche Anforderungen hinsichtlich der Installation und der täglichen Bedienung mit sich bringen.

Deshalb betrachten wir Grade 2 nicht als Kompromiss. Es handelt sich um ein professionelles Sicherheitsniveau, das für bestimmte Anwendungsbereiche konzipiert ist. Ein gutes Sicherheitssystem sollte vor allem dem Risiko angemessen, korrekt konzipiert und zuverlässig sein.

Euro Security: Wettbewerber werben offensiv mit höheren Gradstufen. Setzt das SATEL unter Druck?
Piotr Stoppel: Ich glaube nicht, dass sich Sicherheit auf einen einzigen Faktor reduzieren lässt. Der Sicherheitsgrad ist zwar ein wichtiger Parameter, sollte aber den tatsächlichen Anforderungen des zu schützenden Objekts entsprechen. Der Einsatz einer für ein höheres Risikoniveau vorgesehenen Lösung dort, wo sie nicht erforderlich ist, bedeutet nicht automatisch, dass das System besser konzipiert ist.
In der Praxis sind die Stabilität der Kommunikation, der Schutz vor Sabotage, eine geeignete Systemarchitektur, Diagnosemöglichkeiten, die Qualität der Installation sowie die Zuverlässigkeit über die gesamte Betriebsdauer hinweg ebenso wichtig.

Deshalb betrachten wir Sicherheit ganzheitlich. Das System sollte ein dem Risiko angemessenes Schutzniveau gewährleisten und gleichzeitig benutzerfreundlich, für den Errichter überschaubar und wirtschaftlich sinnvoll sein. Genau diesen Ansatz verfolgen wir bei BE WAVE.

Euro Security: Viele Konkurrenten überzeugen mit Design und einer starken App. Was macht SATEL anders?
Piotr Stoppel: Eine gute App ist heute selbstverständlich. Sie ist aber noch kein vollständiges Sicherheitskonzept.
Wir betrachten das System aus der Perspektive professioneller Sicherheitstechnik: Wie stabil ist die Kommunikation? Wie werden Benutzerrechte organisiert? Wie kann der Errichter den Zustand der Anlage diagnostizieren? Wie lässt sie sich erweitern, ohne unübersichtlich zu werden?

BE WAVE verbindet diese technische Tiefe mit einer zeitgemäßen Bedienung. Der Kunde erhält den gewünschten Komfort, während der Facherrichter die Kontrolle über Planung, Konfiguration und Wartung behält.

Euro Security: Und was macht SATEL konkret besser?
Piotr Stoppel: Unsere Stärke liegt in der Kombination. Wir bieten drahtlose, kabelgebundene und hybride Architekturen innerhalb einer abgestimmten Systemwelt. Wir verbinden professionelle Einbruchmeldetechnik mit technischer Überwachung und Automation. Und wir entwickeln unsere Produkte nicht nur für eine schnelle Installation, sondern für einen langen Lebenszyklus.

Ein gutes System muss auch nach mehreren Erweiterungen stabil, nachvollziehbar und wirtschaftlich wartbar bleiben. Qualität zeigt sich nicht nur daran, wie schnell sich die ersten drei Melder mit einer App verbinden lassen.

Euro Security: Funk, Kabel oder Hybrid – was empfehlen Sie?
Piotr Stoppel: Das entscheidet das Gebäude. Im Bestand ist Funk häufig die wirtschaftlichste Lösung, weil keine neuen Leitungswege geschaffen werden müssen. In einem Neubau kann eine kabelgebundene Infrastruktur sinnvoller sein. Bei größeren, schrittweise modernisierten oder unterschiedlich genutzten Objekten bietet die Hybridtechnik besondere Vorteile.

BE WAVE gibt dem Errichter diese Wahl. Er muss das Projekt nicht an eine vorgegebene Technik anpassen, sondern kann die Architektur passend zum Objekt entwickeln.

Euro Security: Führt diese Freiheit nicht zu mehr Komplexität?
Piotr Stoppel: Mehr Möglichkeiten bedeuten natürlich auch mehr Verantwortung bei der Planung. Sie verhindern aber zugleich technische Kompromisse, die später teuer oder unpraktisch werden können. Entscheidend ist, dass Komponenten, Konfiguration und Diagnose innerhalb einer gemeinsamen Systemumgebung zusammengeführt werden.

Der Facherrichter ist für uns deshalb keine reine Zwischenstation im Vertrieb. Er ist ein zentraler Bestandteil des Sicherheitskonzepts. Seine Erfahrung entscheidet maßgeblich darüber, wie gut eine Anlage später arbeitet.

Euro Security: Was bedeutet Marktführerschaft für SATEL?
Piotr Stoppel: Marktführerschaft beginnt für mich nicht bei der lautesten Werbung und auch nicht bei einem einzelnen Produktmerkmal. Sie zeigt sich darin, ob ein Hersteller dauerhaft zuverlässige Technik liefert, seine Fachpartner unterstützt und unterschiedliche Kundenanforderungen professionell abdecken kann. Dazu gehören Systemstabilität, technische Tiefe, ein breites Portfolio und die Fähigkeit, Lösungen langfristig weiterzuentwickeln.

Die Nominierung von BE WAVE Hybrid für den GIT Security Award 2027 ist für uns eine schöne Bestätigung, dass dieser Ansatz auch außerhalb unseres Unternehmens wahrgenommen wird. Sie zeigt, dass die Verbindung aus professioneller Einbruchmeldetechnik, flexibler Hybridarchitektur und Gebäudeautomation im Markt überzeugt.

Entscheidend bleibt aber der Einsatz in der Praxis: Eine Lösung muss auch nach Jahren zuverlässig funktionieren, erweiterbar bleiben und dem Errichter die notwendige Kontrolle geben. Genau daran möchten wir mit BE WAVE gemessen werden.

Euro Security: Was sollten Besucher auf der Security Essen ausprobieren?
Piotr Stoppel: Sie sollten sich zeigen lassen, wie sich unterschiedliche Sicherheits- und Gebäudefunktionen miteinander verbinden lassen. Besonders interessant ist der direkte Vergleich zwischen der drahtlosen, kabelgebundenen und hybriden Architektur. Auch die visuelle Verifikation und die automatischen Reaktionen auf unterschiedliche Sensorereignisse sollte man live erleben.

Datenblätter vermitteln einzelne technische Werte. Auf dem Messestand wird dagegen sichtbar, wie das gesamte System zusammenspielt. Außerdem können Besucher ihre konkreten Projekte mit unseren Experten diskutieren.

Euro Security: Warum lohnt sich der Besuch bei SATEL?
Piotr Stoppel: Weil wir nicht nur einzelne Komponenten zeigen möchten. Wir wollen gemeinsam mit Facherrichtern, Planern und Sicherheitsverantwortlichen darüber sprechen, wie ein modernes und langfristig tragfähiges Sicherheitskonzept aufgebaut wird. Besucher dürfen deshalb gern mit konkreten Projekten, kritischen Fragen und besonderen Anforderungen zu uns kommen.

Die Security Essen ist der richtige Ort, um neue Systeme nicht nur auf dem Papier zu beurteilen. BE WAVE gehört zu unseren zentralen Highlights – und wir laden die Branche herzlich dazu ein, die Lösung vor Ort kennenzulernen.
[DCM]

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